Ein Toter schlägt die Fantasy-Elite: M. R. Carey gewinnt den World Fantasy Award 2026!
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💀 Tot und trotzdem preisgekrönt
📰 Was ist los?
M. R. Carey gewinnt mit Once Was Willem den World Fantasy Award 2026 für den besten Roman. Die Geschichte eines wiederauferstandenen Jungen aus dem mittelalterlichen England setzte sich gegen vier weitere Fantasyromane durch. Weitere Preise gehen an Eden Royce, Thomas Ha und Kathleen Jennings. Clive Barker und Joyce Carol Oates werden für ihr Lebenswerk geehrt.
🐛 Was denken wir?
Ein verstorbener Junge gewinnt einen der wichtigsten Fantasy-Literaturpreise der Welt. Das macht uns Hoffnung. Offenbar gibt es nach dem Tod doch noch Karrierechancen. Wir haben bereits bei der zuständigen Nekromantengilde nachgefragt, ob man sich dort vorsorglich für den Deutschen Buchpreis vormerken lassen kann. Man verlangt allerdings eine Sterbeurkunde und drei Arbeitsproben. Typisch deutsche Bürokratie.
Im England des zwölften Jahrhunderts erhebt sich ein Junge aus seinem Grab. Doch Willem kehrt als etwas zurück, das seine früheren Nachbarn kaum noch als Menschen erkennen würden. Hexerei, alte Flüche und unheimliche Geschöpfe begleiten ihn auf seinem Weg durch eine Welt, in der selbst der Tod keine verlässliche Grenze mehr darstellt. Mit dieser außergewöhnlichen Geschichte hat M. R. Carey den World Fantasy Award 2026 für den besten Roman gewonnen.

Die Auszeichnungen wurden am 25. Oktober 2026 im Rahmen der 52. World Fantasy Convention in Oakland, Kalifornien, verliehen. Careys Once Was Willem setzte sich dabei gegen eine starke Konkurrenz durch. Zu den weiteren Preisträgern gehören Eden Royce, Thomas Ha und die Fantasykünstlerin Kathleen Jennings. Zwei besondere Ehrungen gingen an die Horrorliteratur-Legenden Clive Barker und Joyce Carol Oates.
💀 Once Was Willem – ein mittelalterliches Märchen voller Schrecken
Der 2025 bei Orbit erschienene Roman Once Was Willem erzählt seine Geschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Willem ist gestorben und durch dunkle Magie ins Leben zurückgekehrt. Sein früheres Dasein liegt unwiederbringlich hinter ihm, während sein neues von Geheimnissen und übernatürlichen Gefahren bestimmt wird.
Schauplatz ist das mittelalterliche England, genauer die Umgebung des Dorfes Cosham. In den Wäldern lauern unheimliche Wesen wie Nixen und Koboldgeister. Eine nahe gelegene Burg birgt ein furchtbares Geheimnis, und hinter den alltäglichen Sorgen der Dorfbewohner verbergen sich Kräfte, die weit älter sind als ihre christliche Welt.
Willem gerät in einen Kampf gegen eine Bedrohung, die das gesamte Dorf vernichten könnte. Dabei findet er Gefährten, die ebenso wenig in die gewöhnliche Gesellschaft passen wie er selbst.
Carey verbindet mittelalterliche Folklore, Dark Fantasy und Horror mit einer Geschichte über Außenseiter, Freundschaft und Menschlichkeit. Gerade die Entscheidung, einen wiederauferstandenen Jungen zum Erzähler zu machen, verleiht dem Roman eine eigenwillige Perspektive.
🎬 M. R. Carey über Once Was Willem
Mittelalterlicher Schrecken, uralte Folklore und ein Held, der aus dem Reich der Toten zurückkehrt: Der World-Fantasy-Award-Gewinner spricht über seinen außergewöhnlichen Roman.
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⚔️ Starke Konkurrenz um den Romanpreis
Der Sieg ist beachtlich, denn auch die übrigen Nominierten gehörten zu den auffälligeren Fantasyveröffentlichungen des Jahres 2025.
Mit The Everlasting war Alix E. Harrow vertreten, deren Werk historische Stoffe und fantastische Erzählungen miteinander verbindet. Pat Murphy konkurrierte mit The Adventures of Mary Darling, einer Neuinterpretation der Peter-Pan-Welt, um die Auszeichnung.
Hinzu kamen Martin Cahill mit Audition for the Fox und Giovanni De Feo mit The Secret Market of the Dead.
