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⚽ WM mit 64 Teams: Infantino reicht die Welt nicht mehr – jetzt kommen Atlantis und Sparta
Gianni Infantino hat die Fußball-WM gerade erst von 32 auf 48 Mannschaften aufgeblasen, doch offenbar fühlt sich das Turnier noch immer unangenehm übersichtlich an. Nach dem Ende der laufenden Weltmeisterschaft müsse man deshalb „auf jeden Fall“ über 64 Teilnehmer nachdenken. Schließlich solle die ganze Welt von einer WM träumen dürfen.
Ein schöner Gedanke. Vor allem für die Konten der FIFA.
Denn Träume lassen sich hervorragend vermarkten, sobald man ihnen Anstoßzeiten, Hospitality-Pakete und einen offiziellen Wettpartner verpasst. Die aktuelle WM bringt bereits 104 Spiele in fünf Wochen hervor. Mit 64 Teams könnte der Weltverband endgültig jenen Zustand erreichen, in dem irgendwo auf der Erde zu jeder Tageszeit eine Partie läuft, deren Gruppenname niemand kennt und deren Sieger am nächsten Morgen noch einmal antreten muss.
In den Zwischenreichen gilt das nicht als Turniererweiterung, dort nennt man es interkontinentale Vollbelegung mit permanenter Werbeunterbrechung.

🌍 Die Qualifikation wird zum Meldeformular
Bei 32 Teilnehmern musste man sich für eine Weltmeisterschaft noch qualifizieren. Bei 48 reicht bereits ein ordentlicher Kontinentalverband und etwas Glück. Mit 64 Mannschaften dürfte künftig eine formlose Bestätigung genügen, dass das Land existiert, einen Ball besitzt und am Flughafen eine Art Mannschaftsbus vorweisen kann.
Für kleinere Nationen ist die Erweiterung zweifellos reizvoll. Mehr Länder erleben eine WM, Außenseiter bekommen ihre große Bühne, und gelegentlich wirft ein Team mit drei Profis, einem Hafenarbeiter und einem Linksverteidiger aus der heimischen Steuerverwaltung einen Favoriten aus dem Turnier. Genau solche Geschichten machen den Fußball groß.
Infantino zieht daraus allerdings die FIFA-typische Folgerung: Wenn ein zusätzliches Team Freude bringt, müssen 16 weitere Teams entsprechend 16-mal mehr Freude erzeugen. Nach derselben Logik müsste ein Restaurant, dessen Kuchen gut schmeckt, jedem Gast sofort die gesamte Backstube servieren.
Die WM wird dadurch irgendwann kein sportlicher Höhepunkt mehr, sondern eine Anwesenheitskontrolle der Vereinten Nationen mit schwer verständlicher Abseitsregel.
🧙 Die Zwischenreiche verlangen ihre Startplätze
Kaum war Infantinos Gedanke bekannt, meldete sich der Fußballbund der Zwischenreiche mit einer offiziellen Forderung nach mindestens sechs garantierten Plätzen. Die Begründung: Wer „die ganze Welt“ einladen wolle, dürfe jene Reiche nicht ausgrenzen, die auf gewöhnlichen Landkarten nur wegen kartografischer Feigheit fehlten.
Muränien beansprucht dabei zwei Startplätze, weil sich das Goblinkönigreich seit Jahrhunderten nicht einigen kann, ob es ein Land, drei Fürstentümer oder ein schlecht organisiertes Familientreffen ist. Das Knattermoor verlangt eine eigene Qualifikationsgruppe, lehnt jedoch Auswärtsspiele auf trockenem Rasen aus Sicherheitsgründen ab.
Auch die Grafschaft Henningen hat bereits gemeldet. Ihre Hühnerkönige weisen darauf hin, dass sie in der Weltrangliste deutlich vor mehreren Staaten lägen, wenn die FIFA endlich Tore anerkennen würde, die von Geflügel erzielt wurden.
Infantino dürfte für solche Argumente offen sein. Wichtig ist nur, dass jedes neue Reich einen eigenen Fernsehvertrag mitbringt.
🏛️ Die FIFA führt die historische Nationenquote ein
Die geplanten 16 Zusatzplätze könnten allerdings unmöglich allein an noch existierende Länder vergeben werden. Das wäre fantasielos und würde dem globalen Anspruch des Weltverbands nicht gerecht.
Der Moosverhetzer präsentiert daher die ersten Kandidaten für die neue historisch-mythische Qualifikationszone:
Atlantis
Sportlich schwer einzuschätzen, weil sämtliche Heimspiele unter Wasser stattfinden. Die FIFA prüft bereits schwimmende Eckfahnen und eine Sonderregel, nach der Ertrinken nicht automatisch als Zeitspiel gilt.
Sparta
Sparta hat angekündigt, exakt 300 Spieler zu nominieren. Auswechslungen werden aus ideologischen Gründen abgelehnt, Schienbeinschoner gelten als Zeichen mangelnder Opferbereitschaft.
