Tony Iommi – From The Dark (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Tony Iommi – From The Dark

🧿 Kurzfazit
From The Dark ist ein starkes, würdevolles und absolut konzentriertes Soloalbum, auf dem Tony Iommi seine gesamte Erfahrung in acht schwere, markante und perfekt arrangierte Songs gießt. Die Platte lebt von Riffs, Atmosphäre und einem tiefen Gespür für Dramaturgie. Jørn Lande trägt das Material mit Kraft und Größe, ohne Iommis Gitarrenspiel je zu überdecken. Kleinere Abstriche gibt es bei der Dynamik, weil das Album sein überwiegend getragenes Tempo nur punktuell öffnet. Unter dem Strich bleibt trotzdem eine späte Großtat eines Musikers, dessen Handschrift immer noch sofort erkennbar ist.

🧭 Für wen & vergleichbar mit
Für Hörer von Black Sabbath in ihren doomigeren und melodischeren Phasen, Heaven & Hell, Dio, Tony Martin-Ära-Sabbath, Whitesnake in schwererem Gewand sowie für alle, die klassischen Heavy Metal mit Gewicht, Charakter und reifer Größe schätzen.

🎼 Highlights
Black Times, Beyond The Dead, Death Wake, Legacy

⛔ Für wen eher weniger geeignet?
Wer von Iommi ein wildes Spätwerksfeuer mit permanentem Tempowechsel und jugendlicher Raserei erwartet, dürfte sich umstellen müssen. From The Dark arbeitet lieber mit Schwere, Geduld und Atmosphäre. Die Songs entfalten ihre Wirkung aus innerer Spannung und weniger aus hektischer Oberfläche.

Cover beziehungsweise zentrales Artwork zu Tony Iommi – From The Dark: Ein rotes, stilisiertes Kreuz mit dunklen, illustrativen Details und eingearbeiteten Songtiteln steht auf schwarzem Hintergrund. Das Motiv wirkt sakral, düster und klar mit Tony Iommis Bildsprache verbunden.

🖤 Tony Iommi – From The Dark: Der Mann, von dem die Finsternis das Riff lernte

Es gibt Musiker, die mit jeder neuen Veröffentlichung ihre Relevanz beweisen müssen. Tony Iommi gehört zu jener sehr kleinen Kategorie von Musikern, bei der schon die bloße Existenz eines neuen Albums ein Ereignis ist. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn der Gitarrist von Black Sabbath ein Soloalbum veröffentlicht, dann erscheint da kein beliebiger neuer Metal-Release. Hier meldet sich ein Mann zurück, dessen Fußabdrücke auf dem Fundament des gesamten Genres liegen.

Dass From The Dark dabei auch noch etwas taugt, wäre für viele schon ausreichend. Iommi begnügt sich allerdings nicht mit würdevoller Legendenpflege. Er liefert acht Songs, die schwer, konzentriert und erstaunlich beseelt wirken. Diese Platte schleppt keine Vergangenheit hinter sich her. Sie trägt sie mit ruhiger Selbstverständlichkeit auf den Schultern und schaut dabei sehr klar nach vorn.

Die Voraussetzungen dafür sind stark. Jørn Lande singt mit jener mächtigen, leicht rauen Autorität, die sich perfekt zwischen klassischem Heavy Metal und doomiger Schwere bewegt. Becky Baldwin gibt den Songs ein stabiles Rückgrat, Karl Brazil hält den Puls straff, und Mike Exeter sorgt mit Produktion und Keyboards dafür, dass das Album in genau jener Halbdunkelzone leuchtet, in der Iommis Riffs seit Jahrzehnten am gefährlichsten sind.

Das Ergebnis klingt, als hätte jemand uralte Steinplatten ausgegraben und anschließend sehr sorgfältig verstärkt. From The Dark ist schwer, würdevoll, manchmal melancholisch, oft majestätisch und fast durchgehend von einer Ruhe getragen, die nur Musiker besitzen, die längst niemandem mehr auch nur das Geringste zu beweisen haben. Wir begeben uns auf die Spuren der Legendes.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Heavy Metal, Doom Metal, klassischer Hard Rock, Blues Metal

🎼 Musikalische Einordnung: Schon Over The Violent Sun macht klar, worauf dieses Album setzt. Das Riff ist schwer, der Gang entschlossen, die Dramaturgie kontrolliert. Iommi verlässt sich auf seine größte Stärke: Er schreibt Gitarrenfiguren, die sofort Gewicht besitzen und sich mit wenigen Tönen tief ins Material schrauben. Dazu kommt Jørn Lande, dessen Stimme dem Opener jene gravitätische Wucht verleiht, die für ein Album dieser Art unverzichtbar ist.

