Wolfchant – Echoes Of A Time Once Past (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Wolfchant – Echoes Of A Time Once Past

🧿 Kurzfazit
Wolfchant liefern mit Echoes Of A Time Once Past ein sattes Spätwerk ab, das epischen Pagan-Metal mit Hymnenfaktor und moderner Schärfe verbindet. Kein Revolutionserlass, aber ein sehr kampftaugliches Kapitel für die eigene Saga.

🎯 Für wen?
Für alle, die bei Schlagworten wie Pagan-Metal, Schlachtgesänge und Mitsingrefrains nicht die Augen verdrehen, sondern die Trinkhörner nachfüllen. Vor allem für Fans, denen Amon-Amarth-Wucht, deutsche Pagan-Schule und melodische Gitarrenläufe wichtiger sind als neue Genretheorien.

🎧 Wie klingt das?
Treffsicheres Wechselspiel aus schnellen Schwertschwing-Parts, hymnischen Refrains und heroischen Leadgitarren, gekrönt von rauen Growls, klaren Refrainstimmen und Chören. Die Produktion drückt, bleibt aber transparent genug, damit die vielen Details aus Keys und Melodien nicht im Schlachtlärm untergehen.

💿 Highlights
Goddess Of Fire, Lifeblood, Shadows Of Doom, Echoes Of A Time Once Past

⚠️ Nichts für dich, wenn…
du dir unter Pagan-Metal eher experimentelle Klangrituale statt klassisch hymnische Schlachtgesänge vorstellst oder bei reichlich Pathos im Refrain schnell unwirsch reagierst.


‪‪🧿 Wolfchant – Echoes Of A Time Once Past: Alte Götter, frische Kampfparolen

Über 20 Jahre ist es her, dass uns Wolfchant aus St. Oswald im Bayerischen Wald den ersten Sturmwind um die Ohren geblasen haben, spätestens mit A Pagan Storm waren sie Mitte der 2000er ein fester Namen in der Pagan-Welle.

Mit Echoes Of A Time Once Past steht nun Studioalbum Nummer acht an. Erscheint über das bandeigene Southern Wolfcult Records in Kooperation mit Hamburg Records/Edel, also ganz offiziell aus dem eigenen Wolfsbau.

Der Albumtitel klingt nach Nostalgie-Programm, aber die Platte ist kein Rückzug ins Frühwerk, sondern eher: »Wir machen genau das, wofür man uns kennt, nur noch fokussierter, lauter und mit mehr Hymnen pro Minute.«

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Pagan / Epic Pagan Metal mit Melodic-Death- und Heavy-Metal-Einsprengseln
Vergleichbar mit: Amon Amarth auf Alpenwanderung, Equilibrium ohne Kirmes-Keyboards, klassische deutsche Pagan-Schule mit Fokus auf Gitarren statt Hörnerdauereinsatz.
Klangfarbe: Echoes Of A Time Once Past klingt wie ein langer Ritt durch verregnete Wälder, bei dem permanent jemand hinter dir den Refrain auf einem Hügel übt. Die Gitarren sägen und singen, die Drums marschieren mehrstufig von galoppierend bis stampfend, dazu kommen großflächige Keys, die eher Kulisse als Hauptdarsteller sind. Die Vocals wechseln zwischen markanten Growls, heroischen Klarschreien und Chören, die den Refrain zuverlässig in den Schädel meißeln. Die Produktion betont Punch und Druck, ohne die Arrangements zu verkleben, und hält die Spielzeit von gut 43 Minuten angenehm kompakt.

Highlights

Goddess Of Fire
Die offensichtliche Hymne und Single: Nach wenigen Sekunden hat sich die Gitarrenmelodie festgesetzt, der Refrain zündet wie eine brennende Öllampe in der Festung. Rhythmisch treibend, mit hohem Mitsingfaktor und dem angenehmen Gefühl, dass hier niemand versucht, cleverer zu sein als nötig. Ein Paradebeispiel für modernen Pagan-Hymnenbau, ohne in dumpfe Stadionparolen abzurutschen.

