Geralt wird noch einmal neu geschmiedet: The Witcher 3 bekommt Remaster und zwei Gratis-Erweiterungen
🧐 Im Fantasykosmos suchen

Der Kontinent bekommt seine bislang größte Generalüberholung
📰 Was ist los?
The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered erscheint am 29. September für PC, PS5, Xbox Series X|S und nativ für Switch 2. Besitzer auf unterstützten Current-Gen- und PC-Plattformen erhalten das Upgrade gratis; außerdem sind Hearts of Stone und Blood and Wine für bisherige Besitzer des Grundspiels ab sofort ohne Aufpreis verfügbar.
🐛 Was denken wir?
Entscheidend ist, dass CD Projekt RED nicht bei Auflösung und Texturen stehen bleibt. Kampfsystem, Bewegung, Skilltree, Monsterverhalten und Reiten werden ebenfalls angefasst – genau dort kann das Remaster nach elf Jahren tatsächlich einen neuen spielerischen Grund liefern, noch einmal zurückzukehren.
⚔️ Geralt wird noch einmal neu geschmiedet: The Witcher 3 bekommt Remaster und zwei Gratis-Erweiterungen
Es gibt Spiele, die nach elf Jahren langsam in die historische Abteilung abwandern. Und dann haben wir da The Witcher 3: Wild Hunt, das offenbar beschlossen hat, lieber noch einmal sein Kampfsystem umzubauen, die Grafik zu modernisieren, zwei Erweiterungen zu verschenken und anschließend ein komplett neues Land auf die Karte zu setzen. Wow! Wie zäh können Games, die jeder kennt, eigentlich sein?

CD PROJEKT RED hat auf der gamescom Opening Night Live überraschend The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered angekündigt. Lange warten müssen Spieler darauf nicht: Bereits am 29. September 2026 erscheint die neue Fassung für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Gleichzeitig bekommt Nintendo Switch 2 erstmals eine native Version, außerdem wandert Geralt im Rahmen einer neuen Zusammenarbeit mit Blizzard Entertainment zu Battle.net.
Für viele Spieler ist die wichtigste Zahl allerdings null. Wer The Witcher 3 bereits auf einer unterstützten Current-Gen- oder PC-Plattform besitzt, erhält das Remaster kostenlos. Und noch bevor die neue Fassung erscheint, legt CD Projekt RED eine zweite Überraschung oben drauf: Hearts of Stone und Blood and Wine werden für bisherige Besitzer des Grundspiels ab sofort kostenlos freigeschaltet.
🐺 Diesmal wird mehr als nur die Auflösung hochgedreht
The Witcher 3 hat bereits 2022 eine umfangreiche Current-Gen-Auffrischung erhalten. Remastered setzt trotzdem deutlich tiefer an. Gemeinsam mit Yigsoft überarbeitet CD Projekt RED sowohl die technische Präsentation als auch mehrere Systeme, mit denen Geralt tatsächlich gespielt wird.
Umgebungen, NPCs und Monster erhalten verbesserte Texturen, die Vegetation wird neu aufgearbeitet und auch Beleuchtung, Rendering und Raytracing werden weiterentwickelt. Damit soll der Kontinent sichtbar detaillierter werden, ohne seinen ursprünglichen Charakter gegen eine komplett neue grafische Handschrift auszutauschen.
🎬 The Witcher 3 wird noch einmal neu geschmiedet
Der offizielle Announcement Trailer zeigt die überarbeitete Grafik, das modernisierte Gameplay und erste Neuerungen von The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered.
Interessanter sind allerdings die spielerischen Eingriffe. Kampfanimationen werden überarbeitet, zusätzliche Finisher kommen hinzu und eine adaptive Kamera soll Gefechte dynamischer wirken lassen. Auch Geralts allgemeine Fortbewegung, seine Ausweichbewegungen und die Hexerzeichen werden angefasst. Selbst Plötze bekommt ein neues Handling, während Monster mit erweitertem Verhalten auf den Hexer reagieren sollen.
Das klingt inzwischen weniger nach dem üblichen Jubiläumspoliturprogramm als nach einer späten Gelegenheit, einige Dinge zu korrigieren, über die Spieler seit 2015 ausgesprochen ausführliche Gespräche geführt haben. Plötze dürfte einige davon aus sehr seltsamen Positionen auf Hausdächern mitgehört haben.
⚔️ Auch Geralts Skilltree wird noch einmal aufgebrochen
Besonders weitreichend könnte die Überarbeitung des Progressionssystems werden. CD Projekt RED spricht von einem neu gestalteten Skill-System, nennt aber bislang noch nicht sämtliche Details dazu. Damit steht zumindest fest, dass bestehende Charakter-Builds nicht einfach unangetastet durch eine hübschere Version des Kontinents getragen werden.
