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Trauer beißt besser als jeder Fisch
📰 Was ist los?
David Lowery soll The Fisherman von John Langan verfilmen. Der Bram-Stoker-prämierte Horror-Roman erschien 2016, heißt auf Deutsch Der Angler und verbindet Trauer, Folk-Horror, kosmischen Schrecken und die Legende um Dutchman’s Creek.
🐛 Was denken wir?
Klar, nach The Green Knight ist Lowery für so einen Stoff fast schon verdächtig passend. The Fisherman braucht keinen lauten Monsterzirkus, sondern Wasser, Verlust und einen Köder, der direkt an der Seele hängt. Wenn das klappt, wird das kein Angelausflug, sondern ein sehr finsterer Abstieg.
🎣 The Fisherman: Lowery wirft den Horrorhaken wieder aus
Wasser ist im Horrorgenre selten einfach nur kühles Nass. Meistens liegt darunter nämlich etwas Altes, Hungriges und sehr geduldiges. The Fisherman bekommt nun eine Verfilmung von David Lowery, und genau das macht diese Meldung sofort interessant: Nach The Green Knight darf Lowery wieder an einem Stoff ziehen, der Mythos, Trauer und Versuchung nicht ganz sauber trennt.

🌊 Angeln am Rand der Wirklichkeit
Die Vorlage stammt von John Langan und heißt auf Deutsch Der Angler. Im Zentrum stehen Abe und Dan, zwei Witwer, die beim Angeln in Upstate New York einen Halt gegen ihre Trauer suchen. Dann fällt der Name Dutchman’s Creek, ein abgelegener Ort, um den sich Gerüchte ranken. Wer dort fischt, soll mehr finden als Forellen, Schlamm und nasse Angelhosen.
Natürlich ist das bei Horrorstories immer der Moment, in dem ein vernünftiger Mensch seine Angel einpackt, den Wagen startet und sich ganz schnell ein neues Hobby sucht. Abe und Dan tun genau das natürlich nicht. Der Bach verspricht eine Begegnung mit den Toten, und damit wird aus einem Angelausflug eine Falle. Nicht der Fisch beißt an, sondern der Verlust.
🕯️ Der Köder heißt Wiedersehen
Das ist der starke Kern von The Fisherman: Der Schrecken kommt nicht als Monster aus dem Nichts, sondern aus einem sehr menschlichen Wunsch. Noch einmal sehen. Noch einmal sprechen. Noch einmal glauben, dass der Tod nicht endgültig war. Folk-Horror funktioniert am besten, wenn das Übernatürliche nicht einfach angreift, sondern etwas anbietet. Ein Geschenk, das nach wenigen Sekunden schon wie eine finstere Rechnung wirkt.
Lowery passt dazu fast zu gut. A Ghost Story kreiste um Nachhall, Erinnerung und bleibende Räume, The Green Knight machte aus Artus-Stoff eine düstere Prüfung der Seele. The Fisherman gibt ihm nun Wasser, Legende, Schuld und Trauer in die Hand. Das ist kein Stoff für laute Schockmechanik. Das ist eher ein Film, der im Nebel steht und leise wartet, bis man selbst näherkommt.
🐟 Produzentenboot mit seltsamer Besatzung
Spannend ist auch die Mischung hinter dem Projekt. Alex Ross Perry soll mit Lowery am Drehbuch arbeiten, während Namen wie Michael Bay und Gary Dauberman aus einer deutlich anderen Genre-Ecke kommen. Das kann reiben, aber genau darin liegt der Reiz. Lowery bringt die poetische Langsamkeit, Dauberman und Platinum Dunes kennen die kommerzielle Horror-Maschine. Hoffentlich gewinnt am Ende nicht der lauteste Impuls, sondern der tiefere.
Denn The Fisherman braucht Geduld. Der Roman lebt von Erzählungen in Erzählungen, von Landschaft, Verlust und diesem unangenehmen Gefühl, dass Wasser Erinnerung speichern könnte. Ein zu glatter Horrorfilm würde daraus bloß eine nasse Monsterjagd machen. Ein guter Lowery-Film könnte daraus einen Fluch bauen, der nicht zuschnappt, sondern sinkt.
🌑 Unser Fazit: Der Bach hat Gedächtnis
The Fisherman ist deutlich mehr als eine normale Romanverfilmung. Der Stoff hat literarisches Gewicht, eine starke Horror-Prämisse und mit Lowery einen Regisseur, der aus Trauer keinen bloßen Hintergrund macht. Hier geht es nicht darum, was im Wasser lauert. Es geht darum, warum zwei Menschen trotzdem hineinsehen.
Genau deshalb sitzt diese Ankündigung. The Fisherman könnte ein Folk-Horrorfilm werden, der nicht auf den schnellen Schrei setzt, sondern auf den Moment, in dem ein Mensch merkt, dass sein größter Wunsch längst als Köder im Wasser hängt.






