Zombies: ARTE zeigt die faszinierende Geschichte der lebenden Toten
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🧟♂️ Tot, aber nicht aus der Mode
📰 Was ist los?
Die 52-minütige ARTE-Dokumentation Zombies: Faszination der Untoten erzählt die Geschichte des Zombiefilms von seinen kulturellen Wurzeln über George A. Romero bis zu The Walking Dead. Kostenlos abrufbar bis 21. Januar 2027.
🐛 Was denken wir?
Spannend ist vor allem, wie sich das Monster mit den Ängsten seiner jeweiligen Zeit verändert hat. Zombies sind eben nicht bloß wandelnde Spezialeffekte, sondern oft ziemlich bissige Gesellschaftskritik. Pedro hat die Doku seinem Nachbarn empfohlen. Der war begeistert. Allerdings ist der auch seit drei Wochen tot.
Sie schlurfen, sie stöhnen, sie fressen Menschen. Manchmal rennen sie inzwischen sogar schneller als ihre Opfer. Zombies gehören seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Monstern des Horrorkinos. Doch warum können wir von diesen verwesenden Zeitgenossen einfach nicht genug bekommen? Die Dokumentation Zombies: Faszination der Untoten geht dieser Frage auf den Grund. Der 52-minütige Film ist jetzt kostenlos in der ARTE-Mediathek verfügbar.

Dabei führt die Reise von westafrikanischen Überlieferungen und haitianischen Voodoo-Traditionen über George A. Romero bis zu Resident Evil und The Walking Dead. Und sie zeigt, dass hinter all den abgetrennten Gliedmaßen gelegentlich mehr steckt als die nächste Gelegenheit für einen besonders appetitlichen Spezialeffekt.
🧟♂️ Wie George A. Romero den Zombie neu erfand
Zombies gab es lange vor Hollywood. Ihre kulturellen Wurzeln reichen unter anderem zu westafrikanischen Glaubensvorstellungen und haitianischen Traditionen zurück. Dabei ging es ursprünglich weniger um menschenfressende Monster als um Vorstellungen von Tod, Versklavung und dem Verlust des eigenen Willens. Erst das Kino machte aus dem Untoten jene Kreatur, die wir heute kennen.
1968 veränderte George A. Romero mit Die Nacht der lebenden Toten das Horrorgenre grundlegend. Seine Zombies waren keine exotischen Gestalten unter der Kontrolle eines Voodoo-Priesters mehr. Sie wurden zu einer anonymen, unaufhaltsamen Bedrohung, gegen die gesellschaftliche Ordnung und menschliche Vernunft nur wenig auszurichten vermochten.
Die Dokumentation zeichnet nach, wie sich dieses Bild weiterentwickelte: vom langsam schlurfenden Menschenfresser über die gesellschaftskritische Horrorfigur bis zu den rasenden Monstern moderner Blockbuster.
🎬 Zwischen Resident Evil und The Walking Dead
Für ihre Spurensuche blickt die Dokumentation auch hinter die Kulissen bekannter Produktionen. Greg Nicotero, einer der wichtigsten Spezialeffektkünstler des modernen Horrorkinos und maßgeblich an The Walking Dead beteiligt, gibt Einblicke in die Herstellung jener Kreaturen, bei denen Kunstblut und Latex gelegentlich wichtiger sind als ein besonders ausdrucksstarkes Schauspielgesicht.
Auch Resident Evil und Romeros Day of the Dead kommen zur Sprache. Dabei geht es nicht allein um spektakuläre Effekte, sondern ebenso um die Frage, wie sich die Darstellung von Überlebenskampf, Gewalt und gesellschaftlichem Zusammenbruch im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Ein zusätzlicher Abstecher führt nach Berlin, wo Filmemacherin Shamila Lengsfeld mit einem Zombie-Darsteller und KI-gestützter Bildbearbeitung experimentiert.
🧠 Die Untoten erzählen von den Lebenden
Der eigentlich interessante Gedanke hinter der Dokumentation ist allerdings ein anderer: Zombies sind selten nur Zombies.
Romeros Untote konnten ebenso als Spiegel gesellschaftlicher Konflikte verstanden werden wie als Kritik an Konsum und menschlichem Verhalten. Spätere Werke griffen Ängste vor Seuchen, Kontrollverlust oder dem Zerfall vertrauter Gemeinschaften auf.
Gerade weil Zombies häufig keine ausgeprägte Persönlichkeit besitzen, lassen sie sich mit immer neuen Bedeutungen aufladen. Mal verkörpern sie eine unkontrollierbare Masse, mal die Folgen menschlicher Selbstüberschätzung und manchmal schlicht die Angst vor dem eigenen Tod.
Darin liegt vermutlich ein wesentlicher Grund für ihre erstaunliche Langlebigkeit. Vampire brauchen Charisma, Werwölfe einen Vollmond. Zombies benötigen nur eine Gesellschaft, die ohnehin schon Angst vor dem Zusammenbruch hat.
📺 Kostenlos bei ARTE ansehen
Zombies: Faszination der Untoten entstand unter der Regie von Isabel Hahn und Alexandra Hardorf. Die deutsche Dokumentation hat eine Laufzeit von 52 Minuten und wurde an Halloween 2026 im Fernsehen ausgestrahlt.
In der ARTE-Mediathek ist sie kostenlos und nach aktuellem Stand bis zum 21. Januar 2027 abrufbar. Aufgrund von Jugendschutzbestimmungen kann der Zugriff tagsüber eine Altersbestätigung erfordern.
Für Horrorfans ist das eine reizvolle Gelegenheit, einen Blick hinter eines der langlebigsten Monsterphänomene der Filmgeschichte zu werfen.
Denn nach fast sechzig Jahren Romero-Zombies darf man durchaus fragen, warum die Untoten immer noch so lebendig sind.
Vielleicht liegt es daran, dass sie uns weniger über den Tod erzählen als über das Leben.
Und vielleicht auch daran, dass ein Zombie niemals fragt, ob er kurz mit uns über unsere Stromrechnung sprechen darf.