Lifeblood
Hier zeigen Wolfchant, wie man Tempo, melodische Finesse und technischen Anspruch verheiratet, ohne das Riff in Einzelteile zu zerdenken. Rasante Strophen, fein ziselierte Leads und ein Refrain, der sich mehr schleichend als brachial festsetzt. Der Song wirkt wie das pulsierende Zentrum der Platte: energisch, detailverliebt, aber nie verfrickelt.

Shadows Of Doom
Der Titel hält, was er verspricht. Atmosphärische Keys und Streicherfarben bauen eine düstere Kulisse, bevor die Gitarren den Song in einen schweren, fast hymnischen Marsch verwandeln. Der Mitsingchorus wirkt wie ein Ritual im Halbdunkel und zeigt, dass Wolfchant auch im langsameren Bereich Spannung aufbauen können, ohne ins Balladeske abzurutschen.

Echoes Of A Time Once Past
Der Titelsong bündelt die Stärken des Albums: zügiges Tempo, energische Riffs, eingängige Refrainbögen und ein Gespür für Dramaturgie zwischen Strophe und Chorus. Kein überlanges Epos, eher eine konzentrierte Visitenkarte mit allem, was die Band 2026 ausmacht. Perfekter Abschluss für eine Platte, die sich in erster Linie über Songs und nicht über Konzeptbausteine definiert.

🎨 Artwork

Der Tod trägt heute Laken: Auf dem Cover von Echoes Of A Time Once Past sitzt eine riesige, in schwere Falten gehüllte Gestalt auf einer Treppe, als hätte sie sich in aller Ruhe in die erste Reihe des Weltuntergangs gesetzt. Das Gesicht verschwindet vollständig im Schatten der Kapuze, keine Augen, kein Schädel, nur ein schwarzes Loch, das einen stumm daran erinnert, wie unwichtig dein Streaming-Abo gleich wird.

In der rechten Hand hält die Figur eine wuchtige Sanduhr, deren Glasbäuche nicht mit Sand, sondern mit Symbolik gefüllt sind: oben eine dunkle Flüssigkeit und ein okkultes Zeichen, unten ein Schädel, der im letzten Rest der Zeit badet. Das Ding hängt schwer im Raum, als würde jede Sekunde, die hindurchrinnt, gleich eine weitere Stadt zum Einsturz bringen.

Hinter dem Kuttenträger tobt ein Himmel, der aussieht, als hätte jemand alle Sonnenuntergänge des Genres zusammengeschoben und dann mit Ruß eingerahmt: Schwaden aus Gold, Orange und Schiefergrau, durchsetzt von Rauch und Flammen. Links und rechts ragen zerbrochene Säulen, halb versunkene Tempel und brennende Ruinen aus einem Schlachtfeld, über dem Reiterheere wie Geistererscheinungen durch die Luft galoppieren, eher apokalyptische Fresken als reale Armeen.

Über allem prangt das goldene Wolfchant-Logo, scharfkantig wie ein frisch polierter Grabstein, unten in derselben Farbe der Albumtitel Echoes Of A Time Once Past. Zusammen ergibt das Artwork kein fröhliches Pagan-Lagerfeuer, sondern eine pathetische Momentaufnahme kurz vor Schluss: Der Tod sitzt entspannt auf seiner Treppe, die Welt brennt, und du bekommst eine höfliche Einladung, ihm beim Umdrehen der Sanduhr zuzusehen.


🪦 Besondere Momente

Deutschsprachige Sturmfahne „Dem Sturme Voraus“
Der einzige deutschsprachige Song wirkt wie eine Rückrufaktion an die Frühphase des Genres: harsche, treibende Strophen treffen auf fast minnesängerhafte Refrainlinien. Die Gitarren sind hier stellenweise sehr präsent, was den Song für manche Ohren überlädt, aber genau den Reiz für Hörer bringt, die Pagan-Metal mit maximaler Theatralik mögen.

Gitarrenarbeit zwischen Melodie und Raserei
Quer durch die Platte fällt auf, wie konsequent Wolfchant auf melodische Gitarrenarbeit setzen. Statt bloßem Riffgewitter gibt es viele kleine Hook-Linien und Soli, die eher Geschichten erzählen als bloß Fingerübungen demonstrieren. Dadurch behalten selbst dichte Songs ein klares Profil.

