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Universum25 – Die Maschinen wollen leben
🧿 Kurzfazit
Universum25 liefern mit Die Maschinen wollen leben ein fokussiertes, düsteres Zweitwerk: große Hooks, harte Gitarren, kalte Elektronik und Texte, die KI-Dystopie und Gegenwartsfrust ziemlich ungemütlich aufeinanderprallen lassen.
🎯 Für wen?
Für alle, die ihren deutschsprachigen Rock irgendwo zwischen Industrial-Schmutz, NDH-Schlagseite und Postapokalypse verorten, ohne auf eingängige Refrains und Stadion-taugliche Mitsingzeilen verzichten zu wollen.
🎧 Wie klingt das?
Stampfende Rock-Grooves, breite Riffwände, sirrende Synths, viel Pathos in der Stimme, dazu ein Sound, der wie eine Mischung aus Werkshalle, Großdemo und Neonlicht wirkt – modern produziert, aber mit genug Dreck in den Kanten, um nicht in der Radioplaylist stecken zu bleiben.
💿 Highlights
Wenn Roboter träumen, Die Maschinen wollen leben, Zu deiner eigenen Sicherheit, Einsamkeit
⚠️ Nichts für dich, wenn…
u bei KI, Überwachung und Social-Media-Verdummung lieber die Timeline wegscrollst, statt dir das Ganze von einer… mhm… Supergroup mit dicken Gitarren ins Gesicht klatschen zu lassen.
🤖 Universum25 – Die Maschinen wollen leben: Wenn die Komfortzone ein Kill-Switch wird
Universum25 bleiben auch auf Album Nummer zwei eine Allstar-Antwort auf die Frage, wie deutschsprachiger Rock im Jahr 2026 klingen kann, wenn er sich nicht zwischen Mittelalterfolklore und Kuschel- NDW entscheiden will. Die Besetzung liest sich weiterhin wie ein düsteres Szene-Festivalplakat: Michael Robert Rhein (In Extremo), Pat Prziwara (Fiddler’s Green), Gunnar Schroeder (Dritte Wahl), Rupert Keplinger (Eisbrecher, Antitype) und Alex Schwers (Slime), produziert von Jörg Umbreit in den Principal Studios.
Musikalisch sitzt man dabei auch zwischen sämtlichen Stühlen: druckvolle Gitarren, schnurgerade Drums, breite Synthflächen, alles irgendwo zwischen Alternative Rock, Industrial-Anklängen und einer Prise NDH-Melodik. Inhaltlich zieht man den Faden des Debüts weiter stramm, wobei der Fokus schärfer auf… Überraschung… KI, Überwachung und der Frage liegt, was ein Mensch im Maschinenraum der Gegenwart überhaupt noch zu melden hat.
🎧 Was erwartet dich?
Genre(s): Rock, Synth Rock, Neue Deutsche Härte-Nahbereich, moderner Deutsch-Rock mit Elektronik-Fokus
Vergleichbar mit: eine düsterere, politisch wütendere Variante aus der Schnittmenge von In-Extremo-Nachtsession, Eisbrecher-Proberaum und Dritte-Wahl-Protesthütte, aber durchaus als eigenständiges Projekt wahrnehmbar.
Klangfarbe: harte, knackige Gitarrenriffs, sehr direkte Drums, dicke Bassfundamente, dazwischen kalte, flirrende Synthflächen und Vocoder-Momente, die klingen, als würde dir die Maschine selbst zynisch ins Ohr zischen, warum du im neuen System nur noch zur Deko taugst.
✨ Highlights
Wenn Roboter träumen
Der Opener ist die Blaupause fürs ganze Album: maschinell getakteter Beat, Gitarren wie Presslufthämmer, darüber eine Hook, die sich sofort festsetzt. Textlich kein billiges Skynet-Gewitter, sondern der Moment, in dem du merkst, dass die Algorithmen längst verstanden haben, wie du fühlst und das künftige Herrschaftssystem schon mal heimlich betatestet.