Mit Black Times folgt gleich einer der stärksten Songs der Platte. Hier verdichtet sich vieles, was From The Dark auszeichnet: ein mächtiges Grundtempo, ein doomiger Zug, Raum für die Rhythmusgruppe und eine Gitarre, die nie um Aufmerksamkeit kämpfen muss. Iommi spielt Soli, die jeder Phrase Bedeutung geben. Er braucht keine Eile. Er braucht die richtige Stelle.

World Alone öffnet das Album danach etwas weiter. Der Song besitzt mehr Vorwärtsdrang, mehr unmittelbaren Zugriff und jene klare Single-Energie, die man diesem Material ohne Weiteres zutrauen kann. Beyond The Dead führt die Platte anschließend tiefer ins Dramatische. Orchestrale Farben, schwere Riffs und Landes Gesang erzeugen eine fast filmische Wirkung, die das Stück zu einem der stärksten Momente des Albums macht.

In der zweiten Hälfte bleibt das Niveau hoch. Stormwatcher lebt von einer geradlinigen, ausgesprochen effektiven Riffidee und maritimer Bildsprache. Death Wake zieht die Spannung wieder enger, wird dunkler und emotionaler, und Return Of The Arbalist sorgt für einen kräftigen letzten Anlauf, bevor Legacy als epischer Abschluss den großen Bogen spannt. Gerade dieser Closer zeigt eindrucksvoll, wie gut Iommi und Lande auf diesem Album zusammenarbeiten. Der Song besitzt Größe, Pathos und genug Substanz, um seine Laufzeit zu tragen.

🔊 Klangbild: Das Klangbild von From The Dark fällt so aus, wie es einem solchen Album am besten zu Gesicht steht: Tief, warm, druckvoll und klar. Mike Exeter produziert das Material mit sicherer Hand und hält den Fokus auf den Songs. Die Gitarren haben Volumen, die Drums treten kräftig, der Bass bleibt präsent, und die Keyboards setzen Akzente, ohne die Musik in künstliche Opulenz zu drängen.

Besonders überzeugend ist dabei die Balance zwischen klassischer Schwere und moderner Sauberkeit. Das Album klingt groß, ohne überladen zu wirken. Iommis Riffs behalten ihre Luft, Landes Stimme steht deutlich im Zentrum, und selbst die dramatischeren Passagen werden nie von ihrer eigenen Inszenierung erdrückt.

Man hört diesem Album an, dass man hier ohne jegliche Hektik gearbeitet hat. Jede Spur wirkt überlegt gesetzt, jeder Übergang sauber vorbereitet. Die Musik gewinnt dadurch an Autorität. From The Dark muss niemanden anschreien. Diese Platte betritt den Raum und alle anderen machen instinktiv einen Schritt zur Seite.

🎬 Offizielles Musikvideo: World Alone

Mit World Alone liefert Tony Iommi den idealen Einstieg in From The Dark: markante Riffs, ein kraftvoller Refrain, dystopische Bilder und genau jene schwere Eleganz, die dieses Album trägt.

⚫ Highlights: Vier finstere Sahnestücke

Black Times

Wenn man einen Song als Essenz dieses Albums benennen müsste, käme Black Times sehr weit nach vorn. Das Stück schleppt sich mit jener schweren Würde voran, die Iommi seit Jahrzehnten besser beherrscht als fast jeder andere Gitarrist. Becky Baldwin bekommt hier hörbar Raum, der Song atmet, und Landes Stimme legt sich mit genau dem richtigen Maß an Pathos darüber. Ein doomiges Schwergewicht.

Beyond The Dead

Hier gewinnt die Platte einen fast theatralischen Zug. Orchestrale Farbtupfer, dunkle Riffs und eine starke vokale Performance greifen sauber ineinander. Der Song zeigt, wie wirkungsvoll Iommi mit Größe umgehen kann, wenn das Material die nötige Substanz mitbringt. Das Ergebnis wirkt dunkel, dramatisch und erstaunlich elegant.

Death Wake

Ein Titel wie aus einem alten Schauerroman, musikalisch entsprechend düster und melancholisch. Der Song gehört zu den emotionalsten Momenten der Platte und wird durch Brian Mays Gastsolo zusätzlich veredelt. Gerade weil das Stück seine Kraft nicht aus Lautstärke, sondern aus Stimmung zieht, bleibt es sehr lange hängen.

