URNE – Setting Fire To The Sky (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

URNE – Setting Fire To The Sky

🧿 Kurzfazit
Setting Fire To The Sky ist ein beeindruckend aufgeblasenes Modern-Metal-Monument zwischen Sludge, Doom, Metalcore und Mastodon-Verehrung. Es gibt hier kaum etwas Handwerkliches zu bemängeln – Sound, Dynamik und Gäste sitzen –, aber noch nicht genug Eigenwucht, um wirklich als Jahrhundertding durchzugehen. Mehr staunender Respekt als bedingungslose Liebe.

🎯 Für wen?
Für alle, die Mastodon, Gojira & Co. mögen, aber nichts gegen moderner gesungene Refrains, Metalcore-Schubser und epische Longtracks haben. Wer seine Riffs gerne als Riffgebirge serviert bekommt und emotionalen Bombast schätzt, fühlt sich hier ziemlich zuhause.

🎧 Wie klingt das?
Londoner Hybrid aus wuchtigem Sludge/Doom, moderner Groove-Kante und sehr deutlichen Mastodon-Vibes: thrashig angerissene Gitarren, große Refrains, wechselnde Shouts/Cleans, viel Dynamik zwischen ruhigen Passagen und eruptiven Ausbrüchen. Produziert von Justin Hill (SikTh), gemixt von Johann Meyer, gemastert von Tony Lindgren, entsprechend fett und stadiontauglich.

💿 Highlights
Be Not Dismayed, The Spirit, Alive, Towards The Harmony Hall, Harken The Waves (feat. Troy Sanders), Breathe (feat. Jo Quail).

⚠️ Nichts für dich, wenn…
…du vom Vorgänger vor allem den sperrigen Schmerz mit weniger Metalcore-Formeln liebst oder generell keine Lust mehr auf Mastodon-artige Moderne-Metal-Dramatik hast.


🔥 URNE – Setting Fire To The Sky: Wenn der Himmel brennt, aber das Herz noch zögert

URNE sind als Londoner Power-Trio mit modernem Metalprofil unterwegs: Bassist und Sänger Joe Nally, Gitarrist Angus Neyra und Schlagzeuger James Cook haben sich in wenigen Jahren vom Geheimtipp zur ernstzunehmenden Größe hochgearbeitet.

Mit Setting Fire To The Sky legt die Band ihr drittes Studioalbum vor, das bei Spinefarm Records erscheint. Die Ansage ist klar: noch größer, noch dramatischer, noch näher an der Liga jener Bands, mit denen URNE mittlerweile die Festivalbühnen teilt. Die Frage ist nur, ob die eigenen Songs diese Größe immer tragen.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Doom-Metal, Sludge-Metal, Modern-Metal mit deutlichem Metalcore-Einschlag
Vergleichbar mit: Mastodon in moderner Hochglanzproduktion, Gojira ohne deren extremen Kanten, dazu eine Portion aktueller Metalcore-Dramatik.
Klangfarbe: Schwere, zähe Riffs liegen wie Basaltblöcke im Fundament, darüber schichten URNE melodische Leads, singbare Refrains und immer wieder eruptive Shouts. Die Produktion stellt alles klar in die Arena: wuchtige D

Styleguide Album-Reviews Gitarren mit genug Schmutz für Sludge-Glaubwürdigkeit, aber sauber genug für Radio-Tauglichkeit. In den ruhigen Momenten schimmert Post-Metal-Melancholie durch, in den härteren Passagen wuchtet das Album wie ein langsam rollender Lavastrom, der regelmäßig in Metalcore-Feuerwerkskörper ausbricht.

Highlights

Be Not Dismayed
Der Opener ist URNE in konzentrierter Form. Ein leiser, spannungsgeladener Einstieg, dann kippt der Song in einen treibenden Groove, der sofort klar macht, wie groß dieses Album gedacht ist. Der Refrain ist hymnisch, aber nicht klebrig, die Gitarren arbeiten zwischen Sludge-Gewicht und moderner Klarheit. Ein Song, der perfekt als Türsteher des Albums funktioniert, weil er sowohl Härte als auch Pathos liefert.

The Spirit, Alive
Hier zeigen URNE, wie gut sie Dynamik beherrschen. Der Song beginnt mit einem schwer kreisenden Riff, das sich langsam auflädt, bis der Styleguide Album-Reviewst aufgeht. Die Clean-Vocals tragen eine melancholische Melodie, die im Kopf bleibt, ohne in Pop-Metal abzurutschen. Wenn der Mittelteil den Druck kurz herausnimmt, fühlt sich das wie ein kontrolliertes Innehalten an, bevor der letzte Durchlauf noch einmal deutlicher zupackt.

Harken The Waves (feat. Troy Sanders)
Der prominenteste Gastauftritt des Albums: Mastodon-Bassist Troy Sanders teilt sich hier die Vocals mit Joe Nally. Der Song arbeitet mit lang gezogenen Spannungsbögen, die an die großen See-Metaphern erinnern, die der Titel verspricht. Wellenartige Riffs, langsame Steigerung, dann diese Momente, in denen beide Stimmen übereinander liegen und die Musik sich plötzlich wesentlich größer anfühlt. Starkes Zentrum des Albums, auch wenn die Nähe zur Vorbildband hier besonders deutlich wird.

