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Aerion will groß werden
📰 Was ist los?
Herr-der-Ringe-Produzent Barrie M. Osborne arbeitet an Wars of the Drakons: The Seer’s Prophecy. Der Film soll den Auftakt eines neuen Original-Fantasy-Franchise bilden und führt in die kriegszerrissene Welt Aerion mit Königreichen, Magie und übernatürlich begabten Drakons.
🐛 Was denken wir?
Die Synopsis bedient ziemlich klassische High-Fantasy-Motive. Spannender ist deshalb zunächst der Mut dahinter: Hier soll tatsächlich eine neue Kinowelt aufgebaut werden, statt die nächste bereits bekannte Marke aus dem Regal zu holen. Jetzt muss Aerion nur noch beweisen, dass hinter seinen Drakons mehr steckt als ein großes Budget für Flügel.
🐲 Hollywood wagt wieder eigene High Fantasy: Wars of the Drakons soll ein neues Kino-Epos werden
Ein zerstrittenes Reich, eine Prophezeiung, ein brutaler König und drachenähnliche Kreaturen, mit denen ganze Kriege geführt werden. Wer darin ein gewisses Vertrauen in die klassischen Werkzeuge der High Fantasy erkennt, liegt vermutlich nicht völlig falsch. Interessanter ist bei Wars of the Drakons allerdings, was diesmal fehlt: eine Buchreihe, ein Videospiel, ein jahrzehntealtes Franchise oder irgendein anderer bekannter Markenname, an den sich Hollywood vorsichtshalber klammern könnte.

© Fantasykosmos / eigene KI-Illustration / manuell nachbearbeitet
Oscar-Preisträger Barrie M. Osborne, Produzent der kompletten Herr-der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson, arbeitet an einem neuen groß angelegten Fantasyfilm. Wars of the Drakons: The Seer’s Prophecy soll den Auftakt zu einem eigenen Franchise bilden und die Welt Aerion etablieren – einen Kontinent, dessen Königreiche ihre Machtkämpfe mit Hilfe übernatürlich begabter Drakons austragen.
Das Drehbuch stammt von Carla Romero, die das Projekt auch produziert. Osborne arbeitet außerdem mit Jeanette B. Milio und Jim Milio von Alliance Cinema zusammen. Besetzung, Regisseur und Drehorte werden bereits diskutiert, öffentlich festgelegt ist davon bislang allerdings noch nichts.
🐉 Aerions Kriege werden mit Drakons geführt
Der erste Film spielt in einer von Kriegen zerrissenen Welt, in der rivalisierende Königreiche um die Vorherrschaft kämpfen. Ihre mächtigsten Waffen sind Drakons: drachenähnliche Kreaturen mit außergewöhnlichen übernatürlichen Fähigkeiten.
Im Zentrum steht Kale D’Sar, ein legendärer Krieger und Drakon-Meister, der einem rücksichtslosen König dient. Seine Loyalität gerät ins Wanken, als ein geheimnisvoller Seher eine ziemlich ungünstige Familienprognose für seinen Herrscher verkündet.
Ausgerechnet dessen Tochter Prinzessin Kahrie soll eines Tages zu einer großen Kriegerin heranwachsen, die getrennten Königreiche Aerions vereinen und das blutige Regime ihres Vaters beenden.
Der König reagiert auf diese Information ungefähr so gelassen, wie Tyrannen in Prophezeiungen traditionell reagieren: Er beschließt, das Problem möglichst früh zu beseitigen.
Kale schließt sich daraufhin einer Verschwörung an, die Kahrie retten soll. Daraus entwickelt sich laut bisheriger Beschreibung eine Geschichte über Krieg, Verrat, Magie, verbotene Liebe, alte Geheimnisse und große Schlachten mit den titelgebenden Drakons.
⚔️ Fantasy nach ziemlich klassischem Rezept
Die bisherige Synopsis macht keinen Versuch, ihre Genre-DNA zu verstecken. Unterdrückter Kontinent, brutaler Herrscher, prophezeite Retterin, zerrissener Krieger und mächtige Drachenwesen gehören nun wahrlich nicht zu den Zutaten, die gestern zufällig hinter dem Küchenschrank entdeckt wurden.
Das muss allerdings kein Nachteil sein. Gerade große Fantasy funktioniert häufig weniger darüber, dass jemand das Königreich neu erfindet, sondern darüber, ob Figuren, Weltgeschichte und Konflikte genügend Eigenleben entwickeln.
