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Drei Fantasywesen, ein ziemlich persönlicher Feldzug
📰 Was ist los?
Vaewolf wurde für Anfang 2027 angekündigt. Eine junge Elfe wird nach dem Mord an ihrer Familie mit dem Werwolffluch infiziert, später von einem Vampir ausgebildet und kann im Kampf schließlich frei zwischen elfischen, vampirischen und lykanthropischen Fähigkeiten wechseln.
🐛 Was denken wir?
Der interessante Punkt ist nicht die bloße Ansammlung bekannter Fantasywesen, sondern dass Milky Tea daraus ein einziges Kampfsystem baut. Wenn der permanente Formwechsel wirklich Builds und Gefechte prägt, besitzt Vaewolf genug Eigenständigkeit, um sich aus der Masse der Roguelites herauszuarbeiten.
🩸 Von Werwölfen gebissen, von Vampiren ausgebildet: Vaewolf schickt eine Elfe auf Rachefeldzug
Es gibt Fantasyhelden, die ein Schwert finden, einen Zauber lernen und anschließend losziehen. Die Hauptfigur von Vaewolf nimmt einen etwas komplizierteren Bildungsweg. Sie beginnt als junge Elfe, verliert ihre Familie an einen Wikingerclan, wird mit dem Fluch der Werwölfe infiziert und gerät später unter die Fittiche eines Vampirs. Am Ende dieses bemerkenswert schlechten Lebensabschnitts kann sie immerhin etwas, das ihren Gegnern Probleme bereiten dürfte: zwischen Elfe, Werwolf und Vampir wechseln.

Das britische Studio Milky Tea hat Vaewolf auf der Gamescom enthüllt. Das düstere Action-RPG mit Roguelite-Struktur soll Anfang 2027 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 erscheinen und verlegt seinen übernatürlichen Rachefeldzug in eine fantastische Variante Nordenglands während der Wikingerzeit.
Schauplatz ist ausgerechnet der Lake District. Zwischen Bergen, Seen, Ruinen und unterirdischen Regionen wird aus der heute idyllischen Landschaft eine von nordischen Einflüssen, Werwölfen und Vampiren bevölkerte Dark-Fantasy-Welt. Schon das macht Vaewolf angenehmerweise etwas eigenwilliger als den nächsten namenlosen Kontinent mit hundert Jahre altem Dämonenkönig.
🐺 Drei Wesen teilen sich einen Rachefeldzug
Die drei Gestalten sind nicht bloß unterschiedliche Skins für denselben Angriffssatz. Jede Form besitzt eine klar erkennbare Aufgabe. Als Elfe setzt die Hauptfigur auf Präzision und ihren Bogen, die Werwolfgestalt liefert rohe körperliche Gewalt, während die Vampirseite dunkle Magie ins Arsenal bringt.
Entscheidend ist, dass diese Formen nicht vor einer Mission ausgewählt werden. Der Wechsel soll mitten im Kampf stattfinden und ausdrücklich zum Rhythmus der Gefechte gehören. Einen Gegner zunächst mit Pfeilen auf Distanz zu bearbeiten, anschließend als Werwolf in die Gruppe zu springen und den Kampf mit vampirischen Kräften zu kontrollieren, gehört damit zur Grundidee des Systems.
Gerade das könnte Vaewolf von einem gewöhnlichen Charakter-Action-RPG unterscheiden. Viele Spiele geben ihrer Figur mehrere Waffen. Hier werden gleich unterschiedliche Fantasy-Archetypen zum Werkzeugkasten – samt eigener Körperlichkeit und eigener Vorstellung davon, wie ein Problem vernünftigerweise beseitigt wird.
🧝 Am Anfang steht eine Elfe mit ausgesprochen schlechtem Glück
Der Ausgangspunkt ist wesentlich tragischer. Die Familie der jungen Elfe wird von einem Wikingerclan ausgelöscht, dessen Krieger selbst mit Werwolfskräften verbunden sind. Sie überlebt den Angriff, trägt anschließend jedoch den Fluch in sich.
