🔍 Suche im Fantasykosmos

Das Grand öffnet im Dezember
📰 Was ist los?
There Are No Ghosts at the Grand startet im Dezember für PC in den Early Access, eine neue Demo folgt im Oktober beim Steam Next Fest. Neu bestätigt wurde außerdem Billy Boyd als Stimme des sprechenden und singenden Werkzeugs MacBrushy.
🐛 Was denken wir?
Die interessante Idee liegt in der ungewöhnlichen Verzahnung seiner Systeme: Renovieren, Erkundung, Geisterjagd und Musical gehören offenbar tatsächlich derselben Geschichte an. Wenn Friday Sundae diesen Ton über ein vollständiges Spiel tragen kann, besitzt das Grand mehr Eigencharakter als viele deutlich größere Horrorproduktionen.
🛠️ Tagsüber renovieren, nachts Geister jagen: There Are No Ghosts at the Grand startet im Dezember
Ein altes englisches Hotel zu renovieren, klingt zunächst nach einem dieser Spiele, in denen Schimmel, Tapete und eine überraschend große Auswahl an Wandfarben die größten Gegner darstellen. Bei There Are No Ghosts at the Grand gilt das allerdings nur bis Sonnenuntergang. Danach werden aus Renovierungswerkzeugen Geisterwaffen, die Bewohner des Küstenorts zunehmend verdächtig und selbst die Behauptung im Spieltitel wirkt nicht mehr besonders glaubwürdig.

Das ungewöhnliche Mystery-Abenteuer von Friday Sundae hat jetzt einen konkreteren Fahrplan. Im Dezember 2026 startet das Spiel für PC über Steam und den Microsoft Store in den Early Access. Schon im Oktober soll eine neue Demo im Rahmen des Steam Next Fest erscheinen. Die spätere Vollversion ist weiterhin auch für Xbox Series X|S vorgesehen.
Zusätzlich bekommt eines der sonderbarsten Werkzeuge im virtuellen Heimwerkerbereich eine prominente Stimme. Billy Boyd, bekannt unter anderem als Pippin aus Der Herr der Ringe, spricht MacBrushy – einen schottischen, ziemlich redseligen und gelegentlich singenden Begleiter, der offenbar mehr zu verbergen hat als ein paar lose Borsten.
🏨 30 Tage renovieren, 30 Nächte überleben
Im Mittelpunkt steht Chris David, ein Amerikaner, der überraschend das heruntergekommene Grand Hotel in einem englischen Küstenort erbt. Für die Wiederherstellung bleiben ihm 30 Tage und ebenso viele Nächte. Was zunächst wie ein ungewöhnlich knapp kalkulierter Renovierungsauftrag aussieht, entwickelt sich Stück für Stück zu einer Geschichte über das Hotel, seine früheren Besitzer und Chris’ eigene Vergangenheit.
Tagsüber greift das Spiel tatsächlich auf Mechaniken zurück, die man eher aus Renovierungs- oder Simulationsspielen kennt. Tapeten werden entfernt, Wände neu gestaltet, kaputte Fenster beseitigt und Möbel umgeräumt. Dabei kommen absichtlich überzeichnete Werkzeuge wie Farbsprühgerät, Sandstrahler und Möbelkanone zum Einsatz. Kleinere Umgebungsrätsel verbinden die handwerklichen Arbeiten mit der Suche nach Hinweisen auf die Geschichte des Gebäudes.
Mit Einbruch der Dunkelheit ändert sich jedoch die Funktion derselben Ausrüstung. Der Staubsauger wird gegen Geister eingesetzt, Farbsprühgeräte machen unsichtbare Angreifer sichtbar und die Möbelkanone lässt sich wesentlich offensiver verwenden als es jeder Heimwerkermarkt vermutlich empfehlen würde.
🎬 Billy Boyd spricht jetzt mit dem Werkzeugkasten
Der neue Trailer stellt Billy Boyds MacBrushy vor und zeigt, wie eng Renovierung, Musik und das übernatürliche Geheimnis des Grand miteinander verbunden sind.
👻 Das eigentliche Problem steckt unter der neuen Tapete
Der Horror soll nicht aus einer bloßen Folge nächtlicher Geisterangriffe bestehen. Friday Sundae baut um das Hotel und den umliegenden Ort ein größeres Mystery-Gerüst, in dem praktisch niemand die vollständige Wahrheit erzählt. Auch Chris selbst fungiert als unzuverlässiger Erzähler und weiß beziehungsweise verrät offenbar weniger über seine eigene Vergangenheit, als zunächst angenommen werden könnte.
