Alle schlafen. Du bist neun. Und du sollst T.W.I.R.L. tun: Dieser Indie-Horror ist jetzt spielbar

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Um drei Uhr sollte dieses Kind wirklich schlafen

📰 Was ist los?
T.W.I.R.L. von Genie Boy Games ist heute auf Steam erschienen. Der psychologische First-Person-Horror spielt 2006 in einem nächtlichen Elternhaus und erzählt in ungefähr einer Stunde von einem neunjährigen Kind, einem lebenslangen Geheimnis und dem rätselhaften Befehl T.W.I.R.L.

🐛 Was denken wir?
Ein dunkler Flur, eine ausgeschaltete PS3 und ein Kindheitsritual reichen hier offenbar als komplettes Horrorbesteck. Gerade die kleine, persönliche Dimension macht den Ansatz interessant – und immerhin lässt sich zwischendurch eine Katze streicheln. Das sollte gesetzlich vorgeschriebener Stressausgleich für Horrorspiele werden.

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👁️ Alle schlafen. Du bist neun. Und du sollst T.W.I.R.L. tun: Dieser Indie-Horror ist jetzt spielbar

Drei Uhr nachts. Du bist neun Jahre alt. Deine Familie schläft. Das Elternhaus liegt weitgehend im Dunkeln, und eigentlich gibt es genau einen vernünftigen Ort, an dem du sein solltest: im Bett.

T.W.I.R.L. hält wenig von vernünftigen Entscheidungen.

Eine gezeichnete schwarzweiße Kinderfigur steht mit gesenktem Kopf in einem dunklen Flur, dessen hinteres Ende rot leuchtet; links ist das weiße T.W.I.R.L.-Logo zu sehen.
Drei Uhr nachts, ein dunkler Flur und ein Befehl ohne Erklärung: T.W.I.R.L. ist jetzt auf Steam erhältlich. © Genie Boy Games / Haunted Publishing Syndicate

Das psychologische Horrorspiel von Genie Boy Games ist heute auf Steam erschienen und schickt den Spieler zurück ins Jahr 2006. Dort verlässt ein Kind nachts sein Zimmer, weil es etwas tun soll, das lediglich mit einem rätselhaften Befehl bezeichnet wird: T.W.I.R.L. Was das bedeutet, soll man selbst herausfinden.

Schon die Steam-Seite setzt allerdings eine zweite Warnung daneben: Falls man irgendwann aufgefordert wird, sich selbst anzusehen, sollte man es besser lassen. Das klingt nach einem Ratschlag, den man um drei Uhr morgens generell großzügiger befolgen könnte.

🌙 Horror zwischen Kinderzimmer, Mondlicht und einer ausgeschalteten PS3

T.W.I.R.L. verzichtet auf große Waffenarsenale und Monsterjagd. Gespielt wird aus der Ego-Perspektive ohne HUD; die grundlegenden Aktionen beschränken sich auf Bewegung, Interaktion und Schauen. Das Haus wird lediglich von Mondlicht, einem Wecker und dem roten Leuchten einer ausgeschalteten PS3 erhellt.

Hinter diesem sehr alltäglichen Schauplatz steckt eine abstrakte Geschichte über Selbstwert, das Aufwachsen in den 2000ern und ein dunkles Geheimnis aus der Kindheit. Der Spieler schleicht an schlafenden Familienmitgliedern vorbei, untersucht das Haus und versucht allmählich zu verstehen, weshalb diese scheinbar harmlose nächtliche Gewohnheit offenbar bis weit über die Kindheit hinausreicht.

🎬 Das Elternhaus sieht nachts plötzlich ganz anders aus

Der offizielle Trailer zu T.W.I.R.L. zeigt, warum man mit neun Jahren um drei Uhr nachts vielleicht doch einfach im Bett bleiben sollte:

Genie Boy Games begann das Projekt ursprünglich im Umfeld eines David-Lynch-Game-Jams und entwickelte es anschließend gemeinsam mit seiner kleinen Community weiter. Vor dem heutigen Steam-Release gab es bereits eine kostenlose Demo sowie eine frühere Fassung auf itch.io.

Das erklärt zumindest, weshalb der Flur aussieht, als hätte ein Kindheitstrauma beschlossen, selbst Art Director zu werden.

🪞 Eine Stunde kann um drei Uhr nachts erstaunlich lang sein

Die Vollversion ist bewusst kompakt. Für die Hauptgeschichte nennt Steam ungefähr eine Stunde Spielzeit. Dazu kommen mehrere mögliche Enden, darunter ein geheimes Finale, versteckte Easter Eggs und Details, die weitere Durchgänge lohnend machen sollen. Controller mit haptischem Feedback werden ebenfalls unterstützt.

Und weil selbst psychologischer Horror gewisse zivilisatorische Mindeststandards einhalten muss, kann man außerdem eine Katze streicheln.

T.W.I.R.L. ist für Windows, macOS und Linux erhältlich und unterstützt unter anderem deutsche Menüs und Untertitel. Zum Start läuft auf Steam außerdem ein Einführungsrabatt bis zum 31. August.

Damit ist das Spiel jetzt genau jene Art kleiner Horrorfund, die zwischen großen Veröffentlichungen schnell verschwinden kann: ein einziges Elternhaus, ungefähr eine Stunde Laufzeit und eine Idee, die schon in zwei Sätzen ausreichend unangenehm klingt.

Falls heute Nacht um drei jemand flüstert, du solltest T.W.I.R.L. tun, wäre Ausschlafen allerdings weiterhin die wirtschaftlichere Alternative.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.