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🥵 Der Ventilator ist jetzt Gefährder und Deutschland schwitzt amtlich weiter
Deutschland hat den Sommer entdeckt. Natürlich nicht als warme Jahreszeit, sondern als Gefahrenlage mit Umluftbetrieb. Findet zumindest die IG Metall.
Ventilatoren verschaffen zwar Kühlung, doch sie können Staub, Pollen und Tröpfchen verteilen. Mobile Klimageräte sind laut, verursachen Zugluft und bedrohen den Nacken. Empfohlen werden stattdessen geschlossene Rollläden und nächtliches Lüften.
Der moderne Hitzeschutz besteht damit im Wesentlichen daraus, morgens ein Büro zu betreten, das seit Sonnenuntergang wie eine stillgelegte Gruft behandelt wurde.

Der Schreibtischventilator kommt in Einzelhaft
Ventilatoren sollen möglichst nur in Einzelbüros laufen. Dort dürfen sie ihren Besitzer exklusiv mit dessen eigenem Staub bewerfen, ohne unbeteiligte Kollegen mit in den Luftstrom hineinzuziehen.
Im Großraumbüro bleibt der Ventilator dagegen höchst verdächtig. Er bewegt Luft ohne Formular, verteilt Dinge über Abteilungsgrenzen und erzeugt eine spürbare Wirkung. Damit erfüllt er gleich drei Tatbestände, die in deutschen Verwaltungen grundsätzlich Misstrauen auslösen.
Wovor jetzt ebenfalls gewarnt werden muss
Eiswürfel
Kühlen Getränke unkontrolliert herunter, besitzen scharfe Kanten und hinterlassen nach dem Schmelzen nicht dokumentierte Wassermengen. Im Büro nur mit Auffangwanne, Helm und in Anwesenheit eines betrieblichen Tauwasserbeauftragten verwenden.
Mineralwasser
Enthält Kohlensäure, die beim Öffnen plötzlich entweichen kann. Außerdem besteht die Gefahr, dass Beschäftigte häufiger zur Toilette gehen und dort den gesamten Produktivitätsplan des zweiten Quartals zerstören.
T-Shirts
Kurze Ärmel setzen große Teile des Unterarms ungeschützt der Büroluft aus. Weiße Modelle können Sonnenlicht reflektieren, schwarze speichern Wärme, bunte sorgen für Unruhe im Organigramm. Empfohlen wird ein frisches Behördengrau mit hitzebeständigem Kragen und mittellangen Armen.
Wassermelonen
Hoher Flüssigkeitsanteil, schwer zu heben, schwer zu schneiden und voller Kerne, die bei unachtsamem Verzehr zu Geschossen werden können. Ganze Früchte dürfen nur von mindestens zwei eingewiesenen Personen bewegt werden.
Offene Fenster
Lassen zwar frische Luft herein, gleichzeitig aber Hitze, Lärm, Insekten und gelegentlich verstärkte Gedanken an Feierabend. Vor dem Öffnen ist eine Gefährdungsbeurteilung der Außenwelt vorzunehmen.
Schatten
Kann die Temperatur senken, erschwert jedoch die Sichtbarkeit der Beschäftigten. Wer zu lange im Schatten sitzt, könnte vom Vorgesetzten für abwesend gehalten werden und versehentlich eine Beförderung erhalten.
Schweiß
Verdunstet ohne technische Prüfung auf der Haut und erzeugt damit eine private Kühlwirkung am offiziellen Hitzeschutzkonzept vorbei. Hier besteht ebenfalls dringender Regelungsbedarf.
Das Bundesschwitzgesetz ist überfällig
Der logische nächste Schritt wäre ein bundesweites Schwitzverbot am Arbeitsplatz.
Zwischen 8 und 17 Uhr dürften Beschäftigte höchstens drei klar erkennbare Schweißperlen bilden. Jede weitere wäre beim betrieblichen Feuchtigkeitsbeauftragten anzumelden. Starkes Schwitzen müsste vorab beantragt werden, spontanes Schwitzen bliebe Notfällen vorbehalten.
Bei mehr als 30 Grad würde nicht etwa das Büro geschlossen. Stattdessen bekäme jeder Beschäftigte ein Merkblatt über angemessenes Trockenbleiben. Über 35 Grad dürfte das Merkblatt als Fächer benutzt werden, sofern dadurch keine problematische Umluft entsteht.
Die Zwischenreiche haben längst reagiert
In den Zwischenreichen wurde die sommerliche Büroarbeit bereits vollständig neu organisiert.
Die Zwerge von Metallurien verlegen sämtliche Behörden zwölf Stockwerke unter die Erde. Dort herrschen zwölf Grad, ewige Dunkelheit und eine Luftfeuchtigkeit, bei der Akten von selbst zu Pilzen werden.
Einige Elbenvölker beschäftigen für jedes Büro einen Windmagier. Der darf allerdings nur wedeln, wenn sämtliche Anwesenden schriftlich bestätigt haben, weder Pollen noch Haare zu besitzen.
Orks lösen das Problem durch Abschaffung der Oberbekleidung. Seitdem sind die Büros kühler, dafür finden dort keine Kundentermine mehr statt.
Im Koboldkönigreich Knattermoor stellt man nur noch Untote ein. Sie schwitzen nicht, brauchen kein Trinkwasser und stellen auch nach 35 Grad keine Fragen zum Arbeitsschutz. Personalabteilungen bezeichnen das Modell als zukunftsfähig.
Die Drachengrafschaft Mumpflingen hat Hitze vollständig verboten. Seit dem Erlass werden an warmen Tagen sämtliche Thermometer beschlagnahmt. Die Temperaturen sind dadurch statistisch deutlich gefallen.




