Mattel gräbt die 90er aus: „Tony the Tattooed Man“ wird zum Fantasy-Drama

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Tony kommt: Das Tattoo-Drama aus der Mattel-Kiste

📰 Was ist los?
Mattel Studios entwickelt einen Realfilm zu Tony the Tattooed Man, einer kurzlebigen Actionfigur aus den frühen 90ern. Tracie Laymon (Bob Trevino Likes It) übernimmt Drehbuch und Regie. Der Film soll ein charakterzentriertes Fantasy-Drama werden, das sich um zweite Chancen, Empathie und das Nicht-Verurteilen nach dem Äußeren dreht.

🐛 Was denken wir?
Die Marke ist so obskur, dass der Plan fast schon wieder Sinn ergibt: keine Fanerwartungen, dafür viel Raum für eine seltsame, persönliche Fantasy-Geschichte über einen Mann, dessen Haut zur Landkarte seiner Vergangenheit wird. Wenn Laymon ihre Indie-Stärken ausspielt, könnte Tony vom Wühltisch direkt in die Liste der merkwürdigsten, aber besten Spielzeugverfilmungen rutschen.

🎭 Mattel gräbt die 90er aus: „Tony the Tattooed Man“ wird zum Fantasy-Drama

Ein muskelbepackter Actionheld aus der Wühltisch-Ära der frühen 90er soll plötzlich Herz, Tiefe und surreale Fantasy bekommen: Mattel Studios macht aus Tony the Tattooed Man einen Realfilm, geschrieben und inszeniert von Tracie Laymon (Bob Trevino Likes It).


🎬 Von SXSW-Indie zu Seifenwasser-Tattoos

Mattel hat Tracie Laymon verpflichtet, um Drehbuch und Regie für den Film zu übernehmen. Ihr letzter Film Bob Trevino Likes It gewann beim SXSW-Festival Preise für sein präzises, emotionales Figurenspiel. Genau diese Qualitäten soll sie nun auf ein Stück Plastik mit Leoparden-Slip übertragen.

Die Idee: kein Trashfest, sondern ein charaktergetriebenes Drama, das surreale Fantasy-Elemente mit einem sehr irdischen Thema verbindet: zweite Chancen, Vorurteile, Selbstbild. Der Tattoo-Held wird damit zur wandelnden Leinwand für Identität statt nur für „Crawlers“ und „Totally Gross“.


🧸 Wer ist Tony the Tattooed Man eigentlich?

Zur Erinnerung:

  • Die Figur erschien 1992 als einzelner Muskelprotz namens Tony.
  • Verkaufsargument: wasserlösliche Tattoos zum Aufreiben, sowohl für die Figur als auch für die Kinderhaut.
  • Das Sortiment bestand vor allem aus Themen-Bögen wie „Crazy Commando“ oder „Gnarly Surfing Toos“.
  • Die Reihe flog schnell wieder aus den Regalen und lebt heute vor allem in Sammlerkreisen weiter.

Mehr Lore gab es nie. Kein Zeichentrick, keine Romane, nicht einmal eine Hintergrundgeschichte auf der Rückseite, die den Namen verdient. Für eine Verfilmung heißt das: freie Bahn, aber auch null Nostalgie-Bonus außerhalb der Hardcore-Sammlerblase.


🧠 Worum soll es im Film gehen?

Laymon beschreibt das Projekt als Märchen über zweite Chancen. Es geht um einen Mann, der wegen seines Äußeren sofort abgestempelt wird, dessen Tattoos aber Stück für Stück erzählen, wer er wirklich ist.

Geplant ist ein Mix aus:

  • Surrealer Fantasy (Tattoos als Spiegel innerer Zustände, Erinnerungen oder Alternativwelten)
  • Leiser Tragikomik (eine gescheiterte Spielzeugidee, die sich selbst ernst nimmt)
  • Klassischem Charakterdrama über Scham, Selbstbild und den Versuch, sich neu zu zeichnen

Wenn Laymon hält, was sie verspricht, wird Tony weniger zur „Living Action Figure“ und mehr zu einer Art tätowiertem Pinocchio für Erwachsene.


🧵 Unser Fazit: Zwischen Geniestreich und „Was zur Hölle?“

Auf dem Papier wirkt Tony the Tattooed Man wie ein Fiebertraum des Mattel-Marketingteams: eine eingestellte 90er-Figur, die man mit viel Ernsthaftigkeit zum Symbolfilm für Empathie machen will.

Aber:

  • Die Vorlage ist so leer, dass sie sich perfekt für eine ungewöhnliche Fantasy-Allegorie eignet.
  • Eine Regisseurin mit Indie-Handschrift könnte dafür sorgen, dass der Film mehr wird als nur der nächste IP-Baukasten.

Am Ende haben wir zwei Optionen:
Entweder entsteht ein unerwartet starkes Fantasy-Drama über Körperbilder und zweite Chancen oder ein künftiger Kultfilm für Nächte, in denen man sich fragt, wer das genehmigt hat. Beides wäre zumindest interessanter als die nächste seelenlose Spielzeugverfilmung.

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