V/H/S/MIXTAPE macht Musik zum Albtraum – erster Blick auf Ernest Dickersons Mr. Sze
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📰 Was ist los?
Neue Bilder und Storydetails zeigen erstmals Ernest Dickersons The Music of Mr. Sze aus V/H/S/MIXTAPE. Ein Filmstudent porträtiert darin einen zurückgezogen lebenden Musiker und stößt auf etwas Übernatürliches. Der gesamte Anthologiefilm verbindet Musik und Klang mit unterschiedlichen Formen von Horror.
🐛 Was denken wir?
Die Mischung ist ziemlich reizvoll, weil hier nicht einfach bekannte Musiker als prominente Namen auf ein Horrorprojekt geklebt werden. RZA, Flying Lotus, Tobias Forge, GWAR und Dickerson nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen, während Sound selbst zum verbindenden Schrecken wird.
Bei V/H/S/MIXTAPE wird Musik nicht zur Begleitung des Horrors, sondern zu seiner Ursache. Kurz vor dem Start der neuen Anthologie gibt es nun erstmals einen genaueren Blick auf The Music of Mr. Sze, das Segment von Ernest Dickerson. Darin beginnt ein harmlos wirkendes studentisches Filmprojekt mit der Suche nach einem zurückgezogen lebenden Musiker – und scheint ziemlich schnell in etwas Übernatürliches abzurutschen.

V/H/S/MIXTAPE startet am 9. Oktober bei Shudder und baut seinen gesamten Horror diesmal um Klang, Rhythmus, Musik und Aufnahmegeräte herum. Neben Dickerson sind unter anderem RZA, Flying Lotus, Tobias Forge von Ghost, David Moreau und Renee Zhan beteiligt, während GWAR und Jim Henson’s Creature Shop das ohnehin ziemlich wilde Paket noch weiter aufdrehen.
🎥 Ein Student sucht einen Musiker – und findet offenbar mehr als geplant
Im Mittelpunkt von The Music of Mr. Sze steht ein Filmstudent, der für ein Dokumentarprojekt die Geschichte eines zurückgezogen lebenden Musikers festhalten möchte. Jihad Brent spielt den jungen Dokumentarfilmer, während Alex Hsu den geheimnisvollen Mr. Sze übernimmt.
Die ersten Bilder deuten bereits an, dass sich die Begegnung kaum auf ein schwieriges Künstlerporträt beschränken wird. Mr. Sze wirkt zunehmend entrückt, einzelne Aufnahmen spielen mit unnatürlichem Licht und besonders seine auffällig beleuchteten Augen lassen vermuten, dass hinter seiner Musik etwas steckt, das besser nicht vollständig verstanden wird.
Dickerson bekommt damit einen Stoff, der ausgezeichnet zu seiner visuellen Handschrift passt. Statt Horror nur über das zu erzeugen, was vor der Kamera geschieht, kann The Music of Mr. Sze mit Aufnahme, Ton, Wahrnehmung und der Frage spielen, ob die Dokumentation möglicherweise selbst Teil des Problems wird.
🎬 V/H/S/MIXTAPE – offizieller Trailer
Musik, Puppen, Found Footage und sehr schlechte Schwingungen: Der offizielle Trailer zeigt, wie V/H/S/MIXTAPE Klang zur Quelle des Horrors macht.
🎶 Diesmal ist der Sound selbst die Bedrohung
Der gemeinsame Nenner von V/H/S/MIXTAPE ist deutlich enger gefasst als bei vielen früheren Teilen. Sämtliche Geschichten kreisen darum, wie Musik und Klang Menschen beeinflussen, manipulieren oder zerstören können.
Das eröffnet dem Found-Footage-Format ziemlich viele Möglichkeiten. Ein Bild lässt sich wegdrehen, eine Kamera ausschalten oder eine Tür schließen. Ein Geräusch funktioniert anders: Es kann durch Wände dringen, aufgenommen, wieder abgespielt und weitergegeben werden.
Gerade darin liegt eine unangenehme Vorstellung. Wenn ein bestimmter Klang selbst zur Gefahr wird, verwandelt sich jedes Mikrofon und jeder Lautsprecher plötzlich in ein mögliches Übertragungsmedium.
🔊 RZA sucht nach dem ultimativen Track
Auch RZA nähert sich dem Thema direkt über Musik. Sein Segment Death Tone folgt einer jungen Toningenieurin, die den Anweisungen ihres verstorbenen Vaters folgt und versucht, einen ultimativen Track zu erschaffen.
