Vaiana strandet an den Kinokassen – ist Disneys Remake-Zauber verbraucht?

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Vaiana findet die nächste Welle nicht

📰 Was ist los?
Der Vaiana-Realfilm startete weltweit mit rund 95 Millionen Dollar. Bei gemeldeten Produktionskosten von 250 Millionen und hohen Marketingausgaben rechnen Branchenbeobachter derzeit mit einem möglichen Verlust von 100 bis 125 Millionen Dollar. Die Prognose ist noch kein endgültiges Ergebnis.

🐛 Was denken wir?
Disney hat die Geschichte womöglich zu früh noch einmal erzählt. Nur 19 Monate nach dem Milliardenerfolg von Vaiana 2 wirkt die Realverfilmung weniger wie eine Rückkehr als wie eine Wiederholung, für die das Publikum diesmal fast 400 Millionen Dollar Begeisterung liefern sollte.

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🌊 Vaiana strandet an den Kinokassen – ist Disneys Remake-Zauber verbraucht?

Disney schickte Vaiana ein zweites Mal über denselben Ozean. Doch am ersten Wochenende wollten offenbar deutlich weniger Menschen mitsegeln als erhofft. Die Realverfilmung spielte weltweit rund 95 Millionen Dollar ein – viel Geld für einen normalen Kinofilm, aber ein bedrohlich kleiner Anfang für eine Produktion, deren Herstellung und Vermarktung zusammen beinahe 400 Millionen Dollar verschlungen haben sollen.

Eine aufwendig gebaute polynesische Filmkulisse mit gestrandeter Segelkanu vor einem beinahe leeren Kinosaal.

Branchenprognosen rechnen derzeit mit einem möglichen Verlust von 100 bis 125 Millionen Dollar. Diese Rechnung ist noch nicht abgeschlossen. Doch schon jetzt stellt sich eine unangenehme Frage: Hat Disney die Geschichte vielleicht noch einmal verfilmt, bevor das Publikum überhaupt Zeit hatte, sie zu vermissen?

🏝️ Platz eins – und trotzdem gefährlich nah am Riff

In Nordamerika landete Vaiana mit 43 Millionen Dollar zwar an der Spitze der Kinocharts. International kamen weitere 52 Millionen hinzu. Für einen der teuersten Filme des Jahres ist das allerdings kein triumphaler Aufbruch, sondern eher jener Moment, in dem die Mannschaft bemerkt, dass bereits kurz hinter dem Hafen Wasser ins Boot läuft.

🎬 Offizieller Trailer

Vaiana kehrt mit Maui, Ozean und vertrauten Liedern ins Kino zurück – doch der große Aufwand reichte bislang nicht für den erhofften Besucheransturm.

Das gemeldete Produktionsbudget von rund 250 Millionen Dollar wäre allein schon gewaltig. Mit den geschätzten Marketingausgaben steigt der Einsatz auf fast 400 Millionen. Natürlich muss ein Kinofilm diese Summe nicht vollständig an den Kinokassen einspielen, bevor später Streaming, Verkauf und weitere Verwertungswege hinzukommen. Gleichzeitig landet auch nicht jeder Dollar aus dem Ticketverkauf beim Studio.

Deshalb ist der schwache Start so problematisch. Ein Film dieser Größenordnung braucht nicht bloß ein ordentliches Wochenende, sondern wochenlange Zugkraft. Im Moment deutet wenig darauf hin, dass Vaiana dieselbe Welle erwischt wie frühere Disney-Realfilme.

🐚 Das Publikum kennt diese Reise noch ziemlich genau

Das grundlegende Problem liegt womöglich nicht in Vaiana selbst begründet. Die Figur ist beliebt, der Animationsfilm von 2016 gehört zu Disneys dauerhaft erfolgreichsten Produktionen, und Vaiana 2 übersprang erst Ende 2024 weltweit die Milliardengrenze.

Genau das könnte dem Realfilm nun schaden. Zwischen der Fortsetzung und der neuen Version der Ursprungsgeschichte liegen lediglich 19 Monate. Disney verlangt also nicht, dass eine alte Kindheitserinnerung nach langer Zeit neu entdeckt wird. Das Publikum soll fast unmittelbar nach dem erfolgreichen zweiten Kapitel noch einmal zum Beginn zurückkehren.

