Märchen, Mord und Neon-Noir: Bigby Wolf ermittelt ab Oktober wieder in Fabletown

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Bigby bekommt seinen Termin

📰 Was ist los?
The Wolf Among Us Remastered erscheint am 29. Oktober 2026 für PlayStation, Xbox, Switch und PC. Neben einer technisch überarbeiteten Fassung aller fünf Episoden enthält das Paket mehr als eine Stunde Bonusmaterial und einen neuen Noir Mode.

🐛 Was denken wir?
Das wirkt inzwischen nach mehr als einer schnellen Neuauflage vor dem zweiten Teil. Gerade gelöschte Szenen, Interviews und Produktionsmaterial geben langjährigen Spielern einen echten Grund zurückzukehren, während die technischen Verbesserungen den Einstieg für neue Besucher von Fabletown erleichtern.

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🩸 Märchen, Mord und Neon-Noir: Bigby Wolf ermittelt ab Oktober wieder in Fabletown

Fabletown ist der Ort, an dem Schneewittchen Verwaltungsarbeit erledigt, der große böse Wolf Polizeimarke trägt und ein Mordfall schnell sehr viel unangenehmer wird, wenn praktisch jeder Verdächtige aus einem alten Märchen stammt. Mehr als ein Jahrzehnt nach Bigbys erster Ermittlung öffnet Telltale dieses New Yorker Versteck nun noch einmal – diesmal mit deutlich mehr als nur höherer Auflösung.

Bigby Wolf steht nachts in der neonbeleuchteten Märchenstadt Fabletown in The Wolf Among Us Remastered.
Bigby Wolf kehrt Ende Oktober nach Fabletown zurück – diesmal mit überarbeiteter Neon-Noir-Optik und zusätzlichem Schwarz-Weiß-Modus. © Telltale Games / DC / PM Studios

The Wolf Among Us Remastered erscheint am 29. Oktober 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Xbox One, Nintendo Switch 2, Nintendo Switch und PC. Der Termin liegt angenehm nah an Halloween, passt aber vor allem deshalb, weil Telltale und PM Studios ihre Rückkehr nach Fabletown inzwischen deutlich genauer zeigen: überarbeitete Grafik und Animationen, bessere Audiowiedergabe, eine modernisierte Benutzeroberfläche, höhere Auflösung und Bildrate, neue Barrierefreiheitsfunktionen und mehr als eine Stunde Archiv- und Bonusmaterial gehören zum Paket.

🐺 Bigbys erster Fall bleibt unangetastet

Inhaltlich bleibt die Geschichte bestehen, die The Wolf Among Us zwischen 2013 und 2014 zu einem der stärksten Telltale-Abenteuer machte. Bigby Wolf, einst besser bekannt als der große böse Wolf, arbeitet inzwischen als Sheriff von Fabletown. Dort leben Figuren aus Märchen, Fabeln und Legenden verborgen zwischen gewöhnlichen New Yorkern, und ausgerechnet Bigby soll dafür sorgen, dass diese eigenwillige Gemeinschaft nicht auseinanderfällt.

Dann geschieht ein Mord. Aus der zunächst überschaubaren Untersuchung entwickelt sich ein Fall, der immer tiefer in Machtstrukturen, Abhängigkeiten und die dunkleren Ecken Fabletowns führt. Alle fünf ursprünglichen Episoden sind vollständig enthalten; Entscheidungen, Verhöre, Beziehungen und die zentrale Geschichte werden nicht neu geschrieben. Telltale will vielmehr die ursprüngliche Inszenierung erhalten und genau dort modernisieren, wo die inzwischen deutlich sichtbaren technischen Alterserscheinungen liegen.

Das ist für dieses Spiel wahrscheinlich der vernünftigere Weg. The Wolf Among Us lebt nicht von einem Kampfsystem, das nach dreizehn Jahren dringend neu erfunden werden müsste, sondern von Figuren, Dialogen, Atmosphäre und Entscheidungen. Ein Remaster muss deshalb vor allem verhindern, dass technische Patina zwischen Spieler und Geschichte gerät.

🎬 Bigby Wolf kehrt nach Fabletown zurück

Der neue Trailer bestätigt den 29. Oktober und zeigt die überarbeitete Neon-Noir-Welt sowie den zusätzlichen Noir Mode.

🌃 Fabletown bekommt seinen Neon-Noir zurück

Gerade optisch war das Original ohnehin ein Sonderfall. Die kräftigen Farben, harten Schatten und comicartigen Figuren orientierten sich nicht einfach an klassischem Film Noir, sondern mischten ihn mit grellem Neon und der Ästhetik der Fables-Vorlage. Das Remaster arbeitet diese Präsentation nun sichtbar nach.

