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Wenn der Sarg zur Bühne wird
📰 Was ist los?
The Vampire Lestat startet am 7. Juni 2026 in den USA. Die dritte Staffel der Anne-Rice-Serie läuft nun unter neuem Titel und stellt Lestat de Lioncourt in den Mittelpunkt. Für Deutschland ist der Start bei MagentaTV+ ab 1. Juli vorgesehen.
🐛 Was denken wir?
Das Rebranding passt fast zu gut. Lestat war nie eine Figur, die bescheiden am Rand wartet, während andere die Deutungshoheit behalten. Wenn ein Vampir aus verletztem Stolz, Musik, Erinnerung und Selbstinszenierung eine ganze Staffel übernimmt, dann sollte sein Name natürlich auch groß genug über der Tür stehen.
🧛 The Vampire Lestat: Vampire können jetzt auch Rebranding
AMC setzt Interview with the Vampire fort — nur steht ab Staffel 3 ein neuer Name über der Tür: The Vampire Lestat. Der untote Selbstdarsteller bekommt damit endlich das, was er vermutlich schon immer wollte: Titelrolle, Rampenlicht und genügend Bühne für sehr alte Gefühle mit sehr viel Eyeliner.
Lestat übernimmt. Diesmal nicht nur thematisch, sondern gleich auf dem Türschild. Aus Interview with the Vampire wird mit der dritten Staffel The Vampire Lestat, und das fühlt sich fast schon zwangsläufig an. Manche Figuren betreten eine Geschichte. Andere schauen kurz in die Kamera und beschließen, dass die Geschichte ab sofort nach ihnen benannt werden sollte.

Bei Lestat überrascht das ungefähr so sehr wie Blutdurst in einer Gruft. Die neue Staffel startet in den USA am 7. Juni 2026 bei AMC und AMC+. In Deutschland sollen die neuen Folgen ab 1. Juli bei MagentaTV+ laufen. Inhaltlich rückt Lestat de Lioncourt ins Zentrum, diesmal mit Rockstar-Aura, alter Vampirlast und dem sehr nachvollziehbaren Wunsch, die eigene Legende nicht länger von anderen erzählen zu lassen.
🎬 Featurette
Die Featurette zu The Vampire Lestat blickt hinter die Kulissen der neuen Staffel, in der Lestat endgültig das Rampenlicht übernimmt und aus Interview with the Vampire eine sehr persönliche Vampirbühne macht.
🩸 Anne Rice mit Verstärkeranlage
Der Reiz der neuen Staffel liegt genau in diesem Perspektivwechsel. Louis erzählte seine Geschichte. Nun ist Lestat dran, und der macht daraus offenbar keine stille Korrektur, sondern eine Show. Rockstar-Elemente, alte Wunden, Vampirvergangenheit und Gothic-Melodram rücken enger zusammen.
Das kann schnell sehr viel werden.
Bei Lestat ist das allerdings kein Fehler, sondern fast schon Figurenbeschreibung.
Die Serie bleibt damit im Kern, was Anne Rice immer stark machte: Vampire als schöne, grausame, verletzte und maßlos eitle Wesen, die ihre Unsterblichkeit nicht nur ertragen, sondern aufführen. Und Lestat führt bekanntlich nichts halb auf.
Ab Juni gehört die Bühne also ihm. Wahrscheinlich war das in seinem Kopf ohnehin schon immer so.