Chöre, Chöre, Chöre
Die Chöre sind nicht nur Beiwerk, sondern tragende Säulen. Mal als klassischer Pagan-Mitsingblock, mal als harmonischer Gegenpol zu den Growls. An wenigen Stellen droht das eine Spur zu viel des Guten zu werden, insgesamt stützen die Chöre aber die epische Ausrichtung und geben dem Album seinen Wiedererkennungswert.

Klangbild zwischen Epik und Bodenhaftung
Die Produktion erlaubt Druck, lässt aber Luft. Die Rhythmusgruppe steht kompakt, während Gitarren und Keys sich darüber entfalten. Das vermeidet den gefürchteten Pagan-Matsch und sorgt dafür, dass selbst bei Vollgas das Schlagzeug nicht unter der Melodie erdrückt wird.

🪓 Fazit

Wolfchant sind eine feste Größe im deutschen Pagan-Kosmos. Die Band hat sich mit Alben wie Bloody Tales Of Disgraced Lands oder A Pagan Storm als verlässliche Lieferantin für epische Schlachtplatten etabliert und zwischenzeitlich auch mit längeren Pausen und Besetzungswechseln gelebt.

Echoes Of A Time Once Past erscheint über das bandeigene Label Southern Wolfcult Records in Kooperation mit einem größeren Vertrieb und wirkt wie ein Statement nach innen und außen. Das Album nimmt die klassischen Trademarks der Band – heroische Melodien, kämpferische Themen, Pathos in der Stimme – und poliert sie mit einer moderneren, straffer fokussierten Produktion.

Statt den Pagan-Metal neu zu erfinden, positioniert sich die Band klar als erfahrener Veteran, der weiß, welche Stellschrauben funktionieren. Das Resultat wirkt oftmals wie eine Best-of-Ideen-Sammlung aus der eigenen Bandgeschichte, nur eben mit besserem Klang und klarerem Songwriting.

Echoes Of A Time Once Past ist kein Umsturz im Pagan-Metal, aber ein mehr als starkes Machtwort. Wolfchant zeigen, dass melodischer Schlachtenlärm aus deutschen Landen alles andere als müde ist. Die Platte lebt von starken Refrains, konsistenter Gitarrenarbeit und einer Produktion, die genau weiß, wie viel Epik sie verträgt.

Wer auf hymnischen Pagan-Metal mit deutlicher Gitarrenorientierung, robustem Growl-Gebell und großzügigen Chören steht, bekommt hier ein Album, das viele Genre-Klischees bedient, ohne wie eine Kopie der Kopien zu klingen. Wer dagegen nach radikaler Neuerfindung oder experimenteller Folklore sucht, wird das alles vermutlich als zu klassisch empfinden.

Für den Fantasykosmos bleibt unterm Strich: Ein starkes, kurzweiliges Werk, das sich im Jahresoutput der Sparte problemlos in die obere Tabellenhälfte spielen dürfte. Uns hat das definitiv eine Menge Spaß gemacht.

Albumcover Nytt Land – Aba Khan: dunkelroter, abgenutzter Hintergrund mit schamanisch anmutenden roten Linienzeichnungen – zentral ein kreisförmiges Symbol, oben der Schriftzug Nytt Land, unten der Titel Aba Khan, flankiert von zwei stilisierten Tierfiguren.
Künstler:Wolfchant
Albumtitel:Echoes Of A Time Once Past
Erscheinungsdatum:13. Februar 2026
Genre:Pagan Metal, Epic Pagan Metal
Label:Southern Wolfcult Records / Edel
Spielzeit:ca. 43 Minuten

Arcades Of Time (Intro)
Under A Twilight Star
Goddess Of Fire
Lifeblood
Dem Sturme Voraus
Witchfinder
Wild Hunt
Shadows Of Doom
Echoes From The Past

🎬 Offizielles Video

Wolfchant – „Lifeblood“ – brandaktuelles offizielles Musikvideo, veröffentlicht über WOLFCHANT TUBE auf YouTube:

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