Die Maschinen wollen leben
Der Titeltrack arbeitet wie eine Manifest-Lesung im Moshpit. Strophen im stampfenden Midtempo, ein Refrain, der nach Festivalnebel schreit, und eine Melodieführung, die das moralische Dilemma ziemlich perfide catchy verkauft: Wenn die Maschine „leben“ will, heißt das in der Praxis vor allem, dass du sehr effizient ersetzbar bist.
Zu deiner eigenen Sicherheit
Textlich mit der subtilen Eleganz eines amtlichen Formblatts, musikalisch ein gnadenloser Ohrwurm. Hier kippt die Mischung aus Elektropuls, Gitarrenriff und Parolen-Refrain auf die beste Art in Überzeichnung: Man hört, wie angenehm Überwachung klingen kann, wenn man sie mit einem guten Mastering versieht.
Einsamkeit
Der Moment, in dem das Album kurz den Lautstärkeregler der Apokalypse runterdreht. Weniger Gitarrenbrett, mehr Raum, mehr melancholische Elektronik. Statt Weltuntergangs-Panorama plötzlich die Leere im Kopf, wenn der Feed verstummt und du merkst, dass die echte Welt es nie mit der Ablenkungs-Dauerbeschallung aufnehmen kann.
🎨 Artwork
Menschenersatzteile aus Roboterhand: Auf dem Cover von Die Maschinen wollen leben steht ein Roboter im Rampenlicht, der aussieht, als wäre er direkt aus einem vergilbten Sci-Fi-Plakat der 50er-Jahre geflüchtet. Runde Gelenke, genietete Brustplatte, ein helmförmiger Kopf mit zwei glühenden Augen, die eher an Warnlampen erinnern als an Pupillen. Die Lackierung ist stumpf, als hätte er schon ein paar Jahrzehnte Fabrikstaub hinter sich. Kein glänzender Premium-Androide, sondern Arbeiterklasse aus Blech.
In seiner rechten Hand hält der Roboter einen menschlichen Schädel und betrachtet ihn in klassischer Hamlet-Pose. Kein Horror, kein Blut, eher eine nüchterne Bestandsaufnahme: Hier Maschine, da Mensch, irgendwer hat offensichtlich Schichtende. Die Mundpartie des Schädels ist zu einem starren Grinsen erstarrt, als würde er die Pointe dieses Setups längst kennen.
Der Hintergrund zeigt eine abstrahierte Großstadt aus kantigen Hochhaus-Silhouetten und Lichtkegeln, die wie Scheinwerfer einer dystopischen Bühne wirken. Die Farbpalette aus Sepia, Beige und dunklem Braun gibt dem Ganzen den Look eines alten Propagandaposters. Nur dass hier nicht der Mensch die Technik feiert, sondern die Technik über einen sehr endgültigen Menschen nachdenkt. Oben thront der kantige Universum25-Schriftzug, unten der Titel in dicken Versalien. Zusammen erzählt das Artwork in einem Bild, worum es auf der Platte geht: Nicht „Mensch gegen Maschine“, sondern die Frage, wer hier eigentlich wen als Ersatzteil betrachtet.
🪦 Besondere Momente
Der Maschinen-Blick auf den Menschen: Viele Zeilen sind so formuliert, als würden sie aus der Perspektive eines Systems sprechen, das den Menschen nicht hasst, sondern schlicht als fehleranfällige, ineffiziente Variable verbucht. Das macht die Dystopie unangenehm plausibel.
Die Supergroup als Feature-Liste: Man hört, dass hier Punk, Mittelalter-Rock, NDH und Alternative-Erfahrung aufeinanderprallen. Statt Flickenteppich wirkt das wie eine kontrollierte Explosion aus verschiedenen Szenen, die begriffen haben, dass sie gegen denselben Abgrund anschreien.