Gerade diese Verbindung aus Restaurierung und Enthüllung ist eine der reizvolleren Ideen des Projekts. Wer eine Wand freilegt oder einen Raum instand setzt, arbeitet zugleich an der Vergangenheit des Hotels. Unter Farbe und Tapete können Hinweise auf Dinge liegen, die besser nicht renoviert worden wären.
Auch Kingswood-on-Sea gehört fest zum Spiel. Chris kann den Küstenort mit einem Roller erkunden, Minigolf spielen, den Strand mit einem Metalldetektor absuchen, auf dem alten Pier fotografieren oder mit einem Fischerboot versteckte Buchten erreichen. Das gibt dem Spiel tagsüber einen beinahe gemütlichen britischen Ferienortcharakter, bevor sich die Stimmung nachts deutlich verschiebt.
🎵 Dieses Geisterspiel ist außerdem ein Musical
Als ob Renovierung, Mystery und Geisterjagd noch nicht genügend Genres wären, bezeichnet Friday Sundae sein Spiel ausdrücklich auch als Musical. Die Bewohner besitzen eigene Geschichten und Lieder, die während der Begegnungen freigelegt werden. Der Soundtrack springt dabei zwischen gruseligem Ska, Jazz aus der Kriegszeit, Punk und weiteren Stilrichtungen.
Dialogentscheidungen können sogar innerhalb musikalischer Duette getroffen werden. Der Gesang ist damit nicht nur ein gelegentlicher Gag zwischen zwei Missionen, sondern Teil davon, wie Figuren ihre Geschichten erzählen und wie Beziehungen zu ihnen entwickelt werden.
Hier kommt auch MacBrushy ins Spiel. Creative Director Anil Glendinning entwickelte das sprechende Werkzeug zunächst als augenzwinkernde Erinnerung an Microsofts alten Büroassistenten Clippy. Daraus entstand jedoch zunehmend eine Figur, die Elemente verschiedener schottischer Vaterfiguren aus Glendinnings eigener Vergangenheit verbindet: hilfsbereit und warm, gelegentlich ungeduldig und offenbar mit einer Geschichte, die erst später sichtbar wird.
🖌️ Billy Boyd darf Werkzeug und Vaterfigur zugleich sein
Billy Boyd soll genau diese Mischung tragen. MacBrushy begleitet Chris bei der Renovierung, gibt Ratschläge und kommentiert das Geschehen, besitzt laut Friday Sundae aber mehrere Seiten, die sich erst mit fortschreitender Geschichte zeigen. Boyd hat für die Figur außerdem eigene Gesangspassagen aufgenommen.
Das Casting wirkt deshalb weniger wie ein bekannter Name, der für einen kurzen Werbeauftritt eingekauft wurde. MacBrushy gehört zu den Figuren, über die das Studio seit der ersten Präsentation besonders gern spricht, und scheint stärker in Chris’ Geschichte eingebunden zu sein, als sein erster Auftritt als sprechendes Werkzeug vermuten lässt.
Dass Boyd ausgerechnet einen schottischen Begleiter mit musikalischer Ader spielt, dürfte dem kleinen Studio ebenfalls entgegenkommen. There Are No Ghosts at the Grand lebt sichtbar davon, seine sehr britische Identität nicht hinter einem international neutralen Fantasy- oder Horrorsetting zu verstecken.
🗓️ Im Oktober ausprobieren, im Dezember einziehen
Noch vor dem Early Access können PC-Spieler das aktuelle Entwicklungsstadium testen. Für das Steam Next Fest im Oktober kündigt Friday Sundae eine neue Demo an. Eine frühere Testfassung existierte bereits, die kommende Version soll jedoch den aktuellen Stand des Projekts zeigen.
Im Dezember folgt dann der Early Access über Steam und den Microsoft Store. Wie lange diese Phase dauern soll, hat das Studio noch nicht festgelegt. Die vollständige Veröffentlichung ist anschließend für PC und Xbox Series X|S vorgesehen.
Damit bekommt eines der eigenwilligeren britischen Indieprojekte des Jahres zumindest seinen nächsten festen Termin. Hotelrenovierung, Geistergeschichte, Musical und sprechende Werkzeuge klingen einzeln schon nach ziemlich unterschiedlichen Spielen. There Are No Ghosts at the Grand versucht daraus tatsächlich ein einziges zu machen.
Und falls MacBrushy irgendwann behauptet, hinter der frisch tapezierten Wand sei ganz sicher nichts: Der Titel hat uns bereits beigebracht, solchen Aussagen nicht zu vertrauen.