Frühere Neuverfilmungen konnten von einem zeitlichen Abstand profitieren. Zwischen den Zeichentrickklassikern und Filmen wie Die Schöne und das Biest oder Der König der Löwen lagen Jahrzehnte. Eltern brachten ihre Kinder mit, während die eigene Erinnerung längst weich genug geworden war, um sich nach einer neuen Fassung zu sehnen.

Bei Vaiana ist die Erinnerung noch nicht weich. Sie steht mit einer Milliarde Dollar Umsatz praktisch noch im Flur und hat die Jacke nicht einmal ausgezogen.

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🎬 Eine Realverfilmung, die kaum etwas neu erfindet

Hinzu kommt die Nähe zum Animationsfilm. Die Neuauflage erzählt weitgehend dieselbe Reise mit denselben Figuren, Liedern und großen Stationen. Der Ozean sieht realistischer aus, Maui besitzt nun einen echten menschlichen Körper, und die Inselwelt wurde mit erheblichem Aufwand nachgebaut. Doch der bloße Wechsel vom Animationsbild zur Kamera liefert nicht automatisch einen neuen Grund, die Geschichte noch einmal zu erleben.

Genau hier gerät Disneys Remake-Modell an seine Grenze. Die erfolgreichsten Neuverfilmungen konnten lange Zeit allein mit dem Versprechen locken, bekannte Magie nun „wirklich“ sichtbar zu machen. Inzwischen sind digitale Tiere, computergenerierte Landschaften und beinahe vollständig künstliche Bildwelten selbst zum Standard geworden.

Wenn eine Realverfilmung am Ende wieder aus so vielen digitalen Elementen besteht, dass sie fast wie ein anderer Animationsfilm wirkt, verliert das Wort „Real“ einen großen Teil seines Zaubers. Dann bleibt vor allem die Wiederholung.

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🍿 Drei Familienfilme, aber nur ein freier Nachmittag

Der Start erfolgte außerdem in einem überfüllten Markt. Minions & Monsters läuft bereits, Toy Story 5 hält sich weiterhin stark, und Familien müssen entscheiden, welchem bekannten Franchise sie ihr Kinobudget geben.

Das erklärt einen Teil der Zahlen, aber nicht alles. Ein wirklich zwingendes Ereignis setzt sich gewöhnlich auch gegen Konkurrenz durch. Vaiana wirkt bislang eher wie die dritte bekannte Mahlzeit auf einem Tisch, an dem die meisten Familien bereits nach der zweiten satt sind.

Ganz abgeschrieben ist der Film trotzdem nicht. Die Reaktionen der tatsächlichen Kinobesucher fallen deutlich freundlicher aus als viele Kritiken. Gute Mundpropaganda könnte den Absturz bremsen. Außerdem besitzt die Marke international erhebliche Kraft und wird später im Streaming kaum unbemerkt bleiben.

Nur hilft ein erfolgreicher Streamingstart nicht vollständig gegen die Erkenntnis, dass ein beinahe 400 Millionen Dollar teurer Kinofilm zunächst einmal Menschen ins Kino bringen sollte.

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🪝 Disney hat den Bogen zu früh ein zweites Mal gespannt

Der mögliche Verlust von 100 bis 125 Millionen Dollar steht noch nicht fest. Doch selbst wenn Vaiana in den kommenden Wochen Boden gutmacht, bleibt der Auftakt ein Warnsignal. Disney kann nicht unbegrenzt davon ausgehen, dass jede geliebte Animationsgeschichte allein durch echte Kostüme, digitale Kulissen und vertraute Lieder erneut zum Ereignis wird.

Der Realfilm scheitert bislang nicht daran, dass niemand Vaiana mag. Vielleicht scheitert er gerade daran, dass alle Vaiana noch sehr gut kennen.

Disney wollte der Geschichte ein zweites Leben schenken. Doch der erste Kinostart legt nahe, dass ihr erstes noch gar nicht vorbei war.

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