Legacy

Der Schlussakkord dieses Albums kommt in Form eines über sieben Minuten langen Finales. Legacy bündelt vieles, was From The Dark ausmacht: schwere Sabbath-DNA, starke Gesangsführung, Bluesgefühl, feine Gitarrenarbeit und eine Erzählbewegung, die den Song größer macht, als es ein bloßes Riffvehikel je könnte. Das ist definitiv ein würdiger Schlusspunkt.

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🖼️ Artwork

Das Artwork zu From The Dark verzichtet auf überladene Symbolschlacht und setzt auf ein Motiv, das zu Iommi kaum besser passen könnte: sein charakteristisches Kreuz. In der gezeigten Form wirkt es wie ein roter Scherenschnitt auf schwarzem Grund, ausgefüllt mit dunklen, illustrativen Details und den eingearbeiteten Songtiteln. Das sieht markant aus, sofort wiedererkennbar und besitzt genau jene Mischung aus Sakralität und Finsternis, die man mit Iommis Werk verbindet.

Besonders reizvoll wird das Motiv durch die Verpackungsidee. Das Kreuz dient als Ausstanzung des Covers und gibt den Blick auf die darunterliegende Illustration frei. Dadurch bekommt das Artwork eine haptische, beinahe zeremonielle Qualität. Man hält nicht bloß ein Cover in der Hand, sondern ein Objekt, das sich erst vollständig erschließt, wenn man es öffnet.

Diese Gestaltung passt hervorragend zum Album. Das Kreuz verweist auf Iommis ikonische Bildsprache, die rote Farbgebung auf Wärme, Blut, Alarm und Verdichtung. Zusammen mit dem schwarzen Hintergrund entsteht ein Look, der sofort schwer wirkt. Elegant, düster und sehr bewusst gesetzt.

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✨ Besondere Momente

🪓 Iommi spielt weiter wie ein Mann mit Hausrecht in der Hölle

Es gibt Gitarristen mit Tempo, Technik und Ton. Tony Iommi besitzt etwas Selteneres: Autorität. Seine Riffs klingen, als hätten sie immer schon existiert und seien nur zufällig gerade wieder freigelegt worden. Auf From The Dark hört man sehr schön, wie ökonomisch er arbeitet. Ein paar Noten, ein sauber gesetzter Akzent, ein kurzes Solo – und der Song steht.

🌩️ Jørn Lande hebt das Material, ohne es an sich zu reißen

Dieses Album funktioniert auch deshalb so gut, weil Jørn Lande verstanden hat, worum es hier geht. Er singt groß, kraftvoll und mit breiter Brust, bleibt aber stets ganz im Dienst der Songs. Seine Stimme bringt genau jene Mischung aus klassischem Metal-Ernst, Emotion und leichter Theatralik mit, die dieses Material braucht. Viele andere Sänger hätten hier entweder zu viel oder zu wenig gewollt. Lande trifft exakt die Mitte. Good job!

⚰️ Ein Spätwerk mit Schwere und Würde

Die große Stärke von From The Dark liegt in seiner Haltung. Diese Platte klingt nach einem Musiker, der sich seiner Geschichte bewusst ist und daraus trotzdem keine Denkmalpflege macht. Iommi verwaltet seinen Ruf nicht. Er arbeitet mit ihm. Dadurch gewinnt das Album eine Reife, die sehr viel überzeugender wirkt als jeder krampfhafte Versuch, jugendlich zu erscheinen.

👑 Brian May schaut vorbei und benimmt sich vorbildlich

Gastauftritte auf Veteranenalben können schnell nach Ehrenabzeichen für die Pressemappe wirken. Bei Death Wake ist das erfreulich anders. Brian May bringt ein Solo ein, das sofort als seines zu erkennen ist und sich dennoch organisch in den Song fügt. Zwei Gitarrenikonen auf demselben Stück – das klingt schnell nach einem Ereignis, das sich wichtiger nimmt als die Musik. Hier gewinnt einfach der Song.

