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Nagash wird zur geplanten Machtfantasie
📰 Was ist los?
Creative Assembly hat Nagashs Kampagne für Total War: Warhammer 3 – Lords of the End Times detailliert vorgestellt. Er kombiniert Armeen von Vampirküste, Gruftkönigen und Vampirfürsten, errichtet Nekropolen, unterwirft Mortarchen mitsamt ihren Reichen und erweitert über die Bücher des Nagash sein ohnehin gewaltiges Zauberarsenal.
🐛 Was denken wir?
Die Mechaniken wirken erstaunlich konsequent auf eine einzige Idee zugeschnitten: Nagash soll sich tatsächlich wie der oberste Herrscher aller Untoten spielen. Entscheidend wird deshalb weniger sein, ob er stark genug ist, sondern wie viel Aufbau und Widerstand nötig sind, bevor diese Macht vollständig ins Rollen kommt.
💀 Nagash soll der mächtigste Lord in Warhammer 3 werden – jetzt wissen wir warum
Andere Herrscher müssen sich in Total War: Warhammer 3 irgendwann entscheiden, welche Truppen eigentlich zu ihrem Reich gehören. Nagash hält solche Kategorien offenbar für eine unnötige Verwaltungsmaßnahme. Wenn der oberste Nekromant am 24. September mit Lords of the End Times spielbar wird, greift er auf Einheiten der Vampirküste, der Gruftkönige und der Vampirfürsten gleichzeitig zu – und kann einige ihrer mächtigsten Herrscher gleich mitsamt ihren Reichen in seinen Dienst zwingen.

Creative Assembly hat jetzt erstmals ausführlich erklärt, wie Nagashs Kampagne und seine Schlachten tatsächlich funktionieren. Das Ergebnis entspricht ziemlich genau dem Größenwahn, den man von einer Figur erwarten darf, die die Nekromantie erfunden hat und inzwischen nicht weniger als Gottwerdung anstrebt.
Das Studio bezeichnet Nagashs Kampagne selbst als verwirklichte Power Fantasy. Auf dem Schlachtfeld geht es noch einen Schritt weiter: Nach Einschätzung der Entwickler ist Nagash wahrscheinlich der mächtigste einzelne Charakter im gesamten Spiel.
🧟 Drei Untotenreiche werden zu einem einzigen Rekrutierungspool
Nagashs besondere Stellung beginnt bereits bei eroberten Siedlungen. Küstenstädte können zu Pirate Coves umgebaut werden, während im Landesinneren Grabkammern und Mausoleen entstehen. Über diese Strukturen erhält seine Fraktion Zugriff auf Truppen aus den Einheitenlisten der Vampirküste, Gruftkönige und Vampirfürsten.
Damit kann eine Armee Kreaturen miteinander kombinieren, die normalerweise völlig unterschiedlichen Fraktionen gehören. Hinzu kommen neue Einheiten wie die Morghasts, Spirit Hosts, Coven Thrones und der gewaltige Khemric Titan. Gerade der Titan wirkt mit seiner massiven Panzerung, Schwärmen fleischfressender Skarabäen und magischen Fernangriffen eher wie eine Belagerungsmaschine, die zufällig beschlossen hat, ein Käfer zu sein.
Dieses Zusammenführen der Untoten ist mehr als bloße Fanservice-Armeeplanung. Es bildet den Kern der gesamten Kampagne: Nagash will aus den getrennten Reichen der Toten ein einziges Land of the Dead erschaffen.
🎬 Nagash kündigte das Ende bereits an
Der offizielle Ankündigungstrailer zu Lords of the End Times zeigt den großen Nekromanten und den apokalyptischen Ton des bislang größten Warhammer-3-DLCs.
🏰 Nekropolen machen eroberte Gebiete zur Todesmaschine
Die wichtigsten Siedlungen in diesem System sind die Necropolises. Sie sammeln nekromantische Energie aus ihrer eigenen Provinz und zusätzlich aus angrenzenden Provinzen. Diese Energie wird wiederum in Gebäude, höhere Einheitenkapazitäten und die unmittelbare Rekrutierung von Truppen über Gravecall investiert.
Dadurch hängt Nagashs Macht direkt an territorialer Expansion. Je mehr Nekropolen entstehen und je stärker sie ausgebaut werden, desto schneller wächst die militärische Grundlage seiner Fraktion. Gleichzeitig liefern sie Empowered Sigils, mit denen wiederum die Schwarze Pyramide weiterentwickelt wird.
