Artusritter gegen Anubis: Tides of Annihilation entfesselt seinen wilden Fantasy-Mix

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

London wird zum mythologischen Unfallort

📰 Was ist los?
Eine 45-minütige gamescom-Demo von Tides of Annihilation zeigt erstmals ausführlich einen zusammenhängenden Spielabschnitt im British Museum. Gwendolyn kombiniert mehrere Spektralritter im Kampf und bei Rätseln, sucht nach dem ägyptischen Totenbuch und tritt schließlich gegen Anubis an.

🐛 Was denken wir?
Der spannende Punkt ist nicht allein das Kampfsystem, sondern wie selbstverständlich Eclipse Glow verschiedene Mythologien in sein zerstörtes London einbaut. Wenn Artussage, ägyptische Götter und moderne Großstadt am Ende tatsächlich eine gemeinsame erzählerische Logik besitzen, könnte das Spiel eine bemerkenswert eigene Urban-Fantasy-Welt bekommen.

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⚔️ Artusritter gegen Anubis: Tides of Annihilation entfesselt seinen wilden Fantasy-Mix

Man betritt das British Museum, sucht zwischen ägyptischen Relikten nach dem Buch der Toten, öffnet mithilfe spektraler Ritter ein Portal in eine Anderswelt – und steht wenig später tatsächlich vor Anubis. Währenddessen liegt draußen London in Trümmern, weil eine fremde Realität begonnen hat, die moderne Metropole buchstäblich zu verschlucken.

Gwendolyn kämpft gemeinsam mit einem spektralen Ritter in einem von übernatürlichen Kräften zerstörten modernen London in Tides of Annihilation.
In Tides of Annihilation reicht die Artussage nur bis zur nächsten Museumstür, dahinter kann bereits Anubis warten. © Eclipse Glow Games

Tides of Annihilation hatte schon bei seiner Enthüllung keine besonders bescheidene Vorstellung davon, wie Urban Fantasy aussehen sollte. Eine neue 45-minütige gamescom-Demo zeigt nun aber erstmals ausführlich, wie weit Eclipse Glow Games diesen Gedanken tatsächlich treibt. Das Spiel verbindet moderne Londoner Wahrzeichen mit der Artussage, spektralen Rittern, verworfener Architektur und offenbar weiteren Mythologien, die mitten in diese kollidierenden Welten hineinbrechen.

Das Entscheidende daran: Der Mix funktioniert nicht nur als Kulisse für spektakuläre Trailer. Die Demo zeigt ein erstaunlich klassisches Action-Adventure-Gerüst aus Erkundung, kleinen Rätseln, Kämpfen und Bossbegegnungen – nur dass Gwendolyn ihren persönlichen Ritterorden gleich mitbringt.

🏛️ Im British Museum bleibt die Vergangenheit nicht hinter Glas

Gwendolyn gehört zu den wenigen Menschen, die eine Invasion aus der sogenannten Otherworld überlebt haben. Seitdem zerfällt London zwischen realer Stadt und fremder Fantasywelt. Straßen werden aufgerissen, Gebäudefragmente schweben in der Luft und gotische Architektur wächst dort hinein, wo eigentlich eine moderne Metropole stehen sollte.

Die gamescom-Demo führt Gwendolyn unter anderem ins British Museum. Dort sucht sie nach dem ägyptischen Totenbuch, während ihre spektralen Ritter nicht nur in den Kämpfen, sondern auch bei kleineren Umgebungsrätseln zum Einsatz kommen. Am Ende wartet mit Anubis ein mehrphasiger Bosskampf und damit der bislang deutlichste Beweis, dass Eclipse Glow Games seine Artussage bewusst für weitere Mythologien öffnet.

🎬 Die Ritter der Tafelrunde werden zum Kampfsystem

Eclipse Glow Games zeigt im aktuellen Deep Dive, wie Gwendolyn ihre Spektralritter kombiniert und mit ihnen schnelle Angriffsketten aufbaut.

