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🪙 Der verschwundene Leprechaun von Bannewitz: Die Wahrheit über den angeblichen Goldfund
Ein Klärwärter mäht in Bannewitz den Rasen und findet zehn Goldbarren. So lautet die offizielle Version. Der Moosverhetzer hält fest: Wenn auf einer sächsischen Klärwerkswiese plötzlich ein Leprechaun-Vermögen liegt und sich sechs Monate lang niemand mit belastbaren Eigentumsnachweisen meldet, dann gibt es dafür eine sehr einfache Erklärung.
Der tatsächliche Eigentümer war verhindert.
Dauerhaft.
Natürlich spricht niemand gern darüber. Man sagt „Fund“. Man sagt „Frist abgelaufen“. Man sagt „Gemeindegrund“. Man sagt „Vereine sollen profitieren“. Das klingt alles sauber, kommunal und angenehm nach Sitzungsvorlage.
Aber zehn Goldbarren fallen nicht einfach aus einer Hosentasche. Nicht einmal in Sachsen. Schon gar nicht in Bannewitz. Und erst recht nicht auf einer Fläche am Rand eines Klärwerks, wo seit Jahren merkwürdige Dinge verschwinden, ohne dass die überregionale Presse auch nur eine Augenbraue hebt.

🍀 Der Besitzer konnte nicht kommen. Aus Gründen.
Die Polizei wartete sechs Monate. Menschen durften sich melden, wenn sie glaubten, Eigentümer des Goldes zu sein. Einige versuchten es offenbar mit bemerkenswerten Geschichten. Eine Drohne mit Gold an Bord. Ein Spaziergang mit Barren in der Tasche. Solche Erklärungen klingen zunächst absurd.
Der Moosverhetzer erkennt darin aber etwas anderes:
Panik.
Denn wer behauptet, er sei mit Goldbarren spazieren gegangen, erzählt keine Besitzgeschichte. Er versucht, eine Lücke in der Wirklichkeit zu stopfen.
Der wahre Eigentümer war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sächsisch-keltischer Rand-Leprechaun, eine seltene Koboldart, die nach alten Zwischenreichschroniken seit dem späten 19. Jahrhundert in den feuchten Randlagen zwischen Dresden, Bannewitz und sehr schlecht erklärbaren Grünflächen vorkommt.
Seine Aufgaben waren klassisch:
- Gold bewachen.
- Menschen verwirren.
- Regenbogen markieren.
- Kommunale Aktenzeichen meiden.
Dann verschwand er.
Und kurz darauf lagen zehn Barren im Gras.
🧾 Fünf Zwischenreichskreaturen, die in Bannewitz vorher bereits verschwanden
Der Fall wirkt noch fragwürdiger, wenn man die ältere Bannewitzer Verlustliste kennt. Offiziell existiert sie nicht. In den Zwischenreichen wird sie jedoch seit Jahren unter dem Titel „Kleines Register der nicht mehr auffindbaren Wesen im südlichen Gemeindebereich“ geführt.
1. Der Kalkwiesen-Puk von Cunnersdorf
Ein winziger Feldgeist mit weißem Hut und der Angewohnheit, Maulwurfshügel alphabetisch zu sortieren. Verschwand nach einer Nacht mit ungewöhnlich geradem Rasenbild. Zurück blieb nur ein sehr kleiner Rechen.
2. Die Drainage-Nixe vom Klärwerksgraben
Lebte in Abflussnähe und sang angeblich nur bei leichtem Nieselregen. Seit Monaten nicht mehr gehört. Besonders verdächtig: Kurz nach ihrem Verschwinden funktionierte ein verstopftes Rohr plötzlich wieder.
3. Der Bannewitzer Pfenniggnom
Spezialist für Kleingeld, Parkscheine und verschwundene Einkaufswagenchips. Wurde zuletzt nahe einer Gemeindekasse gesehen. Danach tauchten auffällig viele korrekt sortierte Münzen auf.

4. Die Schilfkröte von Possendorf
Keine gewöhnliche Kröte, sondern ein halbamtliches Grenzwesen, das magische Eigentumsfragen durch Quaken klärte. Seit ihrem Verschwinden ist in der Region auffällig unklar, wem glänzende Dinge gehören.
5. Der Regenbogenknecht von Nöthnitz
Ein entfernter Verwandter des Leprechauns. Zuständig für Lichtbrechung, Topfpositionierung und das diskrete Umlegen kleiner Golddepots. Verschwand nach eigener Aussage „nur kurz hinter den Geräteschuppen“. Kam nie zurück.
Man sieht: Bannewitz hat kein Goldproblem. Bannewitz hat eine Serie.
🪓 Zehn Barren sind kein Schatz. Zehn Barren sind ein Motiv.
Die Gemeinde freut sich nun über rund 40.000 Euro. Das ist verständlich. Vereine sollen profitieren. Auch das klingt erst einmal sympathisch. Aber in den Zwischenreichen gilt eine einfache Regel:
Wenn ein Koboldschatz herrenlos wirkt, ist meist nicht der Schatz herrenlos, sondern der Kobold fehlt.
Der Moosverhetzer will keine Panik schüren, verlangt aber sorgfältige Ermittlungen.
Vor jeder Verteilung des Goldes sollten drei Dinge geklärt werden:
Wo ist der Leprechaun?
Warum verschwanden vorher bereits fünf Zwischenreichswesen?
Und weshalb riecht kommunaler Rasen plötzlich so stark nach altem Regenbogenrecht?
Bis dahin sollte Bannewitz sehr vorsichtig sein. Gold aus Koboldhand bringt nämlich selten Glück. Manchmal bringt es vielleicht ein wenig Vereinsförderung, aber häufiger sorgt es nachts für ein bedrohliches Klopfen aus dem Geräteschuppen.
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