Das Römische Reich
Verfügt über einen riesigen Talentpool, streitet jedoch noch darüber, welcher heutige Verband die historischen Punkte erbt. Italien, Frankreich, Spanien und Teile Nordrhein-Westfalens haben vorsorglich Einspruch eingelegt.
Troja
Defensiv traditionell stark, solange niemand ein überraschend großes Holzgeschenk vor dem Mannschaftshotel abstellt. Die Sicherheitskontrollen sollen verschärft werden.
Byzantinisches Reich
Taktisch äußerst komplex. Das Team beginnt in einer Formation, spaltet sich während der zweiten Halbzeit in mehrere Fraktionen und beendet die Partie unter einem Namen, der erst 400 Jahre später festgelegt wird.
Muränien
Die Goblinauswahl spielt ein aggressives 4-3-3 mit zwei Torhütern, versteckten Ersatzbällen und einem Schatzmeister, der noch während des Spiels versucht, den Schiedsrichter weiterzuverkaufen.
Knattermoor
Auf heimischem Sumpfboden seit 612 Jahren ungeschlagen. Drei Gegner gelten noch immer als vermisst. Die FIFA bewertet dies als „atmosphärisch anspruchsvolle Heimkulisse“.
Die Hanse
Kein Staat, aber wirtschaftlich hervorragend vernetzt. Jeder Pass wird zunächst in Lübeck verzollt, jede Flanke benötigt einen Frachtbrief. Hauptsponsor wäre vermutlich sofort vorhanden.
💰 Der wahre Traum trägt eine Premium-Plakette
Infantino spricht davon, dass die ganze Welt träumen dürfe. Das klingt nach Offenheit, Gerechtigkeit und globaler Fußballromantik. Es klingt weniger danach, dass zusätzliche Teilnehmer weitere Spiele, zusätzliche Übertragungsrechte, mehr Sponsorenflächen und neue Märkte bedeuten.
Bei der FIFA fallen Idealismus und Rechnungswesen erstaunlich häufig in denselben Sitzungsraum.
Eine 64er-WM brächte eine herrliche neue Turnierdimension hervor. Die Gruppenphase könnte so lange dauern, dass währenddessen Regierungswechsel stattfinden. Fans müssten für den vollständigen Spielplan Bildungsurlaub beantragen. Der spätere Weltmeister hätte womöglich achtzehn Partien bestritten und könnte direkt im Anschluss in die Qualifikation für das nächste Turnier einsteigen.
Das Finale würde natürlich weiterhin als größtes einzelnes Sportereignis der Welt beworben. Bis Infantino entdeckt, dass sich aus einer Finalrunde mit vier Mannschaften deutlich mehr machen lässt.
📈 Der geheime FIFA-Fahrplan bis zur vollkommenen WM
Der Moosverhetzer konnte einen mutmaßlichen Entwicklungsplan aus dem Weltverbandsarchiv rekonstruieren:
2030: 64 Mannschaften
Erstmals mit historischen Reichen und einem Qualifikanten, der nur bei Ebbe existiert.
2034: 96 Mannschaften
Jeder Kontinent erhält eigene Vorrunden, Trostrunden und eine vom Sponsor präsentierte Runde für emotional ausgeschiedene Teams.
2038: 128 Mannschaften
Die Qualifikation entfällt. Länder müssen sich aktiv abmelden, falls sie nicht teilnehmen möchten. Die Abmeldung kostet 300 Millionen Dollar.
2042: 256 Mannschaften
Vereine, Städte, ehemalige Kolonien und größere Einkaufszentren erhalten Startrecht. Die 42 Eröffnungsspiele dauern bis Weihnachten.
2046: Weltmeisterschaft aller Welten
Erste Teilnahme der Zwischenreiche, Atlantis, Mittelerde und eines Planeten, den Infantino persönlich in „FIFA Prime“ umbenannt hat.
🏆 Am Ende dürfen wirklich alle träumen
Eine größere WM kann sportlich reizvoll sein. Die aktuelle Erweiterung hat gezeigt, dass Außenseiter ein Turnier bereichern und etablierte Mannschaften sehr schnell das Gesicht eines Mannes annehmen können, der gerade gegen etwas namens Curaçao zurückliegt.
Doch irgendwo zwischen 48 und 64 beginnt die Frage, ob die Weltmeisterschaft noch die besten Mannschaften der Welt versammelt oder schlicht niemanden mehr zu Hause lassen möchte. Exklusivität gehört zum Reiz eines Turniers. Wer jeden einlädt, veranstaltet irgendwann keine WM mehr, sondern ein sehr langes Sommerfest mit Videobeweis.
Die Zwischenreiche unterstützen Infantinos Pläne dennoch geschlossen. Muränien bestellt bereits Trikots, das Knattermoor vertieft den Strafraum, und Atlantis hat bei der FIFA angefragt, ob seine Fans auch mit U-Booten in die Umweltzone des Stadions einfahren dürfen.
Der Moosverhetzer kennt deshalb schon den offiziellen Leitsatz der kommenden 64er-WM:
Die Welt ist nicht genug, aber für den Anfang nehmen wir sie trotzdem.






