Gedächtnis weg, Maske da, uralte Stadt erwacht: Tianji: Shadow of the Ancients angekündigt

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Diese Maske dürfte noch für Ärger sorgen

📰 Was ist los?
Justdan International hat Tianji: Shadow of the Ancients für PS5, Switch 2, Switch und PC angekündigt. Das rundenbasierte Fantasy-RPG erscheint 2027 und verbindet die Tang-Dynastie mit spirituellen Künsten, einer geheimnisvollen Sekte und einer tausend Jahre alten Stadt.

🐛 Was denken wir?
Das sieht erstaunlich eigenständig aus. Handgezeichnete Landschaften, historischer Hintergrund und ein deutlich dynamischerer Ansatz für klassische Rundenkämpfe geben dem Spiel bereits jetzt ein klares Profil. Wenn die Mystery-Geschichte mithält, könnte daraus einer der interessanteren asiatischen Fantasy-RPGs des kommenden Jahres werden.

Gedächtnisverlust gehört zu den zuverlässigsten Methoden des Rollenspiels, einen Helden vollkommen unvorbereitet in eine Katastrophe zu schicken. Tianji: Shadow of the Ancients legt ihm vorsichtshalber noch eine geheimnisvolle Maske in die Hand und lässt unter der Erde eine tausend Jahre alte Stadt erwachen.

Drei Figuren kämpfen in einer dunklen Höhle gegen einen großen vogelartigen Fantasy-Gegner; eingeblendete Anzeigen zeigen Combo, Schaden und Gruppenwerte.
Tianji: Shadow of the Ancients verbindet klassische Rundenkämpfe mit Combos, Schwachpunkten und deutlich mehr Bewegung, als das Genre gewöhnlich vermuten lässt. © Justdan International

Justdan International hat das neue rundenbasierte Fantasy-RPG heute offiziell angekündigt. Tianji: Shadow of the Ancients erscheint 2027 für PS5, Switch 2, Switch und PC und führt in eine Welt, die sich stark an der Tang-Dynastie orientiert.

Im Mittelpunkt steht Shangguan Shuo, der ohne Erinnerungen in einer Festung der Xuanxin-Sekte erwacht. Zwei Dinge besitzt er noch: ein Fischabzeichen der Tianji-Wache und eine rätselhafte Maske. Das ist wenig für einen Lebenslauf, aber erstaunlich viel für den Beginn einer Verschwörung.

🎭 Die Bronzemaske macht aus Geschichte Fantasy

Die Handlung beginnt während der unruhigen Tianbao-Ära. Eine geheime Organisation des Kaiserhofs, die Tianji-Wache, untersucht in Bashu eine tausend Jahre alte Ruine. Während dieser Mission setzt der kommandierende General eine unheimliche Bronzemaske auf, verliert den Verstand und bringt die gesamte Organisation praktisch zum Einsturz.

Monate später breitet sich die Xuanxin-Sekte in der Region aus. Ihre Mitglieder nutzen Masken und spirituelle Künste, während Shangguan Shuo versucht herauszufinden, wer er eigentlich ist und weshalb ausgerechnet seine Vergangenheit eng mit dieser neuen Macht verbunden zu sein scheint.

Der historische Hintergrund dient damit nicht bloß als hübsche Kulisse für Tempel und Gewänder. Tianji baut daraus eine Mystery-Geschichte mit Sekten, spirituellen Kräften, uralten Ruinen und einem Protagonisten, dessen persönliches Problem ziemlich schnell mit einem deutlich größeren politischen Problem zusammenfällt.

Wer beim Aufwachen nur zwei Hinweise auf seine Identität besitzt und einer davon eine verdächtige Maske ist, darf vermutlich davon ausgehen, dass der Tag noch schlechter wird.

🎬 Bronzemasken, Combos und eine erwachende Stadt

Der offizielle Reveal-Trailer zeigt bereits erstaunlich viel vom Spiel: handgezeichnete Landschaften, Städte im Stil der Tang-Zeit, Erkundung, rundenbasierte Kämpfe mit längeren Komboketten und mehrere Szenen rund um die geheimnisvollen Masken. Gerade die Mischung aus historischer Ruhe und plötzlich sehr bewegter Kampfinszenierung gibt Tianji: Shadow of the Ancients sofort einen eigenen Ton.

⚔️ Rundenkampf mit erstaunlich viel Bewegung

Spielerisch bleibt Tianji: Shadow of the Ancients einem klassischen rundenbasierten RPG-Aufbau treu, versucht die Kämpfe aber wesentlich dynamischer wirken zu lassen.

