The Old King’s Crown: Zwei Millionen für den Thron

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Zwei Millionen für eine alte Krone?

📰 Was ist los?
The Old King’s Crown hat mit seiner Kampagne für die zweite Auflage die Schwelle von 2 Millionen Pfund überschritten. Noch dazu läuft parallel mit Songs of Home eine neue Erweiterung, während The Waking Kingdom als neu verpackte Fassung einer bestehenden Erweiterung ebenfalls mit im Paket steckt. Das Grundspiel liegt bei 52 Pfund, Songs of Home bei 38 Pfund und The Waking Kingdom bei 25 Pfund.

🐛 Was denken wir?
Das ist kein netter Achtungserfolg mehr, sondern eine reinrassige Krönungsmesse. Wenn ein schweres Fantasy-Brettspiel solche Summen zieht, hat die Nische längst aufgehört, sich vor irgendwem zu verstecken.

👑 The Old King’s Crown: Zwei Millionen für den Thron

Es gibt Crowdfunding-Kampagnen, die sammeln Geld. Und es gibt Kampagnen, die auftreten, als schleppen von Tag 1 an einen gewaltigen Hofstaat hinter sich her. Genau in dieser zweiten Kategorie marschiert The Old King’s Crown gerade ziemlich selbstbewusst durch die Brettspielwelt: Die Gamefound-Kampagne zur zweiten Auflage samt Erweiterung Songs of Home hat die Marke von 2 Millionen Pfund überschritten. Der Einstieg für das Grundspiel liegt bei 52 Pfund und die Kampagne läuft noch etwas mehr als zwei Wochen.

🏰 Kein Feierabendhappen, sondern ein gewaltiger Thronkrieg aus Karton

Wer mit dem Titel noch nichts anfangen kann: The Old King’s Crown klingt nicht nur nach altem Reich, Misstrauen und kaltem Metall, es spielt sich auch so. Im Zentrum steht ein verfallenes Königreich ohne Herrscher, in dem verschiedene Mächte um Einfluss, Gebiete und am Ende um die Krone ringen. Das ist also nicht die Sorte Fantasy-Brettspiel, bei der man ein paar hübsche Illustrationen bestaunt und dann gemütlich Elfenkekse verteilt. Das Ding will Machtspiele, Planung, Bluff und eine gewisse Freude daran, anderen den Plan im letzten Moment unter dem Umhang wegzuziehen.

🎨 Warum das gerade so zieht

Der Hype kommt keineswegs aus dem Nichts. Schon auf den ersten Blick wirkt The Old King’s Crown wie ein Spiel, das seine ganze Existenz auf Atmosphäre gebaut hat: prachtvolle Karten, markante Farbwelt, starke Figurenillustrationen, eine große Karte mit politischem Eigengewicht und genau diese Sorte Ausstattung, bei der man sofort versteht, warum Leute plötzlich vom „Brettspiel als Kunstobjekt“ reden. Zum Glück sieht es dabei nicht bloß teuer aus, sondern stellt auch eine kühne Designidee zur Schau: düster, herrschaftlich, leicht verfallen und gerade deshalb überaus attraktiv, gerade für Fantasy-Fans. Ein Spiel, das so aussieht, kann nicht banal sein und das ist The Old King’s Crown auch nicht.

💰 Was die Krone kostet

Wer sich in diesen höfischen Ausnahmezustand einkaufen möchte, bekommt das Grundspiel für 52 Pfund. Die neue Erweiterung Songs of Home liegt bei 38 Pfund, The Waking Kingdom bei 25 Pfund. Dazu kommen weitere Bundles und Zusätze für alle, die beim Wort „optional“ ohnehin nur nervös husten. Erhältlich ist das Spiel in mehreren Sprachfassungen, darunter Englisch, Französisch, Polnisch, Spanisch und Tschechisch. Das ist nicht gerade Kleingeld für einen spontanen Ausflug in ein reich von Pappe, aber es ist auch sehr sichtbar kein Projekt, das auf Schnellkauf-Impuls setzt. Hier wird nicht um Mitnahme gebettelt, hier werden Sammlerinstinkt und Strategie-Eitelkeit getriggert.

🧠 Warum Fantasy-Fans das ernst nehmen sollten

Interessant ist dieses Brettspiel-Monster nicht nur für Würfelmenschen mit großen Regalen, sondern auch für Fantasy-Fans allgemein. Denn The Old King’s Crown zeigt sehr schön, was im Genre gerade funktioniert: keine austauschbare Welt aus Standarddrachen und Tapetenlore, sondern ein klarer Ton, markante Bildsprache und ein Konzept, das nach echter Machtfantasie riecht. Das Spiel verkauft nicht bloß „Fantasy“ als Etikett, sondern die Idee eines zerbrochenen Reiches, in dem jede Entscheidung politisch, taktisch und potenziell unerquicklich ist. Genau das verleiht dem Projekt Profil. Es will nicht everybody’s darling sein. Es will dich an den Tisch locken und dir dann freundlich erklären, dass Vertrauen in diesem Königreich ein Luxusgut ist.

🎲 Großes Spiel, große Ansage

Man sollte dabei allerdings auch nicht so tun, als wäre das hier der nächste harmlose Liebling für den Sonntagnachmittag. Schon die gesamte Aufmachung schreit danach, dass The Old King’s Crown eher in die Kategorie groß, fordernd, platzhungrig und taktisch bissig gehört. Das ist kein Titel, den man zwischen Kaffee und Bienenstich mal eben ausbreitet, weil Tante Gisela schon immer eine Schwäche für Machtkämpfe in verfallenen Reichen hatte. Wer hier einsteigt, kauft ziemlich offensichtlich ein Spiel, das Zeit, Wohnzimmertisch und viel Aufmerksamkeit fordert.

👑 Unser Fazit: Die Krone hat sich ihre Untertanen gesucht

Wir sagen es so: Zwei Millionen Pfund für eine zweite Auflage kommen nicht zustande, weil sich ein paar Leute in besonders schönes Pappmaterial verguckt haben. Das hier ist ein Signal. The Old King’s Crown trifft gerade einen Punkt, an dem Fantasy, Ästhetik und strategischer Anspruch sauber ineinandergreifen. Das Spiel wirkt nicht wie der nächste kurzlebige Crowdfunding-Luftballon, sondern wie ein Titel, der seinen Ruf bereits vor sich herträgt und jetzt den großen Sprung ins breitere Bewusstsein macht. Wer auf politische Fantasy, displomatische Gemeinheit und spielbare Machtarchitektur steht, sollte diese Krone sehr genau im Auge behalten.

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