Romero beschreibt Wars of the Drakons als langjähriges Herzensprojekt und will mit der Geschichte unter anderem Loyalität und jene Entscheidungen untersuchen, durch die Menschen zeigen, wer sie tatsächlich sind. Die konkrete Entwicklungsphase mit Osborne und dem jetzigen Produzententeam läuft seit mehr als einem halben Jahr.
Entscheidend wird sein, ob Aerion jenseits seiner Ausgangslage eine eigene Identität bekommt. Eine große digitale Kreatur kann heute praktisch jedes Studio über eine Burg fliegen lassen. Eine Fantasywelt, über die Zuschauer zehn Jahre später noch diskutieren, ist erheblich schwieriger herzustellen.
🎬 Barrie Osborne produziert wieder selbst
Der prominenteste Name hinter dem Projekt ist eindeutig Barrie M. Osborne. Er produzierte gemeinsam mit Peter Jackson und Fran Walsh die drei Herr-der-Ringe-Filme und erhielt für Die Rückkehr des Königs den Oscar für den besten Film.
Seine Karriere reicht allerdings weit darüber hinaus. Osborne arbeitete unter anderem an Face/Off und The Matrix und war später als Executive Producer an Produktionen wie The Great Gatsby, The Meg, Mulan und zuletzt Francis Ford Coppolas Megalopolis beteiligt.
Wars of the Drakons markiert nun seine erste reguläre Produzentenrolle seit mehr als einem Jahrzehnt.
Osborne spricht bereits von einem Fantasyabenteuer „im großen Stil“. Die derzeit erwogenen Darsteller, Teams und Drehorte sollen seiner Einschätzung nach die Größe des Drehbuchs entsprechend auf die Leinwand bringen.
Das ist noch keine Produktionsgarantie. Es zeigt aber, dass hier kein kleines Kammerspiel geplant wird, bei dem der Drakon vorsichtshalber nur hinter einer Scheune brüllt.
🌍 Ein neues Franchise ohne Sicherheitsnetz
Der vielleicht spannendste Punkt steckt deshalb gar nicht in der Prophezeiung. Wars of the Drakons soll von Anfang an als neues Fantasy-Franchise aufgebaut werden und basiert auf einer Originalgeschichte.
Das ist im heutigen Großkino bemerkenswert. Gerade hochbudgetierte Fantasyfilme entstehen häufig aus etablierten Büchern, Games oder bereits erfolgreichen Marken, weil ein vollständig neues Universum erheblich mehr finanzielles Risiko bedeutet.
Hier soll das Publikum Aerion, Kale D’Sar, Kahrie und die Drakons erst kennenlernen. Es gibt keine jahrzehntealte Fangemeinde, die allein wegen des Titels am ersten Wochenende ein Kinoticket kauft.
Genau darin liegt zugleich der Reiz. Wenn jedes neue Fantasyprojekt bereits drei Vorgänger, zwölf Romane und einen Streaming-Ableger braucht, bevor die erste Kamera läuft, wird das Genre irgendwann erstaunlich klein.
🏰 Noch steht Aerion vor allem auf Papier
Trotz der großen Pläne befindet sich Wars of the Drakons weiterhin in einer frühen Phase. Ein Regisseur wurde nicht bekanntgegeben, Schauspieler sind noch nicht verpflichtet und ein Produktionsbeginn steht ebenso wenig fest wie ein Kinostart.
Auch einen großen Studio- oder Verleihpartner nennt die aktuelle Ankündigung bislang nicht. Der Franchise-Plan ist deshalb zunächst genau das: ein Plan.
Gerade bei einem Projekt, das Königreiche, Magie und groß angelegte Drakon-Schlachten verspricht, dürfte die Finanzierung eine entscheidende Rolle spielen. High Fantasy gehört zu jenen Genres, bei denen ein ambitioniertes Drehbuch erstaunlich schnell ein ambitioniertes Budget entwickelt.
Trotzdem ist die Meldung bemerkenswert. Einer der Produzenten, die vor mehr als zwei Jahrzehnten gezeigt haben, dass große Fantasy im Kino funktionieren kann, setzt noch einmal auf ein neues Universum, das nicht bereits aus einer anderen Medienwelt importiert wurde.
Ob Aerion tatsächlich das nächste große Fantasyreich des Kinos wird, ist völlig offen. Aber wenigstens muss diesmal niemand vorher acht Romane lesen, um zu verstehen, was an diesen Drachen jetzt so toll sein soll.






