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Acht Jahre lang wurde die Hölle von Hand gemalt
📰 Was ist los?
Das düstere Point-and-Click-Adventure Tormentum II ist nach fast acht Jahren Entwicklung auf Steam erschienen und erreicht bei den ersten Käuferrezensionen 96 Prozent Zustimmung. Zwei Entwickler schufen dafür 200 handgezeichnete Szenen mit insgesamt fast 500 einzelnen Hintergrundbildern.
🐛 Was denken wir?
Diese Knochenwelt besitzt eine visuelle Wucht, die viele hundertköpfige Produktionen vergeblich suchen. Besonders reizvoll klingt die Verbindung aus Dark Fantasy, künstlicher Intelligenz und einer Simulation, die ihren Schöpfer verschlingt. Kleinere Komfortmängel lassen sich beheben – eine derart eigenständige Albtraumwelt lässt sich kaum nachträglich herbeipatchen.
🩸 Tormentum II öffnet den Albtraum von Hand: Acht Jahre Arbeit werden auf Steam gefeiert
Zwei Entwickler, acht Jahre Arbeit und eine Welt, in der Knochen, Maschinen und menschliche Körper eine ausgesprochen unheilige Verbindung eingehen: Tormentum II ist am 23. Juli auf Steam erschienen und wird von den ersten Spielern mit viel Lob empfangen.

Zum Zeitpunkt der ersten Auswertung waren 95 Prozent der 49 Rezensionen positiv. Inzwischen zeigt Steam 96 Prozent Zustimmung unter den gewerteten Käuferrezensionen. Die Zahlen sind noch überschaubar, die erkennbare Begeisterung fällt jedoch deutlich aus: Besonders häufig werden die Atmosphäre, der Soundtrack und die handgezeichnete Bildgestaltung hervorgehoben.
🎨 Fast 500 Bilder aus einer fremden Hölle
Tormentum II bezeichnet sich als düsteres Point-and-Click-Adventure mit psychologischem Horror. Seine Welt verbindet verfallene Knochenlandschaften, biomechanische Kreaturen, groteske Architektur und einsame Inseln zu einem surrealen Gesamtkunstwerk. Die Entwickler nennen 200 vollständig handgezeichnete Szenen. Zusammen mit Nahaufnahmen und weiteren Ansichten kommt das Spiel auf fast 500 einzelne Hintergrundbilder – ungefähr dreimal so viele wie der Vorgänger Tormentum – Dark Sorrow.
Als wichtige Einflüsse dienen die biomechanischen Formen von H. R. Giger und die verlassenen Traumlandschaften des polnischen Malers Zdzisław Beksiński. Die Bilder übernehmen dabei weit mehr als dekorative Aufgaben. Sie erzählen von Verfall, Einsamkeit und einer Welt, deren Bewohner längst begriffen haben könnten, dass ihre Realität eine Lüge ist.
🎬 Der handgemalte Albtraum beginnt
Der offizielle Launch-Trailer führt durch die biomechanischen Kreaturen, Knochenlandschaften und rätselhaften Simulationsebenen von Tormentum II.
🧠 Der Schöpfer erwacht in seiner eigenen Simulation
Im Mittelpunkt steht David, der an einer Simulation mit menschenähnlich denkenden Bewohnern arbeitet. Nachdem er einen geheimnisvollen Koprozessor installiert hat, erwacht er in einem Gefängnis auf einer Insel – mitten in jener Welt, die er selbst erschaffen hat.
Allerdings enthält die Simulation Orte und Wesen, die David niemals entwickelt hat. Ihre Bewohner erzählen von Göttern, die aus der Ferne erscheinen und ebenso plötzlich wieder verschwinden. Auf seiner Suche nach einem Ausweg muss David herausfinden, wer seine Schöpfung verändert hat und weshalb sie sich seiner Kontrolle entzieht.
Die Handlung verknüpft Dark Fantasy, Science-Fiction, künstliche Intelligenz und die Frage nach dem Wesen einer erschaffenen Realität. Moralisch schwierige Entscheidungen beeinflussen das Schicksal verschiedener Figuren und führen zu mehreren Enden. Die Spielzeit wird mit acht bis zwölf Stunden angegeben; Kenntnisse des ersten Teils sind nicht erforderlich.
⚙️ Zwei Entwickler gegen den Produktionsapparat
Hinter dem Projekt stehen im Kern Piotr Ruszkowski und Łukasz Rutkowski. Beide arbeiteten bereits am ersten Tormentum und kündigten die Fortsetzung im Oktober 2018 an. Aus der geplanten Rückkehr wurde eine beinahe achtjährige Entwicklung.
Ganz makellos verlief der Start erwartungsgemäß nicht. Spieler bemängeln unter anderem die fehlende Ultrawide-Unterstützung, fest vorgegebene Tastenbelegungen und einige abrupte Szenenwechsel. Die zugänglichen Rätsel erfinden das Point-and-Click-Adventure ebenfalls nicht grundlegend neu.
Dafür besitzt Tormentum II etwas, das sich mit Studiogröße und Produktionsbudget kaum erzwingen lässt: eine sofort erkennbare künstlerische Identität. Zwei Entwickler haben fast 500 Fenster in einen handgemalten Albtraum geöffnet – und die ersten Besucher wollen offenbar freiwillig darin bleiben.




