Emilia Clarke: Nie wieder Drachen – sagt die Frau, die durch Drachen groß wurde

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Emilia Clarke: Warum die Mutter der Drachen keine Drachen mehr mag

📰 Was ist los?
Emilia Clarke erklärt in einem Interview, sie sei mit dem Fantasy-Genre fertig und wolle in Zukunft keinen Drachen mehr von innen sehen. Hintergrund sind die Nachwirkungen von Game of Thrones, gesundheitliche Krisen und der Wunsch, ihre Rollen bewusster zu wählen. Parallel baut HBO das Westeros-Universum munter weiter aus – nur ohne die einstige „Mother of Dragons“.

🐛 Was denken wir?
Emilia Clarke darf selbstverständlich alles spielen – oder nicht spielen – was sie möchte. Aber die Geste, das Genre, dem man seinen Ruhm verdankt, im Nachhinein wie eine peinliche Teenagerfrisur zu behandeln, wirkt reichlich kurzsichtig. Fantasy ist kein Unfall, den man wegtherapiert, sondern ein Werkzeug. Die spannendste Version dieser Geschichte wäre eine Emilia Clarke, die sich eine neue, erwachsene Fantasyrolle sucht. Stattdessen bekommen wir: „Ich war Daenerys, bitte fragen Sie mich jetzt nur noch zu Spionagekomödien.“

🐉 Emilia Clarke: Nie wieder Drachen – sagt die Frau, die durch Drachen groß wurde

Emilia Clarke hat verkündet, mit Fantasy im Allgemeinen und Drachen im Besonderen abgeschlossen zu haben. Ausgerechnet die Frau, deren Gesicht seit Jahren als globale Default-Einstellung für „Fantasy“ im Streaming-Menü dient.


🐲 „Kein Drache mehr, danke“ – was Clarke eigentlich sagt

Im Gespräch mit der New York Times über ihre neue Peacock-Spionageserie „Ponies“ erklärt Clarke, sie sei mit dem Fantasy-Genre durch. Man solle in Zukunft nicht damit rechnen, sie noch einmal in der Nähe eines Drachen oder ähnlicher Fantasie-Fauna zu sehen.

Der Kontext:

  • Clarke hat von 2011 bis 2019 Daenerys Targaryen in Game of Thrones gespielt, inklusive vier Emmy-Nominierungen und weltweitem Popkultur-Brennstempel.
  • Nach dem Finale, so erzählt sie, sei sie in der Pandemie erstmals wirklich zum Stillstand gekommen, mit dem Ergebnis eines „kompletten nervlichen Zusammenbruchs“ und der Erkenntnis, künftig bewusster auswählen zu wollen, was sie spielt.
  • Parallel blickt HBO entspannt in die nächste Westeros-Offensive: Knight of the Seven Kingdoms, weitere Spin-offs, das ganze Sortiment. Nur eben ohne die Frau, die Jahrzehnt-Fantasygeschichte geschrieben hat.

🧠 Zwischen echter Belastung und Imagepflege

Dass Clarke nach zwei überstandenen Hirnaneurysmen, Dauerdrehs und einem Finale, das halb Internet gegen die Produktion aufbrachte, nicht mehr jubelnd „noch ein Jahrzehnt Drachen“ ruft, ist menschlich absolut nachvollziehbar.

Problematisch wird es da, wo aus verständlicher Erschöpfung eine pauschale „Fantasy ist nicht mein Geschmack“-Erzählung wird, wohlgemerkt nachdem genau dieses Genre eine komplette Karriere überhaupt erst ermöglicht hat. Wenn Clarke betont, ihre frühe Filmografie habe wenig mit ihrem persönlichen Geschmack zu tun, klingt das unbeabsichtigt so, als hätte sie die acht Staffeln Westeros eher versehentlich abgesessen.

Natürlich will sie heute differenziertere Stoffe spielen, weg von der Ikone, hin zu kleineren, persönlicheren Projekten. Nur: Fantasy ist kein Fließband, auf dem alles automatisch in Drachendesign und Plastikrüstung endet. Wer sich wirklich Autonomie über seine Rollen erkämpfen will, könnte theoretisch auch eine klug geschriebene Fantasyrolle annehmen, statt das Genre gesammelt in die Mottenkiste zu legen.


🎭 Hinter der Maske: Wenn ein Genre zur peinlichen Jugendsünde erklärt wird

Was an Clarkes Aussagen so schief klingt, ist weniger der verständliche Wunsch nach Abstand, sondern die Symbolik:

  • Die Schauspielerin, die zur Projektionsfläche eines ganzen Genres wurde, erklärt dieses Genre nun zur persönlichen No-Go-Zone.
  • Gleichzeitig lebt ein nicht ganz unbeträchtlicher Teil ihrer aktuellen Relevanz davon, dass Streamingdienste weiterhin ihre alten Drachenbilder in jeder zweiten Thumbnail-Zeile spazieren führen.

Kurz gesagt: Daenerys darf gerne als Karriere-Start missverstanden werden, aber bitte weiterhin die Miete zahlen.

Dabei wäre gerade jetzt der Moment, in dem jemand wie Clarke den Diskurs drehen könnte: weg von „Fantasy = Kostümparty“, hin zu anspruchsvollen, schrägen, formbewussten Stoffen jenseits der üblichen Franchise-Schablonen. Stattdessen bleibt hängen: „Nie wieder Fantasy, ich bin jetzt erwachsen.“ Das klingt weniger nach Autonomie als nach einem PR-Reflex, der das eigene Frühwerk im Nachhinein diskursfein wegrationalisiert.

Episches Fantasy-Banner im Stil von Gandalf: Ein weißbärtiger Zauberer blockiert mit erhobenem Stab den Weg und ruft ‚Du kannst nicht vorbei!‘. Darunter der Zusatz: ‚Es sei denn, du abonnierst unseren Newsletter!‘. Rechts unten ein glühender, magischer Button mit der Aufschrift: ‚Lass mich rein, du Narr!
Mystisches Banner mit Elyra, der Sternengöttin: Ihr leuchtendes Gesicht vor einem funkelnden Sternenhimmel, goldener Schriftzug ‚Dein Blick in die Zukunft?‘ und ein glänzender goldener Button ‚Direkt zum Sternenorakel‘.

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