The Elder Scrolls vor der Leinwandprobe: Kommt nach Fallout die große Tamriel-Saga?

🔍 Suche im Fantasykosmos

Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

The Elder Scrolls demnächst als Streaming-Hit?

📰 Was ist los?
Nach dem Riesenerfolg der Fallout-Serie bei Prime Video denkt Bethesda laut darüber nach, was gute Adaptionen mit einem Spielefranchise anstellen können. Todd Howard sagt im Eurogamer-Interview zwar brav, er könne ein The-Elder-Scrolls-Projekt „weder bestätigen noch ausschließen“, gibt aber zu, dass der Fallout-Hype die internen Diskussionen deutlich befeuert hat. Fallout war zehn Jahre in der Mache – und hat die Spielerzahlen stärker angekurbelt, als er selbst erwartet hätte.

🐛 Was denken wir?
Das ist die vorsichtigste Form von grüner Ampel, die Todd Howard im Repertoire hat. Tamriel wird nicht morgen zur Serie, aber der Gedanke ist offiziell im Raum und niemand drückt ihn weg. Realistisch heißt das: Erst kommt TES 6, dann irgendwann ein Langzeitprojekt für Streaming – im Idealfall bei einem Partner, der Fallout schon nicht vor die Wand gefahren hat. Für den Fantasykosmos bleibt „The Elder Scrolls Serie“ damit ein Premium-Gerücht: noch weit weg, aber zum ersten Mal fühlt sich das mehr nach Plan als nach Fan-Fantasie an.

🐲 The Elder Scrolls vor der Leinwandprobe: Kommt nach Fallout die große Tamriel-Saga?

Fallout hat Prime Video in den nuklearen Orbit geschossen, Wolfenstein steht als nächste Serienadaption bereit. Jetzt klingt sogar Todd Howard plötzlich weniger allergisch, wenn es um The Elder Scrolls als Film oder Serie geht. Zeit für einen Reality-Check zwischen Hype und Himmelsrand.


🎮 Fallout als Türöffner: Wie eine Serie ein ganzes Studio umkrempelt

Die Fallout-Serie ist für Bethesda und Amazon längst mehr als ein Prestigeprojekt. Laut Amazon wurde Fallout in den ersten 16 Tagen von rund 65 Millionen Menschen gesehen und avancierte zur zweitmeistgesehenen Serie der Plattformgeschichte, nur knapp hinter The Rings of Power. Inzwischen liegt die Gesamtzahl der Zuschauer bei über 100 Millionen.

Der Effekt auf die Spiele war gewaltig. Streaming-Analysen sprechen von einem Sprung der Fallout-Spielstunden um mehr als 250 Prozent kurz nach Serienstart; selbst Oldies wie Fallout 1 legten massiv zu. Das Ergebnis: Fallout ist plötzlich nicht nur Retro-RPG, sondern Multiversum-Marke mit Serienvertrag und Verkaufsboost.

Für Bethesda ist das ein Traum-Szenario. Die Serie beweist, dass sich ein komplexes RPG-Universum seriell erzählen lässt, ohne Fans vor den Kopf zu stoßen. Genau dieser Erfolg macht The Elder Scrolls auf einmal wieder interessant für Film- und Serienbosse.


🧙 Was Todd Howard wirklich sagt, wenn er nichts versprechen will

In einem frischen Eurogamer-Interview wurde Todd Howard direkt auf eine mögliche Elder-Scrolls-Adaption angesprochen. Seine Antwort klingt nach klassischem Bethesda-Diplomatensprech, ist aber trotzdem bemerkenswert.

Er erinnert daran, dass die Fallout-Reise von der ersten Idee bis zur fertigen Serie ungefähr zehn Jahre gedauert hat. Erst nach Fallout 3 habe man ernsthaft über eine Adaption nachgedacht, dann bewusst gebremst und sich nur sehr vorsichtig herangetastet.

Auf die Frage nach The Elder Scrolls sagt Howard sinngemäß, er könne weder zu- noch absagen. Aktuell sehe er Fallout als Marke, die im Moment mehr Relevantes zu sagen habe. Gleichzeitig räumt er ein, dass der Erfolg der Fallout-Serie die Chancen für weitere Bethesda-Adaptionen deutlich erhöht habe.

Übersetzt aus dem Todd-Howard-Dialekt:
Die Tür ist nicht offen, aber sie steht auch nicht mehr fest verriegelt. Und der Mann, der sonst jede zweite Frage mit „Wir sind noch sehr früh im Prozess“ beantwortet, gibt öffentlich zu, dass ihn der Fallout-Effekt selbst überrascht hat.


🗺️ Tamriel im Serienformat: Segen oder Fluch?

The Elder Scrolls ist kein eng erzähltes Story-Railroad wie ein einzelnes Action-Spiel, sondern eher ein Kontinent voller Parallelkampagnen. Genau das macht eine Adaption tricky.