Hook-Sicherheit im Krisenmodus: Fast jeder Refrain ist so gebaut, dass du ihn beim zweiten Durchlauf mitsingst. Das ist bei einem Album, das von Überwachung, KI und gesellschaftlichem Kollaps erzählt, schon fast unverschämt, funktioniert aber genau deshalb so richtig gut.
Dystopie ohne Fantasy-Tarnkappe: Es gibt kaum Ausweichmythen, keine erfundenen Reiche, keine Metaphernflucht. Es geht um unsere Gegenwart plus fünf Jahre, mit leicht verschobenen Reglern. Das brennt länger nach als jedes generische Cyberpunk-Szenario.
🪓 Fazit
Universum25 ist keine „normale“ Band, sondern eine deutsche Supergroup, die sich 2019 aus Leuten von In Extremo, Fiddler’s Green, Dritte Wahl, Eisbrecher und Slime zusammengefunden hat. Schon das Debüt hat gezeigt, dass sie weniger Party- als Krisenprojekt sind: Crossover aus Rock, Synth, Punk und Metal, Texte mit klarer politischer und gesellschaftskritischer Kante.
Die Maschinen wollen leben ist ihr zweites Album und erscheint erneut bei Vertigo Berlin, diesmal mit deutlich zugespitztem Konzept: Fokus auf das Verhältnis von Mensch und Maschine, KI, Kontrollgesellschaft und den kleinen Bequemlichkeiten, die man bereitwillig akzeptiert, während im Hintergrund längst der Reset vorbereitet wird.
Wo das selbstbetitelte Debüt noch wie eine große Bestandsaufnahme der brennenden Gegenwart wirkte, fühlt sich das neue Album eher an wie ein schon fertig ausgefüllter Unfallbericht: Die Ursache steht fest, die Schuldfrage ist zweitrangig, jetzt geht es darum, wie wir mit den Trümmern umgehen.
Die Maschinen wollen leben kommt nicht im subtilen Flüsterton. Das hier ist ein deutschsprachiger Schlag in die Plexiglasscheibe, hinter der unsere Gegenwart inzwischen verwaltet wird. Universum25 verbinden druckvollen Rock, kalte Elektronik und Ohrwurm-Refrains mit einer Dystopie, die so nah an der Realität klebt, dass man beim Hören automatisch an eigene Passwörter, smarte Geräte und Kündigungsfristen denkt.
Perfekt ist das Album nicht: Manche Songstrukturen wiederholen sich, ein, zwei Refrains sind so glatt, dass sie fast in der eigenen Radiotauglichkeit ertrinken. Aber als Gesamtwerk funktioniert das Ding hervorragend, als Soundtrack zu einer Gesellschaft, die sich von Algorithmen knebeln lässt und das Ganze „Komfort“ nennt.
Wer bei deutschsprachigem Rock mehr will als Floskeln über Freiheit, Liebe und „die da oben“, sollte Die Maschinen wollen leben unbedingt antesten. Wer bei KI-Themen lieber den Kopf in die Timeline steckt, wird hier allerdings gnadenlos von den eigenen Ängsten rückwärts überfahren.

| Künstler: | Universum25 |
| Albumtitel: | Die Maschinen wollen leben |
| Erscheinungsdatum: | 20. Februar 2026 |
| Genre: | Rock, Synth Rock, Neue Deutsche Härte, Alternative Rock |
| Label: | Vertigo Berlin / Universal Music |
| Spielzeit: | ca. 43 Minuten |
Wenn Roboter träumen
Gardinen zu
Die Maschinen wollen leben
Einsamkeit
Zu deiner eigenen Sicherheit
Ich denke also bin ich
Ich geb dir mehr
Zeitmaschine
Der Anfang vom Ende
Uhrwerk
🎬 Offizielles Video
UNIVERSUM25 – „Wenn Roboter träumen“ – offizielles Musikvideo zum Album „Die Maschinen wollen leben“: Retro-Roboter, Neon-Dystopie und ein KI-Albtraum, der verdächtig nach unserer Gegenwart aussieht.
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