Später nimmt ein älterer Vampir sie auf und bildet sie aus. Dadurch wächst aus der Überlebenden schließlich der namensgebende Vaewolf, ein Wesen, das vampirische und lykanthropische Kräfte miteinander verbindet und zugleich seine ursprünglichen elfischen Fähigkeiten behält.
Das Rachemotiv ist damit erfreulich unkompliziert. Der Vaewolf zieht nicht los, weil irgendein Kristall das Gleichgewicht der Welten bedroht. Er jagt jene, die für den Tod seiner Familie verantwortlich sind.
Die größere Frage wird sein, wie viel Geschichte Milky Tea um diesen persönlichen Feldzug baut. Gerade die Kombination aus Vampiren, Werwölfen, Elfen und einer Wikingerwelt bietet schließlich reichlich Gelegenheit, mehr daraus zu machen als einen Vorwand für den nächsten Run.
🌲 Der Lake District wird zur nordischen Dark-Fantasy-Wildnis
Auch visuell versucht Vaewolf eine eigene Richtung. Die Landschaft orientiert sich an Cumbria und dem Lake District, wird aber durch nordische Motive und eine stark stilisierte, von Graphic Novels beeinflusste Darstellung verfremdet.
Das ist eine interessante Wahl. Der Lake District besitzt ohnehin jene dramatische Mischung aus hohen Bergen, tiefen Seen, Nebel und alten Steinlandschaften, die kaum zusätzliche Arbeit braucht, um nach Fantasy auszusehen. In Vaewolf kommen verfallene Ruinen, Höhlen und unterirdische Gebiete hinzu.
Dadurch entsteht eine Welt, die gleichzeitig britisch und mythologisch wirken kann. Statt skandinavische Fjorde einfach zum hundertsten Mal nachzubauen, versetzt das Spiel seine nordischen Einflüsse in einen Landstrich, der historisch tatsächlich eng mit der Wikingerzeit verbunden ist und optisch hervorragend zu düsterer Fantasy passt.
⚔️ Jeder Durchlauf soll die drei Formen weiter verändern
Die Roguelite-Struktur bringt zusätzliche Entwicklung ins System. In der frühen Präsentation wurden Runen-Upgrades gezeigt, über die Kräfte verändert und neue Kombinationen aufgebaut werden können. Drei größere Regionen sollen dabei unterschiedliche Herausforderungen und Gegner liefern.
Gerade für das Formwechselsystem ist das entscheidend. Wenn Vaewolf lediglich drei feste Kampfstile besitzt, könnte der Reiz schnell verpuffen. Spannender wird es, wenn ein Durchlauf bestimmte Aspekte der drei Gestalten stärker macht und dadurch immer neue Übergänge entstehen.
Vielleicht wird aus der Elfenform vor allem ein Fernkampfinstrument, während ein anderer Build den Werwolf ins Zentrum stellt. Vielleicht wird die vampirische Magie zur Grundlage, um anschließend mit körperlicher Gewalt nachzusetzen. Genau diese Wechselwirkungen müssen am Ende die vielen Runs tragen.
Das bisher Gezeigte deutet zumindest darauf hin, dass Milky Tea den Formwechsel nicht als gelegentlichen Supermodus versteht. Der Vaewolf ist nicht drei Figuren. Er soll eine Figur sein, deren Stärke gerade darin besteht, niemals lange dieselbe zu bleiben.
🩸 Anfang 2027 beginnt die Jagd
Bis zur Veröffentlichung bleibt noch etwas Zeit. Vaewolf soll Anfang 2027 starten, und bis dahin müssen vor allem Umfang, langfristige Roguelite-Struktur und die Tiefe der drei Formen genauer gezeigt werden.
Die Ausgangsidee funktioniert aber bereits jetzt erstaunlich gut. Nicht weil Werwölfe, Vampire oder Wikinger für sich genommen besonders selten wären – sondern weil Milky Tea sie in einem Charakter zusammenschiebt und daraus das eigentliche Kampfsystem baut.
Dazu kommt eine nordenglische Fantasywelt, die sich bewusst von den üblichen Mittelalterkulissen absetzt.
Andere Helden haben eine Identitätskrise. Der Vaewolf hat gleich drei und kann jede davon bewaffnen.






