Pennywise, Darkness, Frank-N-Furter: Tim Curry ist mit 80 Jahren gestorben

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Eine der großen Stimmen der Phantastik ist verstummt

📰 Was ist los?
Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren in seinem Haus in Los Angeles gestorben. Für Horror- und Fantasyfans bleibt er vor allem als Pennywise in Es, Darkness in Legend und Dr. Frank-N-Furter aus The Rocky Horror Picture Show unvergessen.

🐛 Was denken wir?
Currys Bedeutung liegt nicht nur in der Zahl seiner berühmten Rollen. Er besaß die seltene Fähigkeit, selbst extrem stilisierte Figuren vollständig mit Persönlichkeit zu füllen. Viele seiner Monster und Bösewichte sind deshalb Jahrzehnte später nicht bloß wiedererkennbar – sie fühlen sich immer noch einmalig an.

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🎭 Pennywise, Darkness, Frank-N-Furter: Tim Curry ist mit 80 Jahren gestorben

Man musste Tim Curry nicht unbedingt sehen, um ihn wiederzuerkennen. Manchmal genügte diese Stimme. Tief, präzise, ein wenig spöttisch und jederzeit fähig, aus einem freundlich gesprochenen Satz etwas leicht Bedrohliches zu machen. Wenn er doch im Bild erschien, konnte daraus ein Clown im Abwasserkanal werden, ein gewaltiger roter Dämon mit Hörnern – oder ein Wissenschaftler aus Transylvania, der Film- und Musicalgeschichte schreiben sollte.

Eine elegant gekleidete Figur wird von hinten gezeigt und geht mit einem roten Luftballon durch eine nächtliche, regennasse viktorianische Straße; im Hintergrund stehen rote Vorhänge und eine dunkle, hornartige Silhouette im Mondlicht.
Ein symbolisches Gedenkmotiv für Tim Curry, das Anklänge an Horror, Fantasy und Kultrollen in einer einzigen nächtlichen Szene zusammenführt. © Fantasykosmos / KI-generiert / manuell nachbearbeitet

Tim Curry ist tot. Der britische Schauspieler, Sänger und Sprecher starb am 25. August im Alter von 80 Jahren friedlich in seinem Haus in Los Angeles. Sein Tod wurde am Mittwoch von seinem Management bestätigt.

Für die phantastische Popkultur hinterlässt Curry eine ungewöhnlich große Lücke. Nur wenige Schauspieler haben völlig unterschiedliche Generationen mit derart verschiedenen Figuren erreicht: als Pennywise in Stephen Kings Es, als Darkness in Ridley Scotts Legend, als Dr. Frank-N-Furter in The Rocky Horror Picture Show und mit einer Stimme, die über Jahrzehnte in Animationsserien, Fantasyfilmen und Spielen auftauchte.

🎈 Bevor Pennywise ein modernes Horror-Monster wurde

Als Stephen Kings Es 1990 erstmals als zweiteilige TV-Produktion verfilmt wurde, bekam Curry eine Rolle, die sich dauerhaft mit seinem Namen verbinden sollte. Sein Pennywise hatte noch nichts von der aufwendig verfremdeten Kreatur späterer Adaptionen. Vieles an diesem Clown war erschreckend gewöhnlich.

Weiße Schminke. Rote Haare. Ein breites Grinsen. Eine freundliche Stimme. Curry brauchte keine permanenten Spezialeffekte, um daraus etwas Bedrohliches zu machen. Sein Pennywise konnte in einem Moment beinahe harmlos wirken und im nächsten die gesamte Szene kippen. Gerade dieses Schwanken zwischen Jahrmarktsfigur und etwas eindeutig Unmenschlichem machte die Darstellung für viele Zuschauer so wirkungsvoll.

Die Neuverfilmungen von Es haben Pennywise Jahrzehnte später noch einmal vollständig neu definiert. Currys Version blieb trotzdem bestehen. Wer Anfang der 90er zum ersten Mal einen Clown aus einem Gully sprechen sah, brauchte danach häufig keine weitere Erklärung mehr, warum Clowns im Horror funktionieren.

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😈 In Legend wurde er zur Dunkelheit selbst

Fünf Jahre zuvor hatte Curry bereits eine der eindrucksvollsten Fantasygestalten des Kinos gespielt. In Ridley Scotts Legend von 1985 verkörperte er Darkness, den gehörnten Herrscher der Finsternis, der die Welt in ewige Nacht stürzen will.

Die Rolle verschwand beinahe vollständig unter Maske, Prothesen und gewaltigen Hörnern. Und trotzdem blieb Curry darin unverkennbar. Darkness war keine zurückhaltende Fantasyfigur. Er war riesig, rot, theatralisch und vollkommen überzeugt von seiner eigenen Größe. Curry spielte ihn entsprechend nicht naturalistisch, sondern wie eine mythologische Gestalt, die zufällig den Weg vor eine Filmkamera gefunden hatte. Seine Stimme und seine Körperhaltung gaben der aufwendigen Maske erst jene Persönlichkeit, durch die Darkness weit mehr wurde als ein beeindruckendes Kreaturendesign.

Legend war bei seiner Veröffentlichung kein großer Erfolg. Über die Jahre entwickelte der Film jedoch genau jene Art von zweitem Leben, die Curry häufig zu begleiten schien. Heute gehört Darkness zu den Bildern, die sofort mit der dunklen Fantasy der 80er verbunden werden.

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🏰 Curry hatte ein besonderes Talent für großartige Bösewichte

Dass sich ausgerechnet solche Rollen durch Currys Karriere ziehen, war kein Zufall. Er konnte Bösewichte spielen, ohne sie auf bloße Bosheit zu reduzieren. Oft steckte darin Genuss, Humor, Eitelkeit oder eine fast kindliche Freude am eigenen Größenwahn.

