Totenbretter: Ein Mord im Bayerischen Wald weckt uralte Schrecken

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

🪦 Im Bayerischen Wald ruhen Geheimnisse nie tief genug

📰 Was ist los?
Łukasz Majcher und Stefan Paul entwickeln mit Totenbretter eine 178 Seiten umfassende Folk-Horror-Graphic-Novel. Ein Berliner True-Crime-Autor untersucht einen Mord im Bayerischen Wald und stößt auf uralte Sagen, unheimliche Kreaturen und einen geheimnisvollen Mann namens Bernhard. Der erste von zwei geplanten Bänden soll auf Deutsch und Englisch erscheinen und wird über Kickstarter vorgestellt.

🐛 Was denken wir?
Das ist genau die Art regional verwurzelter Horrorgeschichte, die wir gern häufiger sehen würden. Die Totenbretter liefern ein starkes erzählerisches Motiv, und die Verbindung aus Kriminalfall, Überlieferung und einer komplizierten Liebesgeschichte macht neugierig. Besonders gefällt uns, dass hier ein tatsächlicher Brauch aufgegriffen wird, dessen Bedeutung schon ganz von allein eine unheimliche Atmosphäre erzeugt.

Ein einsamer Waldweg, ein hölzernes Gedenkbrett und darunter ein Toter. Eigentlich sollen die alten Totenbretter an Menschen erinnern, die längst gestorben sind. Doch irgendwo im Bayerischen Wald hat jemand diese Tradition für eine makabre Inszenierung benutzt. Ein Berliner Schriftsteller beginnt Fragen zu stellen und gerät in eine Geschichte, die tief in die Vergangenheit führt. Und der Mann, zu dem er sich hingezogen fühlt, scheint ausgerechnet über die dunkelsten Geheimnisse des Waldes erstaunlich gut Bescheid zu wissen.

Comiczeichnung aus Totenbretter: Ein glatzköpfiger Mann mit Schnurrbart und rotem Hemd hebt bedrohlich eine Axt über den Kopf. Im Vordergrund ist eine zweite Person mit dunklen Haaren zu sehen. Diagonale Linien und kühle Blaugrüntöne verstärken die dramatische Szene.
Ein Axthieb und jede Menge offene Fragen: Die Graphic Novel Totenbretter von Łukasz Majcher und Stefan Paul verbindet einen rätselhaften Mordfall mit regionalen Sagen und unheimlichen Geheimnissen des Bayerischen Waldes. © Moom Comics / Łukasz Majcher / Stefan Paul

Mit der Graphic Novel Totenbretter entwickeln Łukasz Majcher und Stefan Paul einen ungewöhnlichen deutschen Folk-Horror-Comic. Auf 178 Seiten verbinden sie einen rätselhaften Mordfall mit bayerischen Sagen, verstörenden Kreaturen und einer Liebesgeschichte voller Misstrauen. Der erste von zwei geplanten Bänden wird vom Berliner Independent-Verlag Moom Comics vorbereitet und soll mithilfe einer Kickstarter-Kampagne verwirklicht werden.

🪦 Ein Totenbrett wird zum Schauplatz eines Mordes

Ben lebt in Berlin und schreibt über wahre Verbrechen. Nach einer belastenden Beziehung und einer Phase völliger Erschöpfung sucht er im Bayerischen Wald Abstand von seinem bisherigen Leben. Die abgelegenen Ortschaften und die Stille der Landschaft scheinen dafür zunächst geradezu ideal.

Doch dann erschüttert ein mysteriöser Todesfall die Umgebung. Das Opfer wird unter einem sogenannten Totenbrett entdeckt, einem traditionellen hölzernen Gedenkbrett, das in Teilen Bayerns an Verstorbene erinnert.

Ben beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei stößt er auf alte Überlieferungen, Geschichten über ruhelose Geister und Kreaturen, die angeblich in den abgelegenen Winkeln des Waldes hausen.

Mit jedem neuen Hinweis verschwimmen die Grenzen zwischen Verbrechen und Aberglauben. Und irgendwann stellt sich die Frage, ob tatsächlich ein Mensch hinter dem Mord steckt.

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🌲 Warum Totenbretter ein so unheimliches Motiv sind

Totenbretter gehören zu den eigentümlichsten Traditionen der süddeutschen Totenkultur. Ursprünglich wurden Verstorbene auf hölzernen Brettern aufgebahrt. Nach der Bestattung konnten diese Bretter zu Gedenktafeln umgestaltet und an Wegen, Waldrändern oder anderen öffentlichen Orten aufgestellt werden.

Manche tragen Namen, Sterbedaten, religiöse Sprüche oder persönliche Erinnerungen. Andere stehen seit Jahrzehnten verwittert zwischen Bäumen und Wiesen.

Für eine Horrorgeschichte besitzen solche Gedenkorte eine besondere Wirkung. Sie verbinden die sichtbare Gegenwart mit Menschen, die längst verschwunden sind. Jeder verwitterte Schriftzug erzählt von einem vergangenen Leben, während die ursprüngliche Bedeutung mancher Bräuche allmählich in Vergessenheit gerät.

