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Venger – Times Of Legend
🧿 Kurzfazit
Klassischer Heavy Metal mit Fantasy-Flair, Kino im Kopf und einem 16-Bit-Labyrinth als Türsteher: Venger verbinden riffgetriebene Erdung mit Synth-Atmosphäre, ohne in Plastik-Bombast zu kippen. Das wirkt wie ein Abenteuer-Modul, das du wirklich spielen willst, nicht wie Deko im Regal.
🎯 Für wen?
Für alle, die klassischen Heavy Metal mögen, aber bei Mythen, Horror, Folklore und Nerd-Lore nicht panisch das Weihwasser holen. Wenn du Saxon wegen der Gitarrenliebe schätzt, Roadwolf wegen der rauen Stimme magst und bei „cinematic“ eher Gänsehaut als „Trailer-Sprecher“ denkst, bist du hier richtig.
🎧 Wie klingt das?
iffs und Leads stehen klar im Zentrum, logisch, wenn zwei Gitarristen das Projekt antreiben. Dazu Synths und Chöre als Nebelmaschine, aber nicht als Tapete: eher Stimmungsmacher für Szenenwechsel. Das Ganze bleibt überwiegend im gehobenen Midtempo, wirkt aber nicht eintönig, weil Melodien, Soli und Refrains konstant kleine Haken schlagen.
💿 Highlights
From Worlds Unknown, Pharaoh’s Curse, Impaler Of Souls, Navigate The Labyrinth
⚠️ Nichts für dich, wenn…
du entweder ultrapuristischen 80er-Heavy-Metal ohne Synth-Schimmer willst oder moderne Hochglanz-Power-Metal-Überladung.
Venger sind so ein Projekt, bei dem die Namen der Beteiligten erst mal wie Warnleuchten blinken: Saxon-Gitarrist Doug Scarratt plus James Fogarty (Old Forest, Ewigkeit, früher In The Woods), dazu Franz Bauer (Roadwolf) und Sven Rothe am Schlagzeug. Das könnte locker in die Kategorie „Feierabend-Supergroup“ passen, die einmal kurz glänzt und dann im Proberaumstaub verschwindet. Tut es hier aber nicht, weil Times Of Legend ein echtes Konzeptalbum-Gefühl erzeugt, ohne sich dabei selbst in Konzeptgelaber zu ertränken.
Und ja: Der Bandname kommt nicht aus dem Zufallsgenerator, sondern ist ein fetter Nerd-Anker. Venger verweist auf den gleichnamigen Zauberer aus Dungeons & Dragons. Das ist schon mal die Sorte Selbstbewusstsein, die wir mögen: nicht „wir sind mysteriös“, sondern „wir sind nerdig und meinen das ernst“.
Musikalisch ist die Platte in ihrem Kern klassischer Heavy Metal, melodisch, riffstabil, mit Leads, die mehr erzählen wollen als nur „guck mal, wie schnell ich bin“. Die Synths sind dabei nicht der heimliche Chef, sondern der Szenenbildner: sie schieben Atmosphäre unter die Songs, damit Titel wie Pharaoh’s Curse oder Séance eben nicht bloß wie Namensschilder klingen, sondern wie Türen, die sich herrlich knarrend öffnen.
Was uns an den Tracks gefällt, ist diese cineastische Klarheit: Du hast nicht das Gefühl, dass dir jemand eine Wand aus Sound hinstellt und „Interpretier mal“ ruft. Stattdessen bekommst du stabile Songkörper, und in den Zwischenräumen steht die Welt. Genau das macht Times Of Legend so angenehm hörbar: Es ist klingende Fantasy, aber kein albernes Kostümfest.
🎧 Was erwartet dich?
- Genre(s): Heavy-Metal mit Hard-Rock-Anteil
- Vergleichbar mit: klassischer Heavy-Metal mit Gitarrenfokus, dazu ein Hauch Filmhorror-Atmosphäre
- Klangfarbe: Riff-getrieben, warm metallisch, leicht düster eingefärbt, mit Synths wie Kerzenlicht im Dungeon
✨ Highlights
From Worlds Unknown
Der Opener ist ein sauberer Haken. Riff sitzt, Refrain greift, und das Thema hat genau diese Mystery-Note, die nicht albern wird, sondern neugierig macht.