Diese Black Pyramid ist Nagashs Ausgangssiedlung und zugleich ein eigenes großes Entwicklungssystem. Zahlreiche Knoten verbessern dort Armeen, Einheiten und Kampagnenmechaniken. Territoriale Eroberung, Nekropolen und Charakterfortschritt hängen damit unmittelbar zusammen: Wer mehr Welt in Friedhof verwandelt, bekommt anschließend auch bessere Werkzeuge, um den verbleibenden Rest nachzuliefern.
👑 Wer sich nicht anschließt, wird eben unterworfen
Der zweite große Pfeiler sind Nagashs Mortarchen. Mehrere legendäre Herrscher und Helden können im Verlauf der Kampagne unterworfen werden. Besonders drastisch funktioniert das bei Arkhan dem Schwarzen, Neferata, Luthor Harkon sowie Vlad und Mannfred von Carstein: Sobald Nagash einen dieser legendären Lords für sich gewinnt, übernimmt er unmittelbar dessen Reich und Streitkräfte.
Zusätzlich warten die legendären Helden Dieter Helsnicht, Walach Harkon und Krell. Selbst The Nameless taucht als Poltergeist-Follower auf und ermöglicht einem zugewiesenen Lord, vor einer Schlacht gegnerische Einheiten zu besitzen.
Das passt erstaunlich gut zur Figur. Andere Kampagnen arbeiten mit Bündnissen, Diplomatie und Konföderationen. Nagash besitzt im Grunde eine eigene Version davon, bei der die zentrale Verhandlungsposition lautet, dass ihm die Untoten ohnehin alle gehören.
📚 Die Bücher machen den stärksten Zauberer noch stärker
Auch die Books of Nagash kehren als weltweite Sammelziele zurück. Sie liegen bei verschiedenen Armeen und Siedlungen verstreut und erweitern Nagashs magisches Arsenal, sobald sie zurückerobert werden.
Neben seiner eigenen Lore of Undeath erhält er dadurch zusätzliche Zauber aus den Lehren von Light, Vampires, Death und Nehekhara. Creative Assembly geht sogar so weit zu erklären, dass Nagash bereits als reiner Magier der stärkste Spellcaster des Spiels wäre. Nur ist er eben nicht ausschließlich Magier.
Mit seiner legendären Ausrüstung soll er auch im Nahkampf enormen Schaden verursachen. Der Stab Alakanash erzeugt einen Vortex, der Angreifer zurückschleudert, während die Mortis Blade Zefet-Nefbar Explosionen auslösen und angerichteten Schaden in Lebensenergie für Nagash umwandeln kann.
⚔️ Ein Finisher für gegnerische Lords
Besonders deutlich wird das angestrebte Machtgefühl bei Arch Necromancer. Die Fähigkeit funktioniert als einmaliger Finisher gegen gegnerische Lords und Helden: Ist das Ziel bereits schwer verwundet, verursacht der Angriff extrem hohen Schaden und kann den Kampf gegen einen wichtigen Charakter unmittelbar beenden.
Zusätzlich kann Nagash über seine Ryze: Gravecall-Armeefähigkeiten selbst während einer laufenden Schlacht neue untote Einheiten beschwören. Er steht damit nicht lediglich hinter einer besonders vielseitigen Armee, sondern kann deren Zusammensetzung mitten im Gefecht weiter verändern.
Genau hier liegt aber auch die spannendste offene Frage. Creative Assembly erklärt sehr ausführlich, warum Nagash mächtig ist, bislang jedoch kaum, wodurch diese Macht spielerisch gebremst wird. Seine Fraktion muss Nekropolen aufbauen, Mortarchen einsammeln und verlorene Bücher zurückholen; wie schwierig diese Entwicklung in einer tatsächlichen Kampagne wird, dürfte darüber entscheiden, ob Nagash als befriedigendes langfristiges Machtprojekt oder schlicht als früher Spaziergang durch Immortal Empires funktioniert.
🌍 Am 24. September beginnt das Ende der Welt
Lords of the End Times erscheint am 24. September und bringt neben Nagash auch Boris Todbringer, Grey Seer Thanquol und die Glottkin als neue Legendary Lords. Creative Assembly bezeichnet das Paket als den größten DLC in der bisherigen zehnjährigen Geschichte der Total War: Warhammer-Reihe.
Nagash dürfte dabei schon aufgrund seiner Mechaniken eine Sonderstellung einnehmen. Er sammelt nicht einfach eine neue Armee zusammen, sondern greift in bestehende Untotenfraktionen ein, übernimmt deren Herrscher und baut aus ihren unterschiedlichen Systemen sein eigenes Reich.
Das ist eine ziemlich kompromisslose Umsetzung einer Figur, die sich selbst längst nicht mehr als gewöhnlichen Herrscher betrachtet. Nagash will nicht Teil der Weltkarte werden. Er will, dass die Weltkarte Teil von Nagash wird.







