Stahl, Götter und ein letzter Krieg: Anthony Ryans Age of Wrath endet heute

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Age of Wrath erreicht seinen letzten Band

📰 Was ist los?
Orbit veröffentlicht heute Anthony Ryans Upon the Forge of Battle. Der 512 Seiten starke Roman ist Band drei und der Abschluss der Age of Wrath-Trilogie um Thera Blackspear, Felnir und Ruhlin.

🐛 Was denken wir?
Ein vollständiger Trilogieabschluss ist gerade bei großer Epic Fantasy mehr als ein gewöhnlicher Veröffentlichungstermin. Ryan hat drei sehr unterschiedliche Machtpositionen aufgebaut – Königin, König und vermeintlicher Erlöser und kann sie nun gegeneinander beziehungsweise gegen die Konsequenzen ihrer bisherigen Siege laufen lassen.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

🔥 Stahl, Götter und ein letzter Krieg: Anthony Ryans Age of Wrath endet heute

Eine Fantasy-Trilogie kann viel versprechen. Am dritten Band kommt allerdings der Moment, an dem Könige, Prophezeiungen, göttliche Waffen und über mehrere Bücher gepflegte Feindschaften ihre Rechnungen tatsächlich bezahlen müssen. Für Anthony Ryans Age of Wrath ist dieser Tag jetzt gekommen.

Das Cover von Upon the Forge of Battle zeigt eine einzelne dunkle Kriegergestalt vor einer verschneiten Landschaft und einer großen roten, axtförmigen Grafik.
Mit Upon the Forge of Battle führt Anthony Ryan seine Age of Wrath nach drei Bänden in die letzte Schlacht. © Orbit / Hachette – Cover Design by Ben Prior

Orbit veröffentlicht heute Upon the Forge of Battle, den dritten und abschließenden Roman der Saga. Auf 512 Seiten führt Ryan die Geschichte fort, die 2024 mit A Tide of Black Steel begann und im vergangenen Jahr mit Born of an Iron Storm weiterging. Aus einer von nordischen Motiven geprägten Geschichte über Rache, Eroberung und alte Mächte ist inzwischen ein Krieg um Reiche, Glauben und die Zukunft der gesamten Welt geworden.

Dabei startet das Finale nicht mit einer gemütlichen Bestandsaufnahme. Thera, Felnir und Ruhlin haben sich seit dem Auftakt weit von ihren ursprünglichen Positionen entfernt – und jeder von ihnen besitzt inzwischen erheblich mehr Macht, als für ein friedliches Schlusskapitel vermutlich gesund wäre.

👑 Thera trägt jetzt selbst die Krone

Thera Blackspear begann die Reihe als Kämpferin im Dienst der Sister Queens. In Upon the Forge of Battle sitzt sie inzwischen selbst auf einem Thron. An ihrer Seite steht Elvine als Speermaid, während Thera eine Waffe führt, die von den Göttern geschmiedet wurde.

Die neue Macht löst allerdings keines ihrer alten Probleme. Sister Lore arbeitet weiterhin im Verborgenen gegen sie, und Ascarlia bleibt ein Reich, dessen Sicherheit alles andere als garantiert ist. Ryan macht aus Theras Aufstieg damit keinen einfachen Triumph, sondern verschiebt lediglich die Art der Gefahr: Wer selbst Königin wird, bekommt irgendwann Probleme, die sich nicht mehr mit einem besseren Schwert lösen lassen.

Genau darin liegt eine der interessanteren Entwicklungen der Trilogie. Aus persönlichen Konflikten sind politische geworden, aus Kriegern Herrscher und aus alten Feindschaften Bedrohungen für ganze Reiche.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

⚔️ Felnir muss entscheiden, was eine Krone wert ist

Auch Felnir hat inzwischen erreicht, wofür in Epic Fantasy normalerweise mindestens ein halbes Dutzend Feldzüge notwendig sind. Mit der Macht seiner göttlichen Klinge hat er sich ein eigenes Königreich geschaffen und trägt nun selbst eine Krone.

Ausgerechnet auf dem Höhepunkt dieses Aufstiegs kehrt jedoch die Vergangenheit zurück. Felnir wird von Visionen seines Bruders verfolgt, den er längst für tot hielt. Dieser Bruder braucht offenbar seine Hilfe – und Felnir wäre bereit, für seine Rettung selbst das Königreich zu opfern, das er gerade erst errungen hat.

Damit stellt Ryan seinem Finale eine klassische, aber wirkungsvolle Frage: Was bleibt von Macht übrig, wenn der Preis dafür plötzlich persönlich wird? Der König muss sich entscheiden, ob das Reich tatsächlich wichtiger ist als jener Mensch, wegen dem er bereit wäre, alles wieder herzugeben.

Banner für Fantasy Literatur. Zauberer verprügelt Ork mit Folianten.

🩸 Ruhlin wird vom Erlöser zum Gefangenen

Ruhlins Lage sieht kaum angenehmer aus. Seine Siege haben ihn für die Morvek zu jenem prophezeiten Retter gemacht, der ihre Feinde aus Nihlvar besiegen soll. Das Problem: Zu Beginn des neuen Bandes befindet sich der vermeintliche Erlöser ausgerechnet in der Gewalt des Vortigurn, des Königs von Nihlvar.

Und dieser Herrscher besitzt Wissen, das weit über den unmittelbaren Krieg hinausreicht. Orbit deutet Geheimnisse an, die nicht lediglich einen Thron oder ein Reich erschüttern, sondern die bestehende Weltordnung selbst zum Einsturz bringen könnten.

Damit führt Ryan seine drei Hauptlinien genau dort zusammen, wo ein Trilogiefinale sie braucht: persönliche Loyalität, politische Macht und eine Bedrohung, die größer wird als sämtliche Parteien, die bislang gegeneinander gekämpft haben.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.

🛡️ Drei Bücher bis zur letzten Schlacht

Age of Wrath begann 2024 mit A Tide of Black Steel, setzte die Geschichte 2025 mit Born of an Iron Storm fort und erreicht nun nach drei aufeinanderfolgenden Jahren seinen Abschluss. Für Ryan ist es längst nicht die erste große Fantasyreihe: Der Londoner Autor steht auch hinter Raven’s Shadow, Draconis Memoria und der Covenant of Steel-Trilogie.

Dass Orbit den Abschluss ohne Verzögerung direkt ein Jahr nach Band zwei veröffentlicht, ist bei einer umfangreichen Epic-Fantasy-Reihe durchaus angenehm. Niemand muss nach dem Cliffhanger erst beobachten, wie eine komplette Konsolengeneration vergeht.

Upon the Forge of Battle ist ab heute auf Englisch als Hardcover, E-Book und Hörbuch erhältlich. Einen deutschen Veröffentlichungstermin führt Orbit naturgemäß nicht; eine deutschsprachige Ausgabe ist mit der heutigen englischen Veröffentlichung nicht angekündigt.

Für Thera, Felnir und Ruhlin bleibt damit nur noch eine wesentlich schwierigere Aufgabe: drei Bücher voller Krieg zu überleben, obwohl auf dem Einband bereits das Wort „Battle“ steht.

Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.