Neu hinzu kommt außerdem ein Transmog-System. Wer eine bestimmte Rüstung wegen ihrer Werte tragen möchte, optisch aber lieber in einem anderen Hexer-Set unterwegs wäre, kann Aussehen und Werte damit voneinander trennen. Für ein Rollenspiel, in dem Geralt hunderte Stunden lang durch Zwischensequenzen marschiert, ist das keine völlig nebensächliche Ergänzung.
Auch die Fotofunktion wird ausgebaut. Zusammen mit den neuen Effekten, der überarbeiteten Beleuchtung und den zusätzlichen Finishern dürfte das vor allem jene Spieler freuen, die ihre Monsterjagd inzwischen ungefähr so sorgfältig dokumentieren wie andere Menschen ihren Jahresurlaub.
Entscheidend bleibt trotzdem, wie gut die vielen Eingriffe zusammenspielen. The Witcher 3 war nie deshalb großartig, weil jede einzelne Mechanik perfekt funktionierte. Das Remaster bekommt nun die ungewöhnliche Chance, gerade dort nachzubessern, ohne Geschichte, Welt und Figuren neu erfinden zu müssen.
🍷 Zwei der besten Witcher-Geschichten kosten Besitzer jetzt nichts mehr
Fast unterzugehen droht dabei eine Ankündigung, die allein bereits eine ordentliche Meldung gewesen wäre. Alle Spieler, die The Witcher 3 besitzen, sollen ab sofort Hearts of Stone und Blood and Wine ohne zusätzliche Kosten spielen können.
Das ist kein kleiner Bonus-DLC. Hearts of Stone erzählt eine umfangreiche zusätzliche Geschichte um Gaunter O’Dimm und Olgierd von Everec, während Blood and Wine mit Toussaint praktisch ein weiteres großes Gebiet, eine eigene Kampagne und viele Stunden zusätzlicher Quests liefert.
Wer bislang lediglich das Grundspiel besitzt, bekommt damit einen beträchtlichen Teil von Geralts bestehender Geschichte nachgereicht. Das Remaster enthält beide Erweiterungen ebenfalls und wird damit auf den unterstützten Plattformen direkt zur bislang vollständigsten Fassung des Rollenspiels.
Der Zeitpunkt ist offensichtlich kein Zufall. CD Projekt RED möchte Spieler zurück auf den Pfad bringen, bevor 2027 tatsächlich noch ein drittes großes Abenteuer beginnt.
🌾 Letten sieht friedlich aus, also stimmt hier was nicht
Songs of the Past war bereits angekündigt, doch auf der gamescom wurde erstmals gezeigt, wohin Geralt diesmal reist. Letten ist ein neues Land voller Felder, Dörfer, üppiger Ernten, Feste und ländlicher Traditionen. Folklore prägt das Leben der Menschen, und auf den ersten Blick wirkt die Region erheblich friedlicher als viele Gegenden, die Geralt während seiner bisherigen Reisen betreten hat.
Da es sich um The Witcher handelt, hält dieser Eindruck erwartungsgemäß nicht lange. Unter der Oberfläche verbirgt sich ein altes, lange schlummerndes Übel, gegen das Geralt antreten muss. Der Hexer begegnet neuen Gegnern, trifft alte Freunde wieder und erhält sowohl neue Fähigkeiten als auch eine bislang ungewohnte Waffe: eine Kette.
Entwickelt wird die kostenpflichtige Erweiterung gemeinsam mit Fool’s Theory, dessen Führung mehrere Veteranen von The Witcher 3 umfasst. Das Studio arbeitet gleichzeitig am großen Remake des ersten The Witcher und kennt Geralts Welt damit inzwischen aus mehr als einer zeitlichen Richtung.
Songs of the Past soll 2027 für PC, PS5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 erscheinen. Einen konkreten Veröffentlichungstag gibt es noch nicht.
🗺️ Elf Jahre später wächst derselbe Kontinent wieder
Der erstaunlichste Teil der gesamten Ankündigung ist deshalb vielleicht gar kein einzelnes Feature. The Witcher 3 erschien 2015, bekam zwei große Erweiterungen, Jahre später eine Current-Gen-Fassung und hat inzwischen mehr als 65 Millionen Exemplare verkauft. Normalerweise wäre das der Punkt, an dem ein Studio das Spiel endgültig in die Ruhmeshalle stellt und die nächste Generation übernehmen lässt.
CD Projekt RED macht stattdessen beides. Während The Witcher 4 die Reihe mit Ciri fortsetzt, wird Geralts größtes Abenteuer noch einmal technisch und spielerisch umgebaut und anschließend sogar um eine neue Geschichte erweitert.
Am 29. September beginnt damit die nächste Runde. Besitzer steigen kostenlos auf das Remaster um, die beiden bisherigen Erweiterungen sind bereits gratis – und 2027 wartet in Letten noch einmal ein neuer Auftrag.
Geralt wollte irgendwann bestimmt einmal in Rente. Der Kontinent war aber nicht bereit, seinen Antrag zu bearbeiten.