Dass sich Once Was Willem in diesem Feld durchsetzen konnte, unterstreicht die Aufmerksamkeit, die ungewöhnliche Erzählperspektiven und düstere Folklore gegenwärtig in der internationalen Fantasy erfahren.
📚 Eden Royce und Thomas Ha gehören ebenfalls zu den Gewinnern
Der Preis für die beste längere Erzählung ging an Eden Royce für Psychopomp & Circumstance. Die Geschichte verbindet Southern Gothic, familiäre Konflikte und übernatürliche Bestattungsrituale. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer entfremdeten Tante Verantwortung für deren Begräbnis übernehmen muss.
Als beste Kurzgeschichte wurde The Hungry Mouth at the Edge of Space and the Goddess Knitting at Home von Renan Bernardo ausgezeichnet.
Den Preis für die beste Sammlung erhielt Thomas Ha mit Uncertain Sons and Other Stories. Die Erzählungen beschäftigen sich mit familiären Bindungen, gesellschaftlichen Ängsten und verstörenden Zukunftswelten. Für Ha setzt sich damit eine bemerkenswerte Erfolgsserie fort: Die Sammlung wurde bereits mit einem Locus Award ausgezeichnet.
Besondere Aufmerksamkeit verdient außerdem Storyteller: A Tanith Lee Tribute Anthology. Der von Julie C. Day, Carina Bissett und Craig Laurance Gidney herausgegebene Band gewann den Preis für die beste Anthologie und würdigt das literarische Erbe der 2015 verstorbenen Fantasyautorin Tanith Lee.
🎨 Kathleen Jennings ausgezeichnet – zwei Legenden für ihr Lebenswerk geehrt
Der World Fantasy Award für die beste künstlerische Arbeit ging an Kathleen Jennings. Die australische Schriftstellerin und Illustratorin ist für ihre detailreichen, oft märchenhaft-unheimlichen Zeichnungen bekannt. Die beiden Auszeichnungen für das Lebenswerk erhielten Clive Barker und Joyce Carol Oates.
Barker gehört mit seinen Büchern des Blutes, Hellraiser und zahlreichen weiteren Werken zu den prägenden Gestalten der modernen Horrorliteratur. Sein Schaffen verbindet körperlichen Schrecken mit fantastischen Welten, religiösen Motiven und einer unverwechselbaren Vorstellungskraft.
Joyce Carol Oates wiederum hat mit ihrem gewaltigen literarischen Werk immer wieder die Grenzen zwischen psychologischem Realismus, Gothic und übernatürlichem Horror überschritten. Ihre Auszeichnung würdigt eine jahrzehntelange Beschäftigung mit den dunklen Seiten menschlicher Erfahrung.
Weitere Sonderpreise gingen an Jaymee Goh, Jill Roberts und Jacob Weisman für ihre Arbeit bei Tachyon Publications sowie an Wendy Wagner für das Horrorliteraturmagazin Nightmare.
World Fantasy Award 2026 · Bester Roman
Ein Junge kehrt aus dem Grab zurück.
Once Was Willem · M. R. Carey
Dunkle Magie, mittelalterliche Folklore und ein ungewöhnlicher Held, der seine eigene Geschichte erzählt. Entdecke den preisgekrönten Roman in der kostenlosen Original-Leseprobe.
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Englischsprachiger Originalauszug
Direkt beim Verlag Orbit / Hachette
🌌 Die Fantasy jenseits der vertrauten Grenzen
Seit 1975 gehören die World Fantasy Awards zu den bedeutendsten internationalen Literaturpreisen für Fantasy und fantastische Kunst. Sie zeichnen jährlich Werke aus, die im vorangegangenen Jahr veröffentlicht wurden.
Die Sieger des Jahres 2026 zeigen einmal mehr, wie vielfältig das Genre geworden ist. Mittelalterliche Totenmärchen stehen neben Gothic-Erzählungen, experimenteller Kurzprosa und fantastischen Geschichten über Familie, Erinnerung und gesellschaftliche Konflikte.
Bemerkenswert ist außerdem eine klare Regel des Wettbewerbs: Mit generativer KI erstellte Werke sind für den World Fantasy Award ausdrücklich nicht zugelassen.
Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr jedoch ein Junge, der bereits gestorben war und dennoch seine Geschichte erzählen musste. Mit Once Was Willem hat M. R. Carey bewiesen, wie viel erzählerische Kraft noch immer in den alten Märchen und Monstern Europas steckt.
Manchmal braucht es eben einen Toten, um die Fantasy wieder richtig lebendig werden zu lassen.





