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Der Turm wartet schon auf dem Spieltisch
📰 Was ist los?
The Hidden Isle kehrt mit einer ENNIE Awards Edition und neuen Einstiegsmöglichkeiten zurück. Das Fantasy-TTRPG von Sefirot nutzt Tarotkarten statt Würfel, spielt in einer alternativen Renaissance-Welt rund um die geheime Insel Dioscoria und bietet aktuell unter anderem eine kostenlose Abenteuer-Belohnung sowie zwei spielbereite Szenarien.
🐛 Was denken wir?
The Hidden Isle hat einen Haken, der sofort sitzt: keine Würfel, sondern Tarot. Dazu Renaissance-Fantasy, Okkultismus, Geheimbünde, Inquisition, Magier, Assassinen und eine Insel voller Leute, die gegen Tyrannei und Dummheit arbeiten. Andere würfeln eine Drei. Hier ziehst du den Turm und weißt: Der Abend wird kompliziert.
Andere Rollenspiele lassen dich auf Geschicklichkeit würfeln. The Hidden Isle zieht einfach den Tod, den Turm oder einen ziemlich schlechten Dienstag. Das Fantasy-TTRPG von Sefirot arbeitet nicht mit klassischen Würfeln, sondern mit Tarotkarten – und genau das macht die Rückkehr der ENNIE Awards Edition so interessant.

Das Setting führt in eine alternative Version des 16. Jahrhunderts: Gelehrte, Magier, Assassinen, Paladine, Inquisition, Osmanisches Reich, London, Istanbul, Venedig und die geheime Insel Dioscoria, auf der Verfolgte, Mystiker und gefährlich kluge Leute Zuflucht finden. Von dort aus ziehen die Figuren hinaus, um verbotene Schriften zu stehlen, Tyrannen zu stürzen, Wissen zu bewahren und die Welt mit genau der Sorte Rede, Dolch oder Zauber zu verändern, die gerade noch rechtzeitig kommt.
🔮 Wenn das Schicksal keine Würfel braucht
Der große Dreh ist natürlich das Tarot-System. Karten bestimmen nicht nur Erfolg und Scheitern, sondern auch Ton, Richtung und innere Entwicklung der Figuren. Das passt hervorragend zu einem Spiel, das weniger auf Zahlenakrobatik und mehr auf Erzählung, Symbolik und dramatische Wendungen setzt.
Das ist nicht bloß ein Gimmick. Tarot bringt eine andere Spannung an den Tisch. Ein Würfel sagt: geschafft oder nicht geschafft. Eine Karte sagt: geschafft, aber mit Schatten. Oder: gescheitert, aber das Bild darauf deutet an, warum. Oder: Du wolltest eine einfache Probe, aber das Schicksal hat gerade beschlossen, dass dein Charakter noch ein psychologisches Nebenzimmer öffnen muss.
🗡️ Renaissance-Fantasy mit Dolch im Ärmel
Besonders stark ist die Welt. The Hidden Isle wirkt nicht wie generische Tavernenfantasy, sondern wie ein okkulter Abenteuerroman zwischen Renaissance, Glaubenskrieg, Gelehrtenstube und Mantel-und-Degen-Rebellion. Dioscoria ist kein friedlicher Zauberurlaub, sondern ein geheimes Gegenmodell zu Tyrannei, Verfolgung und Unwissen.
Das gibt dem Spiel eine schöne Schärfe. Hier geht es nicht nur darum, Monster in Ruinen zu schlagen. Die Figuren können verbotene Bücher aus den Händen mächtiger Institutionen stehlen, Verfolgte schützen, Imperien stören, Intrigen überleben und sich dabei fragen, ob ihr Ideal wirklich stärker ist als ihre dunkleren Seiten. Genau das ist gutes Rollenspielmaterial: nicht nur „Was kann ich?“, sondern „Was wird aus mir, wenn ich es tue?“
📜 Neue Einstiege, neue Karten, neue schlechte Vorzeichen
Die aktuelle BackerKit-Seite setzt den Einstieg niedrig an: Wer neugierig ist, findet eine kostenlose Abenteuer-Belohnung und zwei sofort spielbare Szenarien. The Rialto Scrolls führt nach Venedig und dreht sich um eine Gelehrte im jüdischen Ghetto, deren Lebenswerk in falsche Hände fallen könnte. The Face of the Enemy schickt die Spieler gegen einen Spion, der Dioscoria unter Kontrolle bringen soll.
Das ist sehr gutes Futter für kurze, atmosphärische Runden. Kein 400-Seiten-Klotz, den man erst mit Textmarker und Urlaubstagen bezwingen muss, sondern ein System mit klarer Stimmung: Karten auf den Tisch, Schicksal aufdecken, Mantel enger ziehen, los.