Im Zentrum stehen Chain Skills, Schwachpunkte, Pursuit Skills, Block Counters und Boni für schadensfreie Sequenzen. Fähigkeiten, Ausrüstung und sogenannte Cores lassen sich miteinander kombinieren, um längere Angriffsfolgen aufzubauen.

Damit will Justdan International offenbar genau jene Stelle angreifen, an der rundenbasierte Systeme gelegentlich etwas statisch wirken können. Die Entscheidungen bleiben taktisch, die Ausführung soll trotzdem nach fließenden Kombinationen aussehen.

Auch Zufallskämpfe fallen weg. Gegner sind direkt auf der Karte sichtbar, Begegnungen können bewusst begonnen oder vermieden werden. Schwächere Feinde lassen sich bei ausreichendem Levelvorsprung sogar unmittelbar ausschalten.

Endlich also ein Rollenspiel, das akzeptiert, dass man nach 40 Stunden vielleicht wirklich keine Lust mehr hat, wegen drei hungriger Wegelagerer noch einmal das komplette Kampfsystem zu starten.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🏞️ Landschaftsmalerei wird zur Spielwelt

Visuell ist Tianji wahrscheinlich schon jetzt sein stärkstes eigenes Argument. Die Umgebungen bestehen aus hochauflösender handgezeichneter 2D-Kunst und greifen bewusst Elemente traditioneller chinesischer Landschaftsmalerei auf.

Architektur, Kleidung, Pflanzenwelt und regionale Details sollen sich eng an der historischen Inspiration orientieren. Gleichzeitig bleibt die Welt spielerisch beweglicher, als der malerische Stil zunächst vermuten lässt: Shangguan kann klettern, schwimmen und Umgebungsrätsel lösen.

In Städten lässt sich außerdem frei zwischen Tag und Nacht wechseln. Dadurch verändern sich Ereignisse, NPC-Begegnungen und auffindbare Gegenstände.

Das ist eine sehr gute Idee für so ein Setting. Eine historische Stadt wirkt schließlich erheblich lebendiger, wenn sie nachts tatsächlich ein anderes Gesicht bekommt – und in einer Geschichte mit Geisterkünsten möchte man ohnehin wissen, wer erst nach Sonnenuntergang vor die Tür kommt.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🍲 Gefährten können mehr als kämpfen

Auch die Begleiter sollen deutlich über ihre Rolle als zusätzliche Kampffiguren hinausgehen. Jeder besitzt eine eigene Spezialfähigkeit.

Einige können kochen, andere Ausrüstung verbessern, Cores aufwerten oder seltene Gegenstände handeln. Über persönliche Nebenhandlungen entwickeln sich diese Fähigkeiten weiter.

Dadurch entsteht ein Progressionssystem, das Beziehungen und praktische Funktionen miteinander verbindet. Wer sich näher mit seinen Gefährten beschäftigt, bekommt also nicht nur mehr Hintergrundgeschichte, sondern im besten Fall auch besseres Essen oder schärfere Waffen.

Das klingt zunächst banal, passt aber hervorragend zu klassischen Party-RPGs. Die Gruppe wird dadurch weniger zu einer Ansammlung austauschbarer Kampfwerte und stärker zu einer Reisegemeinschaft, in der jeder tatsächlich etwas kann.

🐉 Ein klassisches chinesisches RPG mit neuer Technik

Besonders interessant ist die kreative Herkunft des Projekts. Justdan International bewirbt den leitenden Entwickler als einen der prägenden Köpfe hinter der Xuan-Yuan Sword-Reihe, einer der traditionsreichsten chinesischsprachigen RPG-Serien.

Das erklärt einiges an der Ausrichtung. Tianji: Shadow of the Ancients wirkt bereits im ersten Material wie der Versuch, klassische chinesische Rollenspieltraditionen mit modernen Komfortfunktionen, dynamischerer Präsentation und plattformübergreifender Veröffentlichung zusammenzubringen.

Für 2027 sind Fassungen für PS5, Switch 2, Switch und PC geplant. Englisch und Japanisch sind neben den chinesischen Sprachversionen bereits bestätigt.

Damit dürfte das Spiel auch international deutlich leichter zugänglich werden als viele ältere Vertreter dieser RPG-Tradition.

Und wenn die Geschichte weiterhin Masken, verlorene Erinnerungen und erwachende Städte verteilt, sollte Shangguan vielleicht schon jetzt anfangen, alles ganz genau aufzuschreiben.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,
Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.