Erster Weltkrieg trifft Zeitreise-Fantasy: The Gliwensbourg Chronicles kommt zum SOHO Festival
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Zehn Jahre Zeitreise für einmal falsch abgebogen
📰 Was ist los?
Emilie Tommasis französische Fantasy-Serie The Gliwensbourg Chronicles läuft im Oktober beim SOHO International Film Festival in New York. Ein Soldat aus dem Jahr 1915 landet darin durch einen geheimnisvollen Tunnel im Jahr 1925 und gerät zwischen verfeindete Clans, verschwundenes Gold, Flüche und übernatürliche Kreaturen.
🐛 Was denken wir?
Die Mischung ist ziemlich einzigartig. Historienserie, Zeitreise, Western und übernatürliche Fantasy werden hier in ein französisches Sumpfgebiet geworfen und gerade deshalb lohnt es sich, so ein unabhängiges Projekt zwischen den großen Streamingproduktionen im Auge zu behalten.
Ein französischer Soldat überlebt 1915 die Zerstörung seines Schützengrabens, kriecht durch einen geheimnisvollen Tunnel – und landet zehn Jahre später in einer Welt aus verfeindeten Clans, verschwundenem Gold, Flüchen und übernatürlichen Kreaturen. The Gliwensbourg Chronicles gehört im Oktober zum internationalen Programm des SOHO International Film Festival in New York.

Die französische Fantasy-Serie von Emilie Tommasi verbindet Zeitreise-Mystery mit historischem Drama und deutlichen Western-Einflüssen. Nach einer langen internationalen Festivalreise und mehreren Auszeichnungen bekommt das ungewöhnliche Projekt damit erneut eine größere Bühne.
💥 Ein Schützengraben wird zum Zeitportal
Die Geschichte beginnt im Winter 1915 im Norden Frankreichs. Ein deutscher Bombenangriff verschüttet einen französischen Schützengraben und tötet sämtliche Soldaten bis auf einen einzigen Überlebenden.
Unter der Erde findet dieser einen Hohlraum und schließlich einen geheimnisvollen Tunnel. Als er wieder ans Tageslicht gelangt, stimmt allerdings etwas nicht mehr: Das Jahr ist 1925.
Der Soldat hat zudem sein Gedächtnis verloren und landet ausgerechnet in der Nähe des abgelegenen Gliwensbourg. Damit beginnt eine Geschichte, in der der Erste Weltkrieg zwar Vergangenheit ist, seine Folgen aber überall weiterleben.
🎬 Offizieller Trailer zu The Gliwensbourg Chronicles
Vom Schützengraben des Jahres 1915 führt ein geheimnisvoller Tunnel direkt in eine Welt aus Zeitreise, Flüchen und Western-Fantasy.
🌫️ Im Sumpf wartet mehr als verlorenes Gold
Gliwensbourg ist dabei alles andere als ein friedliches französisches Dorf. Mehrere abgeschottete Gruppen leben in den umliegenden Sümpfen und sind durch ein gemeinsames Geheimnis miteinander verbunden.
Während des Krieges wurde Gold in einer verlassenen Mine versteckt. Für die Bewohner könnte dieser Schatz der Weg aus ihrem bisherigen Leben sein. Das Problem: Unter der Erde scheint inzwischen noch etwas anderes zu wohnen.
Mysteriöse Kreaturen machen Expeditionen in die Stollen gefährlich, während ein Fluch seit Jahren über den Sümpfen liegt. Aus einer zunächst historischen Zeitreise entwickelt sich damit zunehmend eine übernatürliche Fantasygeschichte.
🤠 Frankreich bekommt plötzlich Western-Vibes
Besonders ungewöhnlich ist die Mischung mit klassischer Western-Ikonografie. Gliwensbourg funktioniert stellenweise wie eine Grenzstadt: verschiedene Gruppen verfolgen eigene Interessen, staatliche Autorität ist begrenzt und jeder versucht, sich seinen Platz in einer instabilen Ordnung zu sichern.
Statt staubiger Straßen und Revolverhelden gibt es Sümpfe, Minenarbeiter, Deserteure, illegale Einwanderer und politische Spannungen im Frankreich der Zwischenkriegszeit. Der Grundmechanismus bleibt allerdings vertraut: Wer Macht besitzt, versucht sie zu behalten – und wer keine besitzt, sucht nach einem Weg, das zu ändern. Genau dadurch bekommt die Serie einen Ton, den man bei europäischer Historienfantasy eher selten sieht.
🔮 Djinns und ein ziemlich ungünstiger Auftrag
Der namenlose Soldat gerät zudem immer tiefer in eine übernatürliche Geschichte hinein. Lala, die Schamanin einer der Gemeinschaften, warnt ihn vor einem staatlichen Beamten, dessen Schicksal offenbar mit seinem eigenen verbunden ist.
Gleichzeitig soll der Soldat herausfinden, welchen Auftrag ihm die Djinns gegeben haben. Damit wird aus seinem unfreiwilligen Zeitsprung zunehmend eine Mission, deren Bedeutung weit über die Frage hinausgeht, wie er überhaupt im Jahr 1925 gelandet ist.
Die Serie lässt historische Realität und Fantasy dabei bewusst nebeneinanderlaufen. Bürokratie, wirtschaftlicher Druck und gesellschaftliche Spannungen existieren parallel zu Flüchen, Kreaturen und übernatürlichen Kräften.
🏆 Die Serie sammelt weiter Festivalpreise
The Gliwensbourg Chronicles ist bereits seit mehreren Jahren auf dem internationalen Festivalweg unterwegs. Gerade 2026 hat das Projekt dabei noch einmal deutlich Fahrt aufgenommen.
Im September wurde die erste Staffel beim World Film Festival in Cannes als Best Web/TV Series ausgezeichnet. Andere Wettbewerbe würdigten unter anderem Regie, Schauspiel, Ausstattung, Kamera, Musik, Produktion und Kostüme. Das SOHO International Film Festival setzt diese Reise nun im Oktober fort und bringt die französische Produktion nach New York.
🎬 Drei Episoden sind fertig – weitere entstehen noch
Interessant ist dabei, dass die Serie weiterhin wächst. Auf der offiziellen Seite werden aktuell drei fertige Episoden geführt: The Stranger, It Gets Messy! und Exquisite Corpse, Hungarian-Style.
Episode vier und fünf befinden sich noch in Produktion. The Gliwensbourg Chronicles ist damit kein längst abgeschlossenes Festivalprojekt, das Jahre später noch einmal hervorgeholt wird, sondern eine weiterhin entstehende unabhängige Serie.
Gerade das macht den aktuellen Festivalschub interessant. Ein kleines französisches Fantasyprojekt, das mit historischer Ausstattung, Zeitreise, Westernmotiven und übernatürlichen Elementen angefangen hat, arbeitet sich Stück für Stück durch den internationalen Festivalbetrieb.
🌒 Von 1915 nach 1925 führt offenbar kein sicherer Tunnel
Das Spannendste an The Gliwensbourg Chronicles bleibt seine seltsame Mischung. Weltkrieg, Zwischenkriegszeit, Goldraub, Einwanderung, Klassenkonflikte, Djinns, Flüche und Monster könnten problemlos aus mehreren verschiedenen Serien stammen.
Hier gehören sie alle zu derselben Welt.
Und wer nach einem Artilleriebeschuss einen geheimnisvollen Tunnel entdeckt, sollte vielleicht generell kurz darüber nachdenken, ob „weiterkriechen“ tatsächlich die beste verfügbare Option ist.





