Ein Auftrag, vier Helden und sehr viele Wege zur Hölle: Thousand Hells erscheint heute

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Heute wird abgestiegen

📰 Was ist los?
Thousand Hells: The Underworld Heists erscheint am 8. September für PC. Das taktisch-narrative Rollenspiel von A Sharp und Kitfox Games schickt vier Helden durch wechselnde Unterwelten voller Dämonen, Götter, Gefahren und Entscheidungen.

🐛 Was denken wir?
Das ist genau die Art Fantasy-Spiel, die angenehm aus der üblichen Genre-Masse herausfällt. Die Verbindung aus Mythologie, Storybook-Struktur und taktischen Entscheidungen erinnert an die besonderen Stärken von King of Dragon Pass, nur diesmal mit sehr viel mehr Möglichkeiten, für eine schlechte Entscheidung ewig zu bezahlen.

Die Hölle ist in Videospielen meistens erstaunlich übersichtlich organisiert. Feuer, Dämonen, ein paar Ketten, gelegentlich ein besonders unfreundlicher Endgegner. Thousand Hells: The Underworld Heists hält von dieser Einheitslösung nur wenig.

Das taktisch-narrative Rollenspiel von A Sharp und Kitfox Games erscheint heute, am 8. September 2026, für PC. Hinter dem Projekt stehen die Entwickler von King of Dragon Pass und Six Ages, und diese Herkunft merkt man sofort: Hier wird eine Geschichte weniger durch lange Zwischensequenzen erzählt als durch Entscheidungen, Konsequenzen und Situationen, die sich je nach Gruppe und Auftrag anders entwickeln.

Vier Helden steigen dabei immer wieder in unterschiedliche Unterwelten hinab. Ihr Ziel kann Beute sein, Wissen oder die Rettung eines Menschen. Sicher ist lediglich, dass der Plan unterwegs vermutlich erheblich schlechter funktioniert als auf dem Papier.

👹 Jede Hölle hat ihre eigenen Regeln

Thousand Hells spielt in einer eigenständigen Fantasywelt rund um die sogenannte Eternal City, die stark byzantinisch geprägt ist. Unter dieser Stadt liegen zahlreiche Unterwelten, die jeweils eigene Gefahren, Regeln, Götter, Wächter und Dämonen besitzen.

Der Vergleich mit klassischen Mythologien ist dabei ausdrücklich gewollt. Die Entwickler nennen unter anderem Orpheus und Gilgamesch als Inspiration, bauen daraus jedoch keine direkte Nacherzählung einzelner Mythen. Stattdessen entsteht eine Anthologie verschiedener Reisen in Welten, die mal an religiöse Jenseitsvorstellungen, mal an Legenden und mal an vollständig surreale Ideen erinnern.

Damit kann ein Auftrag völlig anders aussehen als der nächste. Einmal geht es darum, einen geliebten Menschen zurückzuholen, ein anderes Mal muss die Eternal City vor einer Insektenplage gerettet werden. Dazwischen warten Dämonen, Bürokratie und vermutlich der gelegentliche Moment, in dem man sich fragt, ob ewige Verdammnis wirklich Formulare braucht.

🎬 Vier Helden auf dem Weg nach unten

Der offizielle Release-Date-Trailer zeigt die handgemalte Optik von Thousand Hells: The Underworld Heists, verschiedene Unterwelten und mehrere der erzählerischen Begegnungen. Besonders gut wird dabei sichtbar, dass das Spiel weniger auf klassische Dungeon-Korridore setzt als auf Entscheidungen, wechselnde Situationen und eine Welt, in der selbst die Hölle erstaunlich viel Verwaltungsarbeit zu besitzen scheint.

⚔️ Kämpfen ist nur ein Teil des Problems

Das Spiel arbeitet mit einer vierköpfigen Gruppe. Jeder Charakter besitzt eigene Fähigkeiten und Eigenschaften, die bei den zahlreichen Begegnungen entscheidend werden können.

Eine rot gekleidete Gestalt steht hinter einem Schreibtisch in einer düsteren Halle; über ihr hängt ein großer Schädel, an den Wänden befinden sich Dokumente und Bilder.
In Thousand Hells sieht selbst die Unterwelt so aus, als müsste man vor der Verdammnis erst noch ein Formular ausfüllen. © A Sharp / Kitfox Games

Dabei geht es nicht ausschließlich um klassische Gefechte. Thousand Hells setzt stark auf erzählerische Entscheidungen, bei denen körperlicher Zustand, mentale Belastung und die Zusammensetzung der Gruppe eine Rolle spielen. Eine sichere Lösung bringt weniger Gewinn, ein riskanter Weg kann größere Belohnungen liefern und zugleich dafür sorgen, dass jemand die Unterwelt in deutlich schlechterem Zustand verlässt.

Genau das unterscheidet das Spiel von vielen gewöhnlichen Taktik-RPGs. Der Kampf ist Bestandteil eines größeren Systems, in dem Lesen, Einschätzen und Abwägen mindestens genauso wichtig sind wie rohe Stärke.

Wer also bei jedem Problem sofort das Schwert zieht, könnte irgendwann feststellen, dass einige Höllen sehr viel geduldiger sind als ihre Besucher.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🎭 Acht Autoren und hunderte handgemalte Bilder

Die Geschichte wurde von acht verschiedenen Autoren entwickelt, darunter Robin D. Laws und Aaron A. Reed. Dadurch ist das Spiel ausdrücklich als Anthologie aufgebaut: Jede Unterwelt soll ihre eigene Tonlage, Farbwelt und Dramaturgie besitzen.

Visuell setzt Thousand Hells auf hunderte handgemalte Illustrationen. Der Stil bewegt sich zwischen klassischem Storybook, Mythologie und surrealer Kunst und wirkt dadurch bewusst weiter entfernt von der üblichen düsteren Dämonenästhetik.

Auch die Struktur ist ungewöhnlich kompakt. Ein einzelner Durchlauf soll ungefähr eine Stunde dauern, lässt sich jedoch speichern und später fortsetzen. Gleichzeitig verändert sich die Auswahl möglicher Helfer, Aufgaben und Wege zwischen den Partien.

Das macht Thousand Hells eher zu einem wiederholbaren Erzählapparat als zu einer linearen Kampagne mit einmal festgelegtem Verlauf.

🔥 Heute beginnt der Abstieg

Thousand Hells: The Underworld Heists erscheint heute für Windows und macOS über Steam. Eine deutsche Übersetzung ist zum Start nicht vorhanden; die Oberfläche ist ausschließlich auf Englisch verfügbar.

Gerade für Spieler, die King of Dragon Pass oder Six Ages mochten, dürfte das Projekt interessant sein. A Sharp bleibt seiner großen Stärke treu: Systeme und Geschichten greifen ineinander, Entscheidungen erzeugen neue Situationen und selbst kleine Begegnungen können später überraschend wichtig werden.

Nur der Schauplatz hat sich verändert. Diesmal führt jeder falsche Weg tatsächlich direkt zur Hölle.

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