Breathe (feat. Jo Quail)
Zum Ende hin wird es unerwartet intim. Breathe reduziert die Riffdichte, lässt mehr Raum für Nallys Stimme und für das Cello von Jo Quail. Die Grundstimmung bleibt schwer, aber statt Überwältigung gibt es hier das Gefühl eines kontrollierten Zusammenbruchs. Ein starkes Beispiel dafür, wie gut URNE sein können, wenn sie die Produktionswaffen einmal kurz senken.

🎨 Artwork

Die Majestät in der Unschärfe: Das Cover zeigt keinen klaren Realismus, sondern einen bewusst verwaschenen, fast träumerischen Blick auf ein Ritual. In der Mitte steht eine hochgewachsene, dunkel gewandete Gestalt mit erhobener Fackel. Das Gesicht bleibt unscharf, wichtiger ist die Silhouette, die irgendwo zwischen Priesterin und endzeitlicher Königin pendelt. Hinter ihr ziehen sich blassviolette und bläuliche Nebel über eine Kette schneebedeckter Berge, alles leicht grisselig, als würde man durch eine dünne Stoffschicht auf ein altes Gemälde blicken. Unten fransen braune und grüne Erdtöne aus, eher verbrannte Steppe als romantische Landschaft. Oben steht der Schriftzug URNE, darunter der Albumtitel, beide zurückgenommen im Vergleich zum Farbnebel. Es ist ein Artwork, das weniger klare Details liefert, dafür aber einen einprägsamen Eindruck. Eine Art verschwommene Ikone, die sehr gut zur Mischung aus Pathos und Traumzustand passt, die das Album an vielen Stellen anstrebt.


🪦 Besondere Momente

Der Albumaufbau fühlt sich klar nach Reise an. Die ersten Songs sind mit voller Wucht auf Wirkung getrimmt, in der zweiten Hälfte schleichen sich mehr Ruhe und Atmosphäre ein, was dem Ganzen eine halbwegs nachvollziehbare Dramaturgie gibt.

URNE arbeiten hörbar mit Festivalbildern im Kopf. Viele Refrains sind auf Mitsing-Potenzial angelegt, auch wenn nicht jeder Hook die Versprechen der Strophe einlöst.

Die Produktion bringt das Schlagzeug sehr präsent nach vorne. Die Snare von James Cook klingt trocken und knackig, was dem Groove zusätzliche Autorität gibt.

Immer wieder tauchen kleine Post-Rock- und Post-Metal-Anklänge auf, die zeigen, dass die Band mehr kann, als nur moderne Metalcore-Formeln zu bedienen. Leider verschwinden sie häufig im Dienst der nächsten Stadionfigur.

🪓 Fazit

URNE bestehen offiziell aus Joe Nally am Bass und Gesang, Angus NeyraStyleguide Album-Reviewsmes Cook am Schlagzeug. Das Trio entstand aus den Resten früherer Hardcore- und Sludge-Projekte und hat sich in kurzer Zeit eine eigene Fanbasis erspielt.

Nach dem Debüt und dem hoch gelobten Vorgänger A Feast On Sorrow betritt die Band mit Setting Fire To The Sky den nächsten Entwicklungsschritt. Die neue Platte erscheint bei Spinefarm Records und wird klar als großer Wurf inszeniert, inklusive prominenter Gäste, massiver Produktion und Festivalpräsenz.

Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt vom eher sperrigen, post-metallischen Sludge hin zu einem stärkeren Fokus auf Modern-Metal-Elemente und Metalcore-Strukturen. Wer URNE von älteren Veröffentlichungen kennt, hört die Verlagerung sofort.

Setting Fire To The Sky zeigt, wie souverän URNE inzwischen schreiben, spielen und produzieren. Die Riffs sitzen, die Dynamik funktioniert, mehrere Songs sind echte Brecher – von Be Not Dismayed bis Harken The Waves und Breathe.

Gleichzeitig ist die Platte so deutlich auf Größe und Zugänglichkeit getrimmt, dass ein Teil der alten Schärfe und Sperrigkeit auf der Strecke bleibt. Viel wirkt wie für große Bühnen und Streaming-Playlists maßgeschneidert: eindrucksvoll, emotional aufgeladen, aber nicht immer so eigensinnig, wie es die Anlage der Band zulassen würde.

Unterm Strich bleibt ein starkes, modernes Metal-Statement zwischen Sludge, Doom und Mastodon-Schule, das Respekt erzwingt, aber (noch) nicht jedes Mal diese „unbedingt wieder“-Dringlichkeit entfacht. Ein Album, das eher „Wow, das können die alles“ sagt als „Verdammt, das gehört mir jetzt“.

Leicht verwaschenes Albumcover von URNE – Setting Fire To The Sky: eine majestätische, dunkel gewandete Gestalt mit brennender Fackel steht vor nebeligen Bergen, der Himmel leuchtet in violett-blauen und orangen Farbschlieren.
Künstler:URNE
Albumtitel:Setting Fire To The Sky
Erscheinungsdatum:30. Januar 2026
Genre:Doom Metal, Sludge Metal, Modern Metal
Label:Spinefarm Records
Spielzeit:ca. 50 Minuten

Be Not Dismayed
Weeping To The World
The Spirit, Alive
Setting Fire To The Sky
The Ancient Horizon
Towards The Harmony Hall
Harken The Waves (feat. Troy Sanders)
Breathe (feat. Jo Quail)
Nocturnal Forms

🎬 Offizielles Video

Offizielles Musikvideo zu „The Spirit, Alive“ – ein düster-melodischer Vorgeschmack auf das neue URNE-Album Setting Fire To The Sky. Bereitgestellt vom offiziellen Spinefarm Records-Channel auf YouTube:

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