Das galt für Darkness ebenso wie später für Cardinal Richelieu in Die drei Musketiere oder für Long John Silver in Muppets – Die Schatzinsel. Selbst dort, wo Curry eindeutig der Gegenspieler war, wurde die Figur häufig zu jener Person, auf die man wartete, sobald sie gerade nicht im Bild stand.

Eine besonders schöne Variante davon war Hexxus in FernGully – Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald. Curry verlieh der zerstörerischen, von Verschmutzung lebenden Wesenheit seine Stimme und machte auch aus dieser animierten Fantasyfigur einen Bösewicht, der sich sichtbar daran erfreut, böse zu sein.

Das war eines seiner großen Talente: Tim Curry konnte Bedrohung spielen, ohne sämtliche Lebensfreude aus einer Figur herauszunehmen.

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🎙️ Eine Stimme, die ganze Welten bevölkerte

Seine Stimme wurde schließlich zu einer zweiten Karriere. Curry arbeitete über Jahrzehnte als Sprecher für Animation, Fernsehen und Spiele. Für Peter Pan & the Pirates erhielt er einen Daytime Emmy. Später war er unter anderem in Star Wars: The Clone Wars zu hören und sprach Figuren in zahlreichen Animationsserien.

Gerade nach seinem schweren Schlaganfall im Jahr 2012 bekam diese Arbeit noch größere Bedeutung. Curry war fortan auf einen Rollstuhl angewiesen und reduzierte seine körperlichen Rollen deutlich, blieb aber als Sprecher und bei ausgewählten Auftritten präsent.

Für viele jüngere Zuschauer bedeutete das, dass sie Tim Curry längst kannten, bevor sie seinen Namen überhaupt mit Pennywise, Darkness oder Frank-N-Furter verbanden. Seine Stimme wanderte durch Kinderzimmer, Fantasywelten und Zeichentrickserien, während die ältere Generation sie längst aus ganz anderen Albträumen kannte.

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👄 Und dann war da natürlich Frank-N-Furter

Über Tim Curry zu schreiben, ohne The Rocky Horror Picture Show ins Zentrum seiner Karriere zu rücken, wäre trotzdem unmöglich.

Die Figur des Dr. Frank-N-Furter spielte Curry bereits 1973 in der ursprünglichen Londoner Bühnenproduktion von The Rocky Horror Show. Zwei Jahre später übernahm er sie auch für den Film. Was zunächst kein großer Kinoerfolg war, entwickelte sich über Mitternachtsvorstellungen, Fanrituale und Jahrzehnte hinweg zu einem der langlebigsten Kultphänomene der Filmgeschichte.

Curry war dabei gleichzeitig Gastgeber, Verführer, Wahnsinniger und Außerirdischer. Science-Fiction, Horror, Musical, Camp und sexuelle Provokation trafen in einer Figur aufeinander, die sich mit nahezu demonstrativer Selbstverständlichkeit jeder normalen Kategorie entzog.

Dass Curry später gelegentlich Abstand von der Rolle suchte, ist angesichts ihrer Dominanz über seine öffentliche Wahrnehmung nachvollziehbar. Schließlich hatte er Theater gespielt, Musik aufgenommen, drei Tony-Nominierungen erhalten und Dutzende völlig andere Figuren geschaffen. Entkommen ist er Frank-N-Furter dennoch nie vollständig. Irgendwann musste er das offenbar auch nicht mehr.

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🎭 Mehr als sechs Jahrzehnte zwischen Bühne und Albtraum

Curry wurde am 19. April 1946 in Cheshire geboren und studierte Schauspiel an der University of Birmingham. Nach ersten Theaterarbeiten führte ihn sein Weg nach London und schließlich zu The Rocky Horror Show. Von dort verlief seine Karriere ungewöhnlich breit: Theater, Film, Fernsehen, Musik und Sprecherarbeit existierten über Jahrzehnte nebeneinander.

Er spielte Mozart in Amadeus, König Arthur in Monty Python’s Spamalot und erhielt insgesamt drei Tony-Nominierungen. Im Kino konnte er zwischen Fantasy, Horror, Komödie und Familienfilm wechseln, ohne dass seine Rollen beliebig wirkten.

Nach seinem Schlaganfall wurde es ruhiger um ihn. Curry trat weiterhin bei Veranstaltungen auf, übernahm Sprecherrollen und kehrte 2024 nach längerer Pause mit Stream sogar noch einmal in einem Horrorfilm auf die Leinwand zurück. Ein Jahr später erzählte er in seinen Memoiren Vagabond selbst von seinem Leben und seiner Karriere.

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🕯️ Die Monster bleiben

Bei Schauspielern wie Tim Curry lässt sich ein Vermächtnis kaum auf eine einzelne Rolle reduzieren. Vielleicht liegt gerade darin seine Bedeutung für die Phantastik.

Pennywise funktioniert vollkommen anders als Darkness. Darkness hat praktisch nichts mit Frank-N-Furter gemeinsam. Hexxus wiederum existiert nur als Zeichnung und Stimme. Trotzdem steckt in allen etwas, das Curry immer wieder besonders gut konnte: Figuren, die größer waren als der Raum, in dem sie auftauchten.

Er konnte unheimlich sein, ohne still zu werden. Theatralisch, ohne belanglos zu wirken. Komisch, ohne einem Monster die Bedrohlichkeit zu nehmen.

Tim Curry wurde 80 Jahre alt. Pennywise wird weiter aus dem Gully grinsen, Darkness weiter seine Hörner in den Schatten tragen und irgendwo wird wieder jemand den Time Warp tanzen.

Das ist bei einem Schauspieler vielleicht die schönste Form des Weiterlebens, die das Kino zu bieten hat.

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