Interessant ist daran weniger die Frage, ob Eclipse Glow historische Mythologien wissenschaftlich sauber nebeneinanderstellt. Tides of Annihilation scheint sich vielmehr bewusst an der Vorstellung zu bedienen, dass ein Museum voller Gegenstände aus unterschiedlichsten Kulturen in einer zerfallenden Realität plötzlich zum hervorragend sortierten Arsenal für Fantasykatastrophen wird. Die Artussage bildet weiterhin das Fundament, aber offenbar nicht mehr die Grenze.

👻 Gwendolyn führt ihren eigenen Ritterorden

Das zentrale Kampfsystem kennen wir grundsätzlich schon länger. Gwendolyn kann mehr als ein Dutzend spektrale Ritter beschwören, die von Gestalten der Tafelrunde inspiriert sind und unterschiedliche Rollen übernehmen. Manche stürmen offensiv in Gegner hinein, andere schützen Gwendolyn, kontrollieren Gruppen oder erweitern bestehende Kombos.

Im Hands-on wird nun greifbarer, wie flexibel das funktioniert. Die Ritter werden paarweise zusammengestellt, mehrere Sets lassen sich vorbereiten und während des Kampfes schnell wechseln. In der gezeigten Zusammenstellung setzt ein offensives Duo mit Schwert und Hellebarde Gegner unter Druck, während ein zweites Paar Feinde wegstößt oder kurzzeitig einfriert. Gwendolyn besitzt zusätzlich ihre eigenen leichten und schweren Angriffe sowie aufladbare Spezialfähigkeiten.

Das aktuelle Entwickler-Deep-Dive erweitert diesen Eindruck noch einmal. Dort zeigt Eclipse Glow Games erstmals Lancelot, dessen Stil auf schnellen Schwertangriffen beruht. Die Ritter sollen eben keine automatischen Begleiter sein, die irgendwo im Hintergrund zusätzlichen Schaden verursachen. Sie bilden einen wesentlichen Teil des eigentlichen Combosystems und können sogar mitten in Angriffsketten ausgetauscht werden.

Damit erinnert das Ganze stärker an ein Character-Action-Spiel als an ein klassisches Party-RPG. Gwendolyn bleibt die unmittelbar kontrollierte Figur, doch ihr Kampfstil entsteht aus der Frage, welche Ritter sie mitnimmt und wie deren Fähigkeiten miteinander verkettet werden.

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🧩 Ritter können auch einfach eine Kiste hochheben

Die Demo zeigt außerdem etwas, das in den spektakulären Kampfvideos bislang leicht unterging: Die Geisterritter bleiben nicht auf Schlachten beschränkt.

Auf dem Weg zum Buch der Toten stößt Gwendolyn auf eine Vorrichtung mit drehbaren, von Hieroglyphen verzierten Kugeln. Über kleinere Kletter- und Erkundungspassagen müssen zunächst die passenden Symbole gefunden werden, bevor sich damit ein Portal öffnen lässt. Die Ritter helfen während solcher Abschnitte direkt bei der Umgebung: Einer kann schwere Gegenstände anheben, ein anderer brüchige Wände durchbrechen.

Das klingt unspektakulär, ist aber für die Struktur des Spiels wichtig. Wenn die beschworenen Ritter außerhalb des Kampfs ebenfalls unterschiedliche Funktionen bekommen, besitzen sie potenziell mehr Bedeutung als bloße austauschbare Attacken.

Und es passt hervorragend zur Grundidee: Gwendolyn reist nicht mit einer gewöhnlichen Party. Sie trägt gewissermaßen eine ganze Tafelrunde als übernatürlichen Werkzeugkasten mit sich herum.

🐺 Und dann sitzt Anubis im Buch der Toten

Am Ende der Demo wird der ohnehin wilde Mythologie-Mix endgültig von der Leine gelassen. Gwendolyn betritt das Buch der Toten und landet in einer magischen Arena, in der ein gewaltiger Anubis wartet.