Telltale spricht von verbesserten Figuren und Umgebungen, modernisierter Beleuchtung und überarbeiteten Animationen. Hinzu kommen höhere Auflösungen und Bildraten, wobei sich die konkrete technische Zielkonfiguration je nach Plattform unterscheiden dürfte. Auch das Audio wird überarbeitet, und die Benutzeroberfläche erhält eine modernere Darstellung.

Der neue Trailer zeigt außerdem einen besonders passenden Zusatz: den Noir Mode. Damit kann die komplette Geschichte in Schwarz-Weiß gespielt werden. Das ist natürlich keine Revolution für das Adventure-Genre, aber hier funktioniert der Filter nicht wie irgendein nachträglich aufgelegtes Retro-Gimmick. Fabletown war immer schon Kriminalroman, Großstadtmärchen und Film Noir zugleich – nun lässt sich einer dieser Bestandteile schlicht vollständig nach vorne ziehen.

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🎞️ Mehr als eine Stunde aus Telltales Archiv

Für Spieler, die Bigbys Fall längst kennen, dürfte deshalb ein anderer Teil des Remasters besonders interessant werden. Telltale packt mehr als eine Stunde Bonusmaterial dazu, das über eine gewöhnliche Bildergalerie hinausgeht.

Enthalten sind Interviews mit Darstellern, Beiträge zur Entstehung des Spiels, Bildmaterial aus der Produktion und gelöschte Szenen. Gerade Letztere könnten spannend werden, denn Telltales episodische Spiele entstanden häufig unter engen Produktionsbedingungen und durchliefen während ihrer Entwicklung erhebliche Änderungen. Welche Ideen für Fabletown einmal geplant waren und warum sie verschwanden, ist für Fans möglicherweise interessanter als die nächste zusätzliche Texturauflösung.

Das Remaster wird dadurch ein Stück weit auch zur Archivfassung. Es konserviert nicht nur das fertige Spiel, sondern öffnet einen Teil seiner Entstehungsgeschichte. Für einen Titel, der inzwischen selbst zu einem wichtigen Kapitel der Telltale-Geschichte geworden ist, passt das ausgesprochen gut.

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📚 Ein Krimi mitten im Märchen

Auch dreizehn Jahre später besitzt The Wolf Among Us einen Vorteil, den viele narrative Spiele nicht einfach nachbauen können: seine Welt. Grundlage ist die Comicreihe Fables, in der Figuren aus Märchen und Folklore aus ihren ursprünglichen Reichen vertrieben wurden und verborgen in unserer Welt leben. Telltale machte daraus keine gewöhnliche Fantasygeschichte, sondern einen schmutzigen Großstadtkrimi.

Bigby ist dafür die perfekte Hauptfigur. Er ist zugleich Gesetzeshüter und ehemaliges Monster, Beschützer und jemand, vor dem viele Bewohner Fabletowns selbst Angst haben. Entscheidungen funktionieren deshalb nicht nur nach dem üblichen Muster zwischen freundlich und aggressiv. Fast jede Situation berührt die Frage, ob der große böse Wolf tatsächlich ein anderer geworden ist – oder lediglich gelernt hat, eine Krawatte zu tragen.

Diese Ambivalenz dürfte auch erklären, warum das Spiel so lange im Gedächtnis geblieben ist. Viele der großen Telltale-Titel leben von emotionalen Entscheidungen. The Wolf Among Us verbindet sie zusätzlich mit einer Welt, in der praktisch jede bekannte Märchenfigur eine Vergangenheit besitzt, die selten so sauber ist wie die Version aus dem Kinderbuch.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.

🕰️ Das Remaster soll die Wartezeit nicht nur überbrücken

Natürlich steht hinter der Neuauflage noch ein zweiter Wolf. The Wolf Among Us 2 soll 2027 erscheinen und Bigbys Geschichte weiterführen. Das Remaster kommt damit ziemlich genau zum richtigen Zeitpunkt: Alte Spieler können ihre Erinnerung auffrischen, während eine neue Generation Fabletown kennenlernen kann, ohne zunächst eine technisch weitgehend unveränderte Version von 2013 spielen zu müssen.

Trotzdem wäre es zu billig, die Neuauflage lediglich als Werbeprogramm für den Nachfolger abzutun. Mehr als eine Stunde Archivmaterial, Noir Mode, überarbeitete Präsentation und die komplette fünfteilige Geschichte ergeben ein Paket, das zumindest versucht, dem Original einen vernünftigen neuen Platz zu geben.

Am 29. Oktober können wir wieder durch Fabletown laufen. Und wahrscheinlich dauert es keine zehn Minuten, bis irgendeine Märchenfigur lügt, Bigby die Geduld verliert und eine eigentlich einfache Befragung vollständig entgleist.

Manche Städte verändern sich eben nie.

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