Werwulf: Neuer Trailer entfesselt den Fluch bei Vollmond
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Weihnachten wird dieses Jahr deutlich haariger
📰 Was ist los?
Focus Features hat den zweiten offiziellen Trailer zu Robert Eggers’ Werwulf veröffentlicht. Das neue Material zeigt deutlich mehr vom mittelalterlichen Fluch, Aaron Taylor-Johnsons zunehmendem Kontrollverlust und Willem Dafoes Wolfsjagd. Kinostart ist am 25. Dezember.
🐛 Was denken wir?
Dass Eggers die üblichen Werwolfregeln wegwirft, könnte genau die richtige Entscheidung sein. Je weniger Silberkugeln, Vollmond-Regelwerk und bekannte Mythologie vorgegeben sind, desto fremder kann dieses Monster wieder werden. Und genau darin war Eggers bislang ziemlich gut.
Ein mittelalterliches Dorf, verstümmelte Tiere, ein Fluch und Menschen, die langsam begreifen, dass das Problem möglicherweise nicht draußen im Wald beginnt.

© Focus Features / Universal Pictures
Focus Features hat den zweiten offiziellen Trailer zu Robert Eggers’ Werwulf veröffentlicht. Passend zum Vollmond zeigt das neue Material deutlich mehr von der düsteren Welt des Films, rückt Aaron Taylor-Johnsons Figur stärker ins Zentrum und lässt Willem Dafoe als erfahrenen Wolfsjäger auf die Spur des Ungeheuers treten. Die eigentliche Verwandlung bleibt weiterhin weitgehend verborgen – und genau das scheint Absicht zu sein.
🌕 Ein Werwolf ohne silberne Kugeln
Eggers hat bereits deutlich gemacht, dass er sich von vielen späteren Werwolf-Konventionen lösen will. Silberkugeln, bekannte Hollywood-Regeln und das gesamte inzwischen fast gemütlich gewordene Werwolf-Inventar sollen in seiner Welt keine Rolle spielen.
Werwulf spielt im England des 13. Jahrhunderts, also in einer Zeit, in der ein Wolf, ein Fluch und der Teufel problemlos Teil derselben Erklärung für eine Katastrophe sein konnten. Eggers greift damit stärker auf ältere Folklore und mittelalterliche Vorstellungen vom Wolfsmenschen zurück.
Das ist wahrscheinlich der klügste Weg für diese Figur. Ein Werwolf wird deutlich unheimlicher, wenn niemand bereits das Regelbuch gelesen hat.
🎬 Bei Vollmond kommt der zweite Trailer
Der zweite offizielle Trailer zu Werwulf zeigt Robert Eggers’ mittelalterlichen Wolfsfluch deutlich ausführlicher – das eigentliche Monster bleibt weiterhin weitgehend verborgen.
🩸 Aaron Taylor-Johnson steht zunehmend im Zentrum
Der neue Trailer macht wesentlich deutlicher, dass Aaron Taylor-Johnsons Figur selbst eng mit dem Fluch verbunden ist. Zu sehen sind Verletzungen, Angst, religiöse Bilder und eine Gemeinschaft, in der das Misstrauen immer stärker wächst. Taylor-Johnson wirkt dabei zunehmend wie jemand, der längst begriffen hat, dass die Jagd nicht nur einem Tier gilt.
Wie weit seine Verwandlung geht, zeigt der Trailer bewusst nicht. Eggers setzt weiter auf Andeutungen, Körperlichkeit und die Angst davor, was irgendwann sichtbar werden könnte.
⚔️ Willem Dafoe kommt zur Wolfsjagd
Willem Dafoe bekommt diesmal deutlich mehr Raum. Seine Figur tritt als Mann auf, der die Bestie jagen soll und offenbar sehr genaue Vorstellungen davon besitzt, womit es die Dorfbewohner zu tun haben.
Dafoe und Eggers kennen sich inzwischen bestens. Nach The Lighthouse, The Northman und Nosferatu ist Werwulf bereits ihre nächste Zusammenarbeit, und ein mittelalterlicher Wolfsjäger klingt fast verdächtig exakt nach einer Rolle, die man irgendwann ohnehin für ihn hätte erfinden müssen. Zum Ensemble gehören außerdem Lily-Rose Depp, Ralph Ineson und Bodhi Rae Breathnach.
🕯️ Hingabe, Verdammnis und das Böse im Inneren
Focus beschreibt den Film als Geschichte über Hingabe, Verdammnis und das Böse im Inneren. Das deutet bereits darauf hin, dass Eggers den Werwolf weniger als gewöhnliches Filmmonster behandeln dürfte. Die Kreatur scheint zugleich körperliche Bedrohung, religiöse Vorstellung und Ausdruck eines inneren Zerfalls zu sein.
Gerade darin liegt der interessante Unterschied zu vielen modernen Werwolffilmen. Der Fluch muss nicht erst wissenschaftlich erklärt werden. Für die Menschen dieser Welt reicht vollkommen, dass etwas Böses existiert und offenbar einen menschlichen Körper gefunden hat.
🌲 Mittelalter statt Gothic-Schloss
Visuell entfernt sich Werwulf deutlich von der prachtvollen Gothic-Ästhetik von Nosferatu. Hier dominieren Schlamm, dunkle Wälder, grobe Stoffe, Feuerlicht und eine Landschaft, die bereits ohne Monster ausgesprochen unfreundlich wirkt. Kameramann Jarin Blaschke setzt erneut auf ein stark stilisiertes Bild, dessen Farben und Körnung beinahe wie beschädigtes historisches Material wirken.
Dadurch bekommt der Film etwas Rohes. Das Mittelalter wirkt nicht romantisch oder heroisch, sondern kalt, schmutzig und von Aberglauben durchzogen.
🐺 Das Monster bleibt im Schatten
Bemerkenswert ist, wie konsequent der zweite Trailer das eigentliche Wesen weiterhin zurückhält. Man sieht Folgen seiner Gewalt, hört von einem gewaltigen Wolf und bekommt kurze Hinweise auf körperliche Veränderungen. Eine große vollständige Werwolf-Enthüllung spart Focus weiterhin aus.
Für einen Film von Robert Eggers ist das vermutlich die bessere Strategie. Das Monster wird interessanter, solange wir noch nicht wissen, welche Form seine Version überhaupt annimmt.
🌕 Selbst die Werbung folgt dem Mond
Focus geht bei der Veröffentlichung des Trailers noch einen Schritt weiter. Parallel läuft ein Alternate-Reality-Game, dessen Aufgaben an die Vollmonde von September bis November gekoppelt sind.
Spieler müssen jeweils innerhalb eines begrenzten Zeitfensters versteckte Zeichen finden und entschlüsseln. Nach 24 Stunden verschwinden die jeweiligen Hinweise wieder.
Das ist Marketing, passt aber ungewöhnlich gut zum Stoff. Wenn man schon einen mittelalterlichen Werwolffilm verkauft, kann man den Mondkalender wenigstens sinnvoll nutzen.
🎄 Der Werwolf kommt zu Weihnachten
Werwulf startet am 25. Dezember 2026 im Kino. Damit macht Eggers erneut Weihnachten zur denkbar schlechtesten Zeit, um sich mit seiner Familie gemütlich einen Horrorfilm anzusehen. Nach Nosferatu folgt nun also mittelalterliche Verdammnis, Wolfsmenschen und Willem Dafoe mit Jagdauftrag.
Andere bringen Geschenke. Robert Eggers bringt offenbar lieber Flüche.