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📜 Hintergrund: Der Architekt des Heavy Metal kehrt als Solokünstler zurück

Tony Iommi muss man in einer Metal-Review eigentlich nicht vorstellen. Als Gitarrist von Black Sabbath hat er an jener Musik mitgebaut, die den Grundstein für Heavy Metal, Doom Metal und zahllose spätere Spielarten gelegt hat. Nach Jahrzehnten mit Sabbath, diversen Nebenprojekten und früheren Soloveröffentlichungen erscheint mit From The Dark nun sein erstes großes Soloalbum seit Fused aus dem Jahr 2005.

Der Kontext macht diese Veröffentlichung besonders spannend. Das Ende von Black Sabbath liegt hinter ihm, ebenso ein schmerzhaftes Jahr voller Verluste und Erschütterungen. Genau dadurch gewinnt dieses Album zusätzliches Gewicht. Man hört hier keinen Musiker, der bloß noch einmal alte Signaturen reproduziert. Wir lauschen einem überragenden Künstler, der auf ein langes Leben, eine monumentale Karriere und die eigene Vergänglichkeit blickt, ohne in bloße Selbstbespiegelung zu kippen.

An seiner Seite stehen Jørn Lande als Sänger und Texter, Becky Baldwin am Bass, Karl Brazil am Schlagzeug sowie Mike Exeter an den Keyboards und in zentraler Produktionsfunktion. Diese Besetzung trägt entscheidend dazu bei, dass From The Dark mehr geworden ist als ein Solostar-Vehikel. Das Album wirkt wie eine konzentrierte Teamleistung unter Iommis klarer Führung.

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🖤 Fazit: Wenn der Riffmeister Bilanz zieht und dabei nach vorn schaut

From The Dark ist ein Album von spürbarem Gewicht. Das liegt natürlich an der Geschichte seines Schöpfers, am Ton der Songs und an jener stillen Souveränität, mit der Tony Iommi hier arbeitet. Diese Musik will nichts beweisen und muss es auch nicht. Gerade dadurch gewinnt sie ihren Sog und ihre Überzeugungskraft.

Die besten Tracks des Albums gehören ohne Weiteres zum stärkeren Material, das man 2026 im klassischen Heavy Metal hören kann. Black Times, Beyond The Dead, Death Wake und Legacy zeigen einen Gitarristen, der selbst im fortgeschrittenen Karrierekapitel noch Songs mit echter Substanz schreiben kann. Jørn Lande liefert dazu eine große Performance, Mike Exeter sorgt für ein sattes, würdiges Klangbild, und die gesamte Band spielt mit jener Ernsthaftigkeit, die dieses Material verlangen darf.

Ein paar Hörer werden mehr Tempo, größere Härte oder eine höhere stilistische Unruhe vermissen. Das ist natürlich legitim. From The Dark setzt seine Schwerpunkte aber eben bewusst anders. Schwere, Atmosphäre, Reife und melodische Gravitas bestimmen das Geschehen. Diese Platte sucht keine schnelle Bewunderung. Sie baut auf Nachhall.

Und genau darin liegt ihre Stärke. Tony Iommi hat der Finsternis vor langer Zeit das Riff beigebracht. Auf From The Dark zeigt er, dass sie ihm dafür bis heute sehr aufmerksam zuhört.

Cover beziehungsweise zentrales Artwork zu Tony Iommi – From The Dark: Ein rotes, stilisiertes Kreuz mit dunklen, illustrativen Details und eingearbeiteten Songtiteln steht auf schwarzem Hintergrund. Das Motiv wirkt sakral, düster und klar mit Tony Iommis Bildsprache verbunden.

Künstler:

Tony Iommi

Albumtitel:

From The Dark

Erscheinungsdatum:

23. Oktober 2026

Genre:

Heavy Metal / Doom Metal / Hard Rock

Label:

BMG

Spielzeit:

ca. 42 Minuten

👥 Besetzung:

Tony Iommi – Gitarre
Jørn Lande – Gesang
Becky Baldwin – Bass
Karl Brazil – Schlagzeug
Mike Exeter – Keyboards

Gastmusiker:

Brian May – Gastsolo auf Death Wake

Produktion:

Tony Iommi – Co-Produktion
Mike Exeter – Co-Produktion, Keyboards
Mike Exeter & Andy Sneap – Mix auf World Alone

Artwork:

Beto Ferris – Cover-Artwork

🎼 Trackliste:

Over The Violent Sun – 5:28
Black Times – 5:52
World Alone – 3:49
Beyond The Dead – 5:32
Stormwatcher – 5:11
Death Wake – 4:57
Return Of The Arbalist – 4:06
Legacy – 7:03

    Deluxe-CD-Bonustracks:

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