Mögliche Ansätze:

  • Anthologie im Stil von True Detective: Jede Staffel ein anderes Zeitalter oder eine andere Provinz, von Morrowind bis Skyrim. Das würde der Lore gerecht, schreckt aber Streaming-Chefs gern ab, weil die Zuschauerbindung von Staffel zu Staffel neu erkämpft werden muss.
  • Klassische Heldenreise in einem klaren Zeitfenster: Eine Serie, die sich zum Beispiel komplett auf die Frühphase des Kaiserreichs konzentriert oder auf eine einzelne Krise in Himmelsrand. Sicherer für Neulinge, riskant für Lore-Puristen, die dann mit der Lupe prüfen würden, welcher Daedra zu kurz kommt.
  • Fallout-Modell: Offiziell Kanon, aber bewusst in einer „Lücke“ der Lore platziert. So behält man kreativen Spielraum, ohne bestehende Geschichten zu zerschießen. Fallout hat genau das vorgemacht und ist damit erstaunlich elegant zwischen Fanservice und Neuerzählung durchmarschiert.

Hinzu kommt die Tonfrage. The Elder Scrolls schwankt zwischen epischer High-Fantasy, dunkler Politik, religiöser Fanatikerkritik und blankem Slapstick (Mudcrab-Dialoge lassen grüßen). Eine Serie müsste diese Mischform hinbekommen, ohne wie eine chaotische Mixtur aus Witcher, Rings of Power und Monty Python zu wirken.


🎬 Streaming-Poker: Wer hätte die besten Karten für Tamriel?

Nach dem Fallout-Triumph liegt Amazon natürlich auf der Hand. Das Studio hat die Marke bereits erfolgreich ins Serienzeitalter überführt und arbeitet parallel an einer Wolfenstein-Adaption, erneut mit dem gleichen Kreativteam rund um Kilter Films und Patrick Somerville.

Für Bethesda hätte das einen Charme: Ein Streaming-Partner, der die Spielvorlage verstanden hat, mit dem man bereits Abläufe, Entscheidungswege und No-Go-Listen durchgearbeitet hat. Die Risiken verringern sich, die Kontrollmöglichkeiten steigen.

Andererseits wäre The Elder Scrolls auch ein Traumprojekt für andere Player. HBO könnte aus der politischen Seite von Tamriel problemlos das nächste Prestige-Schachbrett bauen, Netflix würde vermutlich mit viel CGI und wenig Hemdknöpfen arbeiten. Ob Bethesda sich das Markenpuzzle allerdings wirklich aufteilen will, ist fraglich.

Aktuell deutet die Lage eher auf eine „Amazon first“-Option hin, falls es überhaupt konkret wird. Fallout ist für Prime Video ein Aushängeschild, Staffel zwei und drei sind bereits bestellt. Wenn man nach dieser Logik weiterdenkt, wäre eine TES-Serie der nächste logische Baustein in einem exklusiven Bethesda-Kosmos bei Amazon.


🐉 Erwartungsmanagement für Drachenblut und Serienjunkies

So sehr das Fanherz auch jubeln möchte: Wer sich jetzt schon Popcorn für eine Elder-Scrolls-Serie bereitlegt, denkt zu kurz.

  • The Elder Scrolls 6 ist noch lange nicht da. In einem GQ-Interview betont Howard, dass TES 6 zwar inzwischen Teil seiner täglichen Arbeit sei, aber weiterhin als langfristiges Projekt gelte.
  • Die Fallout-Serie brauchte rund zehn Jahre von der ersten Idee bis zum Release. Howard erinnert daran nicht zufällig, sondern als Warnhinweis.
  • Bethesda lernt gerade in Echtzeit, wie stark eine gute Adaption auf die Spiele zurückwirkt. Genau deshalb wird man beim nächsten großen Schritt eher zu viel als zu wenig Vorsicht walten lassen.

Realistisch betrachtet heißt das: Die Chancen auf ein Elder-Scrolls-Projekt sind höher als je zuvor, aber die Timeline ist eher „nächstes Jahrzehnt“ als „nächste Watchlist-Woche“. Bis dahin bleibt Tamriel das, was es immer war: eine Welt, die vor allem im Kopf und auf dem Bildschirm der Spieler existiert.

Und vielleicht ist das die wichtigste Nachricht an diesem Punkt. Der Fallout-Erfolg zeigt, dass sich ein Spieluniversum würdevoll übersetzen lässt, ohne seine Eigenheiten zu verlieren. Todd Howard wirkt zum ersten Mal so, als würde er sich ernsthaft vorstellen können, dass eines Tages auch irgendwo ein Showrunner sitzt, der sich fragt, wie viele Leuchtpilze in einer Szene in Balmora noch ok sind.

Bis dahin bleibt The Elder Scrolls die vielleicht spannendste Serienidee, die offiziell nicht existiert und trotzdem schon Fan-Foren überlaufen lässt.

Episches Fantasy-Banner im Stil von Gandalf: Ein weißbärtiger Zauberer blockiert mit erhobenem Stab den Weg und ruft ‚Du kannst nicht vorbei!‘. Darunter der Zusatz: ‚Es sei denn, du abonnierst unseren Newsletter!‘. Rechts unten ein glühender, magischer Button mit der Aufschrift: ‚Lass mich rein, du Narr!
Sepia-Banner: Verfallenes Haus im Hintergrund, vorne Grabhold und Crowbah mit Koffer. Links die Überschrift „Crowbah & Grabhold: Finstere Faxen!“, rechts ein gerolltes Ribbon mit „JETZT LESEN!“.