Viola Davis verfilmt Afro-Fantasy The Untamed

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Viola Davis bringt Asunda ins Kino

📰 Was ist los?
Viola Davis und Julius Tennon produzieren eine Realverfilmung von The Untamed: A Sinner’s Prayer. Schöpfer Sebastian A. Jones führt Regie; die Geschichte spielt in der afro-inspirierten Fantasywelt Asunda und erzählt von einem Mann, der aus der Hölle zurückkehrt, um seine Familie zu rächen, bis Niobe seine Mission in Frage stellt.

🐛 Was denken wir?
Endlich einmal keine austauschbare Mittelalter-Kulisse, sondern eine klar definierte Afro-Fantasy-Welt mit eigener Bildsprache und einer Schwarzen Heldin im Zentrum. Wenn der Film den Western- und Kurosawa-Ton der Vorlage trifft, könnte The Untamed zum Referenzpunkt werden, an dem sich künftige Fantasy-Verfilmungen messen lassen müssen.

⚔️ Viola Davis verfilmt Afro-Fantasy The Untamed

Ein Mann kehrt aus der Hölle zurück, bekommt sieben Tage für seine Rache – und stolpert über ein Waisenmädchen, das ihm stattdessen Erlösung anbietet. Genau diesen Stoff holt Viola Davis jetzt in die Kinos: Die Oscarpreisträgerin produziert eine Realverfilmung des Dark-Fantasy-Comics The Untamed: A Sinner’s Prayer von Sebastian A. Jones. Jones selbst übernimmt die Regie, Schauplatz ist die von mittelalterlichem Afrika inspirierte Welt Asunda.

🌍 Asunda statt Alibi-Diversity

Während klassische Fantasy seit Jahrzehnten dieselben europäischen Königreiche durchkaut, setzt The Untamed auf ein anderes Fundament: Asunda ist kein „wir haben auch noch eine Wüste“-Anhänger, sondern ein eigenständiges Afro-Fantasy-Setting mit eigener Mythologie, Bildsprache und politischer Geschichte. Im Zentrum steht der namenlose Stranger, der mithilfe eines finsteren Pakts aus der Unterwelt zurückkehrt, um innerhalb einer Woche die Mörder seiner Frau und seines Kindes zu töten.

Der Twist: Auf diesem Rachepfad begegnet er der jungen Niobe, einer Waise, die später zur zentralen Heldin des Asunda-Universums wird. Ausgerechnet sie zwingt den Stranger, sich zu fragen, ob seine zweite Chance wirklich nur für Vergeltung gedacht ist, oder ob es so etwas wie Gnade in dieser Welt noch gibt. Jones beschreibt das Projekt als „poetisches, filmisches Drama, verpackt in einer knallharten Rachegeschichte, bei der die Welt auf dem Spiel steht“ – mit der Stimmung eines Spaghetti-Westerns oder eines Kurosawa-Epos in Fantasy-Kulisse. Das klingt nach allem, nur nicht nach dem nächsten austauschbaren Streaming-Schlachtfeld.

🎬 Viola Davis, Niobe und der lange Atem eines Herzensprojekts

Viola Davis und Julius Tennon sind mit JuVee Productions nicht zufällig an Bord. Die beiden betonen, sie hätten Jones’ Geschichte schon vor über zehn Jahren auf dem Tisch gehabt und sofort gespürt, dass Asunda weltweit funktionieren könne, gerade, weil Niobe als Schwarze Fantasy-Heldin nicht bloß „Repräsentation“ zum Abhaken ist, sondern die emotionale Scharnierfigur der Saga. Davis schrieb bereits 2017 das Vorwort zur Sammelausgabe von Niobe: She Is Life; man merkt: Das hier ist kein spontaner Trendhüpfer, sondern ein Projekt mit langem Vorlauf.

The Untamed: A Sinner’s Prayer wurde 2011 von Sebastian A. Jones, Peter Bergting und Darrell May bei Stranger Comics veröffentlicht und war der Auftakt zu einem ganzen Asunda-Kosmos. Zwischendurch stand sogar einmal eine HBO-Serie im Raum, inklusive Jones als Co-Autor und Executive Producer – daraus wurde nichts, aber der Deal brachte ihn mit Showrunner Prentice Penny zusammen, mit dem er später Payback Entertainment gründete. Jetzt führt der Weg eben doch auf die Leinwand, mit zusätzlichen Produzenten wie Simon Swart und Andrew Cosby.

Offen ist noch, ob Amandla Stenberg beteiligt sein wird – sie hat an den Niobe-Comics mitgeschrieben, ihr Gesicht hergegeben und ist inzwischen durch The Acolyte und das kommende Laika-Projekt Wildwood in einer deutlich anderen Gewichtsklasse unterwegs. Dass sie 2027 außerdem gemeinsam mit Davis in der Children of Blood and Bone-Verfilmung auftauchen soll, macht die Personalie für The Untamed umso spannender.

🧪 Fantasykosmos-Fazit: Rache, Erlösung – und endlich ein anderes Gesicht von Fantasy

Was sich hier abzeichnet, ist mehr als nur „noch eine Comic-Verfilmung“. The Untamed kombiniert einen klaren, kleinen Plot, ein Mann, sieben Tage, ein Pakt, mit einem Setting, das Fantasy endlich aus der ewigen Nordhalbkugel-Komfortzone zerrt. Wenn der Film hält, was Jones verspricht, bekommen wir eine Mischung aus Western-Härte, Kurosawa-Pathos und Afro-Fantasy, bei der Niobe nicht als Sidekick dekorativ durchs Bild läuft, sondern das moralische Zentrum bildet.

Natürlich bleibt das Risiko: Wird Asunda am Ende nur zur exotischen Tapete für einen weiteren Rachefilm, oder traut sich Hollywood tatsächlich, eine neue Welt ernst zu nehmen, statt sie in die übliche Franchise-Form zu pressen? Im besten Fall erleben wir den Start eines Fantasy-Universums, das nicht wie Tolkien-Fanfiction wirkt. Im schlechtesten Fall bleibt uns immerhin der Trost, dass Niobe schon auf Papier beweist, was möglich ist, wenn man Fantasy nicht nur weiß wäscht, sondern neu denkt.

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