In Totenbretter wird ausgerechnet ein solches Erinnerungszeichen Teil eines rätselhaften Mordfalls. Ein starkes Motiv, denn hier begegnen sich historische Totenkultur und die Angst vor etwas, das möglicherweise niemals wirklich begraben wurde.

❤️ Bernhard kennt den Wald – und vielleicht auch seinen Schrecken

Während seiner Nachforschungen begegnet Ben einem zurückgezogen lebenden Mann namens Bernhard. Dieser kennt die Gegend, ihre Bewohner und offenbar auch zahlreiche ihrer Geheimnisse.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine zunehmende Anziehung. Doch Bernhard bleibt schwer durchschaubar, und Ben beginnt zu vermuten, dass sein neuer Bekannter wesentlich mehr über die verstörenden Ereignisse weiß, als er zugeben möchte.

Die Liebesgeschichte ist eng mit dem zentralen Rätsel verbunden. Ben muss herausfinden, ob er Bernhard vertrauen kann und welche Rolle dieser bei den unheimlichen Vorkommnissen spielt.

Die Graphic Novel behandelt dabei auch Einsamkeit, persönliche Verletzungen und die Sehnsucht nach Nähe. Gerade diese emotionale Ebene könnte dem Folk-Horror eine zusätzliche Spannung verleihen: Wenn man sich nach einem anderen Menschen sehnt, fallen manche Warnzeichen möglicherweise erst auf, wenn es längst zu spät ist.

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👹 Alte Sagen, ruhelose Geister und gefährliche Kreaturen

Der Bayerische Wald liefert eine passende Kulisse für die Geschichte. Zwischen abgelegenen Dörfern, alten Wegen und tiefen Waldgebieten haben sich zahlreiche Erzählungen über geheimnisvolle Erscheinungen und übernatürliche Mächte erhalten.

Totenbretter greift diese Atmosphäre auf und führt Ben in eine Welt, in der alte Legenden plötzlich erschreckend gegenwärtig wirken. Die angekündigten ruhelosen Geister und gefährlichen Kreaturen sollen dabei ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte sein.

Welche Sagen konkret verarbeitet werden, haben die Macher bisher nicht vollständig erläutert. Gerade deshalb bleibt spannend, ob Ben es mit einem menschlichen Täter, übernatürlichen Erscheinungen oder einer Verbindung aus beidem zu tun bekommt.

Der Comic verspricht jedenfalls eine Form des Grauens, die tief in einer regionalen Überlieferung verwurzelt ist. Solche Geschichten können besonders eindringlich wirken, wenn selbst die unheimlichsten Ereignisse noch einen erkennbaren Bezug zur tatsächlichen Kultur ihrer Schauplätze besitzen.

🎨 Zwei Künstler und zweieinhalb Jahre Arbeit

Hinter dem Projekt stehen Łukasz Majcher und Stefan Paul, die auch privat ein Paar sind. Majcher gründete den Berliner Independent-Verlag Moom Comics und ist unter anderem durch seine Comicreihe Power Bear bekannt.

Das Verlagsprogramm umfasst zahlreiche Geschichten mit queeren Hauptfiguren, darunter Superheldenabenteuer, persönliche Erzählungen und Horrorcomics.

Mit Totenbretter wenden sich die beiden nun einer längeren, zusammenhängenden Folk-Horror-Geschichte zu. Nach eigenen Angaben arbeiten sie bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren an dem Projekt.

Bemerkenswert ist dabei die Kombination verschiedener Themen. Neben dem Mordfall und den regionalen Sagen geht es um menschliche Beziehungen, Vertrauen und die Frage, wie Menschen nach schmerzhaften Erfahrungen wieder Nähe zulassen können.

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📚 178 Seiten Folk-Horror – Kickstarter-Projekt vorgestellt

Der erste Band von Totenbretter soll 178 Seiten umfassen und sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch erscheinen. Insgesamt ist die Geschichte auf zwei Bände angelegt.

Moom Comics stellt das Projekt auf seiner Website vor und verweist auf die zugehörige Kickstarter-Kampagne. Ein verbindlicher allgemeiner Erscheinungstermin ist bislang nicht bestätigt.

Für Freunde ungewöhnlicher Horrorcomics besitzt das Projekt schon jetzt erheblichen Reiz. Schließlich greifen Majcher und Paul eine regionale Tradition auf, die außerhalb Süddeutschlands vergleichsweise wenig bekannt sein dürfte, und entwickeln daraus eine Geschichte über Verbrechen, alte Geheimnisse und gefährliche Gefühle.

Dass die Handlung ausgerechnet mit dem Fund einer Leiche unter einem Totenbrett beginnt, ist ein wunderbar makabrer Einfall.

Vielleicht sollte Ben während seiner Nachforschungen allerdings daran denken, dass manche Geschichten aus gutem Grund nur hinter vorgehaltener Hand erzählt werden. Und dass im Wald nicht jeder, der sich auskennt, automatisch den richtigen Weg zeigt.

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