The Odyssey: Nolan lässt das Internet am Kai zurück

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Nolan segelt durch den Kulturkampf

📰 Was ist los?
Christopher Nolan hat auf die Diskussionen über Kostüme, Schiffe, Besetzung und historische Genauigkeit in The Odyssey reagiert. Da die meisten Kritiker den Film noch nicht gesehen haben, hält er die Voraburteile für weitgehend bedeutungslos. Der deutsche Kinostart ist am 16. Juli 2026.

🐛 Was denken wir?
Über Homers Welt darf leidenschaftlich gestritten werden. Vielleicht sollte man den Zyklopen aber wenigstens aus seiner Höhle kommen lassen, bevor man ihm historisch unkorrekte Augenführung vorwirft.

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⛵ The Odyssey: Nolan lässt das Internet am Kai zurück

Während das Internet noch Helme vermisst, Schiffe vermisst, Griechen vermisst und demnächst wohl den historisch korrekten Wellengang einklagt, segelt Christopher Nolan unbeirrt Richtung Ithaka. Die Debatten über The Odyssey interessieren den Regisseur wenige Tage vor dem Kinostart bemerkenswert wenig.

Christopher Nolan beobachtet die Dreharbeiten zu The Odyssey, während Experten über Rüstungen, Schiffe und historische Genauigkeit streiten.

Kritisiert wurden bislang unter anderem Kostüme, Rüstungen, Schiffsdesigns, moderne Akzente und einzelne Besetzungsentscheidungen. Nolan hält solche Diskussionen vor der Veröffentlichung allerdings für weitgehend bedeutungslos. Schließlich habe noch kaum jemand den vollständigen Film gesehen. Das Netz diskutiert also bereits leidenschaftlich über eine Reise, während das Schiff noch gar nicht offiziell abgelegt hat.

🪖 Odysseus trägt den falschen Helm zur falschen Zeit

Historische Genauigkeit ist bei The Odyssey ohnehin ein etwas kompliziertes Reizwort. Homers Epos verbindet mögliche Erinnerungen an die mykenische Welt mit Göttern, Sirenen, Zyklopen und allerlei maritimen Hindernissen, die sich nur schwer archäologisch zertifizieren lassen.

Trotzdem wurde bereits seit den ersten Bildern darüber gestritten, ob Matt Damons Rüstung zur dargestellten Epoche passt. Auch die Schiffe gerieten unter Beschuss, weil ihre Gestaltung nicht exakt den bekannten Rekonstruktionen entsprechen soll. Das ist bei einem Film über einen Mann, der zehn Jahre lang von Poseidon persönlich am Heimweg gehindert wird, natürlich die Stelle, an der wissenschaftliche Strenge besonders dringend eingreifen muss.

Bei der Besetzung entzündete sich der Streit unter anderem an Lupita Nyong’o und Elliot Page. Weitere Zuschauer störten sich an amerikanischen Akzenten und modernen Sprachfärbungen. Noch bevor Nolans Odysseus den ersten Fuß auf Ithaka setzen kann, wurde die Produktion damit bereits auf Herkunft, Aussprache, Rüstungstechnik und nautische Zulassung geprüft.

🎬 Offizieller Trailer

Der Trailer zu The Odyssey zeigt Odysseus auf seiner monumentalen Heimreise, während Götter, Monster und das Internet offenbar gemeinsam prüfen, ob sein Helm korrekt sitzt.

🃏 Nolan hat den Joker-Aufstand schon überlebt

Nolan kennt derartige Voraburteile. Als Heath Ledger einst als Joker angekündigt wurde, galt die Besetzung in Teilen des Internets als grotesker Fehler. Nach The Dark Knight erinnerte sich plötzlich kaum noch jemand freiwillig an diese Gewissheit.

Der Regisseur betrachtet die aktuelle Aufregung deshalb als normalen Begleitumstand eines großen Films. Wer ein bekanntes Werk mit gewaltigem Budget, prominenter Besetzung und eigener Bildsprache adaptiert, bekommt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern bereits vor dem Start eine vollständige Fernbegutachtung durch Menschen, die jede Einstellung aus Trailern und Standbildern herauspräparieren.

Das bedeutet nicht, dass jede Kritik automatisch falsch ist. Kostüme, Besetzung und historische Anmutung dürfen selbstverständlich diskutiert werden. Ein endgültiges Urteil über einen fast dreistündigen Film aus einigen Werbebildern abzuleiten, bleibt allerdings eine besonders moderne Form der Weissagung. Selbst das Orakel von Delphi verlangte vermutlich mehr Material.

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🌊 Am Ende entscheidet nicht das Ruderblatt

Am 16. Juli 2026 kommt The Odyssey in die deutschen Kinos. Dann lässt sich endlich beurteilen, ob Nolan aus Homers Epos einen monumentalen Abenteuerfilm gebaut hat oder lediglich die teuerste Seereise seit der Erfindung des Kreuzfahrtschiffs.

Entscheidend wird kaum sein, ob jedes Ruder, jeder Helm und jede Sandale einer historischen Rekonstruktion standhält. Entscheidend ist, ob Odysseus’ Heimkehr als Geschichte funktioniert: ein Mann zwischen Hybris, Sehnsucht, Gewalt und der sehr schlechten Angewohnheit, auf jeder Insel neue Schwierigkeiten zu finden.

Nolan erklärt die Debatte nicht deshalb für bedeutungslos, weil ihm jede Kritik gleichgültig wäre. Er hält lediglich das Urteil vor der Sichtung für verfrüht. Das ist eigentlich eine verblüffend schlichte Position. Im Internet wirkt sie inzwischen beinahe wie eine radikale philosophische Schule.

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