Schon die Ausgangslage klingt nach genau jener Sorte Horror, bei der kreative Besessenheit ziemlich schnell zum Problem wird. Musikproduktion wird hier weniger zur Kunst als zu einem Experiment, bei dem womöglich irgendwann niemand mehr genau weiß, was eigentlich aufgenommen wurde.
Damit nutzt V/H/S/MIXTAPE Musik nicht bloß als dekorative Verbindung zwischen mehreren Geschichten. Die einzelnen Segmente greifen unterschiedliche Bereiche auf: Künstler, Technik, Performance, Aufnahme und die körperliche Wirkung von Sound.
🧸 Jim Henson’s Creature Shop baut den Puppenalbtraum
Noch einmal völlig anders funktioniert Dance, Dance, Dance, Dance von Renee Zhan. Darin versucht ein Studio, eine längst eingestellte Puppensendung mit mysteriöser Vergangenheit wiederzubeleben.
Für die Kreaturen arbeitet die Produktion mit Jim Henson’s Creature Shop zusammen. Ausgerechnet eine Institution, die viele Zuschauer mit freundlichsten Kindheitserinnerungen verbinden, liefert damit praktische Puppeneffekte für einen V/H/S-Film.
Das dürfte einer der visuellen Kontraste werden, die besonders gut hängen bleiben können. Niedliche Fernseherinnerungen besitzen schließlich schon unter normalen Umständen etwas merkwürdig Zeitloses – sobald dieselben Formen plötzlich falsch reagieren, braucht es meist erstaunlich wenig, um daraus Horror zu machen.
📡 Ein stillgelegtes Militärlabor experimentiert mit Schall
David Moreau schickt in Heartbeat zwei Urbex-YouTuber in eine stillgelegte militärische Anlage. Dort wurden offenbar Experimente mit Schall durchgeführt, und selbstverständlich entwickelt sich der Ausflug weniger dokumentarisch, als die beiden Influencer gehofft hatten.
Gerade das passt perfekt zum Grundkonzept. Militärische Soundexperimente verbinden technische Bedrohung mit etwas Unsichtbarem, dessen Wirkung sich erst am menschlichen Körper bemerkbar macht.
Während Dickerson stärker über Musiker und Wahrnehmung arbeitet, kann Heartbeat die physische Seite von Klang ausspielen. Ein Ton muss schließlich nicht einmal bewusst gehört werden, um unangenehme Auswirkungen zu besitzen.
🤘 GWAR moderiert offenbar MTV aus der Hölle
Die Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten übernimmt ausgerechnet GWAR. Die Shock-Metal-Truppe führt durch Sketche und Musikvideos in einer Art höllischer MTV-Sendung und dürfte damit dafür sorgen, dass selbst die Übergänge kaum Gelegenheit zum Durchatmen bieten.
Dazu kommen eigens inszenierte Musikvideo-Passagen von Flying Lotus und Tobias Forge. Für Forge, bekannt als kreativer Kopf hinter Ghost, ist es zugleich das Regiedebüt.
Damit wird V/H/S/MIXTAPE stellenweise fast zu einem echten Mixtape aus Kurzfilm, Musikvideo, grotesker Fernsehshow und Found Footage. Genau diese Form könnte dem inzwischen neunten Teil der Reihe helfen, wieder eine deutlich eigene Identität zu entwickeln.
📼 V/H/S braucht nach neun Filmen neue Spielregeln
Die Reihe existiert inzwischen seit 2012 und hat ihre Grundidee in sehr unterschiedliche Richtungen bewegt. Found Footage bleibt das Fundament, doch jeder neue Teil braucht inzwischen einen klaren Haken, damit nicht einfach nur die nächste Sammlung verwackelter Kameras entsteht.
Der Musikfokus ist dafür erstaunlich geeignet. Aufnahmegeräte gehören ohnehin zur DNA von V/H/S, und Ton war innerhalb des Formats schon immer mindestens so wichtig wie das Bild.
V/H/S/MIXTAPE zieht daraus nun die logische Konsequenz und macht genau das zum Monster, was sonst häufig nur für Atmosphäre sorgt.
Am 9. Oktober können wir hören, wie schlecht diese Idee für die Beteiligten ausgeht. Kopfhörer sind dabei vermutlich entweder die beste oder die denkbar schlechteste Entscheidung.