Pharaoh’s Curse
Hier kommt der exotische Einschlag, ohne dass der Song zur Touristenfalle wird. Leichte Orient-Färbung, solide Midtempo-Wucht, und genug Melodie, damit der Fluch des Pharaos nicht nur Kulisse bleibt.
Impaler Of Souls
Der Einstieg wirkt wie ein flatternder Horror-Vorhang, dann schiebt der Song ordentlich Druck nach. Genau der Track, der zeigt, dass Venger nicht nur „klassisch“ können, sondern auch äußerst dramatisch.
🎨 Artwork
Monster-MTG trifft D&D-Posterwand: Das Cover von Times Of Legend ist eine komplette Setlist in Bildform: unten ein Labyrinth, das wie ein Endgame-Level aussieht, in der Mitte ein Stonehenge-Kreis als Ritual-Checkpoint – und darüber ein Best-of der Mythos- und Horrorabteilung, vom Minotaurus bis zum Frankenstein-Gesicht, als würden sie gleich die Questbriefings verteilen. Das ist bewusst nicht subtil, aber genau dadurch wirkt es: Du weißt nach drei Sekunden, was du bekommst – Legendenstoff, Dungeon-Atmosphäre, ein bisschen Filmnacht und ein Album, das lieber erzählt als sich modern-minimalistisch wegzuducken.
🪦 Besondere Momente
Gitarrenarbeit als Chefsache: Das Projekt klingt nicht nach SAXON-Kopie, obwohl Scarratts Handschrift bei den Gitarren natürlich spürbar ist. Es ist eher „klassischer Metal“, der sein eigenes Thema entfaltet.
Synths als Atmosphäre, nicht als Kitsch: Sie machen das Konzept hörbar, ohne den Metal weichzuspülen.
Gesang im Mix leicht zurückgesetzt: Die Stimme wirkt stellenweise wie hinter einer dünnen Schicht Glas, was den düsteren Charakter sogar verstärkt, aber nicht jeder wird das lieben.
Tempo-Disziplin: Viel Midtempo, wenig Sprint, dafür wirkt das Album geschlossen und wie aus einem Guss.
🪓 Fazit
Venger sind ein frisches Projekt (Startpunkt 2024, erste Tracks, dann Albumlauf), aber nicht aus dem Nichts: Die beteiligten Musiker bringen genug Szene-DNA mit, um ein Debüt wie ein „echtes Album“ wirken zu lassen, nicht wie eine Sammlung Demos. Inhaltlich geht es sehr bewusst um Fantasy, Folklore, Geschichte und filmische Erzählmuster, als Gegenentwurf zu „Metal sollte immer nur über Metal reden“.
Times Of Legend ist ein Debüt, das nicht mit Revolution droht, sondern mit Handwerk überzeugt: starke Gitarrenarbeit, solide Songs, genug Atmosphäre fürs Kopfkino, und ein Konzept, das Spaß macht, ohne peinlich zu werden. Unter dem Strich ist das genau die Sorte Platte, die man Anfang Januar braucht: kein Jahresrückblick, kein Weltschmerz, sondern ein sauberer, riffender Legendenmarsch. Und darum: Frohes Neues, so kann es nur ein gutes werden!

| Künstler: | Venger |
| Albumtitel: | Times Of Legend |
| Erscheinungsdatum: | 9. Januar 2026 |
| Genre: | Heavy Metal |
| Label: | Silver Lining Music |
| Spielzeit: | ca. 41 Minuten |
From Worlds Unknown
Pharaoh’s Curse
Navigate The Labyrinth
Crystal Gazer
The Legend Still Remains
Séance
Throw The Switch
Impaler Of Souls
Tower Of Babel
🎬 Offizielles Musikvideo
„From Worlds Unknown“ – der Einstieg ins Legendenmodul: Riffs, Mystery-Vibe und genau die Sorte „Stonehenge um Mitternacht“-Stimmung, die das Album verspricht.
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