Der Kampf läuft über mehrere Phasen. Anubis errichtet magische Wände und beschwört Priester, die ihn schützen. Gwendolyn muss Lücken in den Barrieren nutzen, die Helfer ausschalten und dadurch den Gott erneut verwundbar machen. In der zweiten Phase eskaliert die Arena mit herabstürzenden Steinen, Erschütterungen und schnellen Teleportationen des Bosses.

Gerade dieser Abschnitt macht deutlich, dass Eclipse Glow Games seine Mythen offenbar nicht streng voneinander isolieren möchte. Eine Heldin mit Artusrittern im Rücken kämpft innerhalb eines altägyptischen Totenbuchs gegen Anubis, während das Ganze in einem von einer Anderswelt zerfressenen London beginnt.

Das könnte problemlos wie ein wahlloses Fantasy-Buffet wirken. Bislang scheint die Welt aber gerade aus der Kollision solcher Fragmente ihre Identität zu ziehen.

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🌊 London ist nur die Hälfte der Welt

Schon die ursprüngliche Vorstellung erklärte London als eine Stadt, in der Realität und Anderswelt zunehmend ineinanderwachsen. Ganze Bezirke werden verzerrt, historische und moderne Architektur brechen auseinander, und über allem wandern die gigantischen Colossal Knights.

Diese Wesen sind keine gewöhnlichen Bosse. Sie sind gleichzeitig Gegner, Landschaft und Dungeon. Gwendolyn soll ihre gewaltigen Körper erklimmen und anschließend Paläste in ihrem Inneren erkunden können. Offizielle Präsentationen beschreiben sie ausdrücklich als wandernde Arenen, die eine eigene Geschichte besitzen.

Das British Museum zeigt nun, wie Eclipse Glow diese Idee im kleineren Maßstab umsetzt. Auch normale Orte sollen mehrere Realitätsebenen übereinanderlegen. Ein Museum bleibt Museum, wird aber gleichzeitig zum Eingang in einen mythologischen Raum, der mit seinem ursprünglichen Londoner Standort kaum noch etwas zu tun hat.

Gerade das könnte Tides of Annihilation von vielen anderen postapokalyptischen Großstadtspielen unterscheiden. London wird hier nicht einfach zerstört. Es wird mythologisch überschrieben.

⚔️ Spektakel allein reicht allerdings noch nicht

Die 45 Minuten liefern einen sehr positiven ersten Eindruck, beantworten aber noch längst nicht alle Fragen. Vor allem muss sich zeigen, wie abwechslungsreich die Rittersysteme über ein vollständiges Spiel hinweg bleiben und ob der auffällige Wechsel zwischen unterschiedlichen Mythologien irgendwann eine erkennbare innere Logik bekommt.

Auch über den Umfang der Welt, Charakterentwicklung und die langfristige Struktur wissen wir noch vergleichsweise wenig. Eclipse Glow spricht von einer vielschichtigen Reise durch London und die Anderswelt, mehr als einem Dutzend Rittern sowie großen Colossal-Knight-Begegnungen. Einen offiziellen Veröffentlichungstermin gibt es weiterhin nicht; bestätigt sind PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.

Aber genau deshalb ist das heutige Hands-on so wertvoll. Bisher konnte Tides of Annihilation leicht als technisch beeindruckendes Actionspiel mit Artusmotiven durchgehen. Nach einer zusammenhängenden Dreiviertelstunde wird wesentlich klarer, was Eclipse Glow eigentlich bauen möchte: ein großes Urban-Fantasy-Abenteuer, das London als Kreuzungspunkt völlig unterschiedlicher Mythen benutzt.

Wenn der Rest des Spiels dieses Niveau hält, könnte aus dem wilden Mix tatsächlich eine erstaunlich eigene Fantasywelt werden.

Denn irgendwo zwischen King Arthur, dem British Museum und Anubis hat London offenbar endgültig beschlossen, sich nicht mehr an ein einziges Mythensystem zu halten.

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