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Dantes Höllenfahrt meets Body Horror
📰 Was ist los?
Patricio Valladares verfilmt Dantes Inferno als Fantasy-Horrorfilm The Divine Comedy. Die Dreharbeiten beginnen am 7. September in Rom; Dante und Virgil steigen darin durch die Hölle hinab, um Beatrice zu finden.
🐛 Was denken wir?
Der Horroransatz passt erstaunlich gut zur Vorlage, weil Dantes Unterwelt ohnehin voller Monster, Körperstrafen und grotesker Bilder steckt. Interessant wird vor allem, ob Valladares hinter dieser Härte auch die moralische und emotionale Logik der einzelnen Höllenkreise erhält.
👹 Dante steigt wieder hinab: The Divine Comedy macht aus dem Inferno brutalen Fantasy-Horror
Dantes Hölle hat im Kino schon viele Formen angenommen: religiöse Vision, düsteres Kunstkino, animierter Albtraum. Der chilenische Regisseur Patricio Valladares will nun eine Seite der Vorlage ins Zentrum rücken, die ohnehin seit Jahrhunderten in ihr steckt – eine Unterwelt, in der Angst, Schuld und Strafe buchstäblich körperliche Formen annehmen.

Mit The Divine Comedy entsteht eine neue Fantasy-Horror-Interpretation von Dantes Inferno. Die Dreharbeiten sollen bereits am 7. September in Rom beginnen. Produziert wird der Film von Anxur Films in Zusammenarbeit mit Skincrawl Studios, das zugleich den internationalen Verkauf übernimmt.
Die Handlung orientiert sich an Dantes Höllenfahrt, verändert den persönlichen Ausgangspunkt jedoch deutlich. Dante ist hier ein trauernder Schriftsteller, während Virgil als ehemaliger Priester neu interpretiert wird. Gemeinsam steigen die beiden in die Welt der Toten hinab, um Beatrice zu finden – und treffen dort auf Verdammte, monströse Wesen und schließlich auf den Herrscher der Unterwelt selbst.
🔥 Die neun Kreise werden zum Horrorparcours
Für eine Horrorverfilmung liefert das Inferno beinahe verschwenderisch viel Material. Dantes Unterwelt besteht aus verschiedenen Kreisen, in denen jede Verfehlung ihre eigene Strafe erhält. Feuer, Eis, Verstümmelungen, groteske Verwandlungen, Monster und gewaltige Abgründe gehören bereits zur literarischen Grundausstattung.
Valladares möchte genau diese Seite des Stoffes hervorheben. Seine Hölle soll keine entrückte symbolische Landschaft bleiben, sondern schmutzig, gefährlich und körperlich wirken. Als Vergleichspunkte nennt der Regisseur unter anderem Hellraiser und Xavier Gens’ Frontier(s) – also Filme, die Schmerz und Körperlichkeit ziemlich konsequent ins Bild rücken.
Damit entfernt sich die Adaption weniger weit von Dante, als der Horroransatz zunächst vermuten lässt. Die Göttliche Komödie ist voller Theologie, Politik und Philosophie, besitzt gleichzeitig aber eine bis heute erstaunlich drastische Bildsprache. Für den Film wird deshalb entscheidend sein, ob die Gewalt lediglich Spektakel bleibt oder wieder ausdrückt, weshalb jeder einzelne Kreis genau so aussieht, wie Dante ihn beschrieben hat.
🕯️ Wegen Beatrice geht Dante diesmal tatsächlich durch die Hölle
Besonders deutlich verändert die neue Verfilmung Dantes Motivation. Seine Reise wird zu einer konkreten Rettungsmission: Er steigt hinab, um Beatrice zu finden. Virgil begleitet ihn dabei nicht mehr als antiker Dichter, sondern als ehemaliger Priester.
Das macht aus der kosmologischen Wanderung zugleich eine persönlichere Geschichte über Trauer, Verlust und die Frage, wie weit ein Mensch für einen anderen gehen würde. Valladares beschreibt genau diesen emotionalen Kern als wesentlich für seine Interpretation.
Darin steckt mehr Potenzial als in einer bloßen Aneinanderreihung möglichst spektakulärer Höllenstrafen. Gerade Dantes Original funktioniert deshalb so nachhaltig, weil hinter seinen Monstern, Landschaften und Qualen immer Menschen stehen. Wenn die neue Verfilmung diesen Gedanken mit ihrem deutlich härteren Horrorstil verbindet, könnte aus der Höllenfahrt mehr werden als ein mittelalterlicher Splatter-Ausflug.
👿 Je tiefer die Reise führt, desto persönlicher wird die Strafe
Auf ihrem Weg begegnen Dante und Virgil Seelen, deren Bestrafungen aus Ängsten, Begierden und Reue hervorgehen. Gleichzeitig werden die beiden von Kreaturen verfolgt, während jeder weitere Kreis sie tiefer in die Unterwelt führt. Am Ende dieser Reise wartet schließlich der Teufel.
Zum Ensemble gehören Christopher Rygh, Matthew Metcalfe, Tilda Metsola und Fadhillah Othman. Einen vollständigen Überblick darüber, wer Dante, Virgil, Beatrice und weitere zentrale Figuren spielt, hat die Produktion bislang noch nicht vorgelegt.
Dass die Kameras bereits Anfang September laufen sollen, macht die Ankündigung allerdings deutlich konkreter als viele frühe Genreprojekte. The Divine Comedy steht unmittelbar vor Produktionsbeginn; lediglich ein Veröffentlichungstermin fehlt derzeit noch.
🏛️ Rom wird zum Ausgangspunkt für die Unterwelt
Auch der Drehort besitzt seinen Reiz. Rom bietet einer Dante-Verfilmung eine Mischung aus antiker Architektur, christlicher Ikonografie, Katakomben, Ruinen und jahrhundertelang übereinandergeschichteter Geschichte, die sich für eine Reise zwischen Diesseits und Hölle geradezu aufdrängt.
Spannend wird vor allem, wie groß Valladares die Unterwelt tatsächlich denkt. Eine ernsthafte Umsetzung der neun Kreise verlangt schließlich mehr als dunkle Keller und rot beleuchtete Felsen. Dantes Hölle ist eine vollständige fantastische Welt mit Städten, Flüssen, Wäldern, Mauern, Eisflächen, Abgründen und Kreaturen.
Wenn der Film diese Dimension mit seinem Horroransatz verbindet, könnte aus dem vergleichsweise kompakten Projekt visuell etwas ausgesprochen Eigenständiges entstehen. Dante hat den Weg nach unten schließlich schon vor mehr als 700 Jahren beschrieben. The Divine Comedy muss nun nur noch dafür sorgen, dass wir ihn diesmal auch wirklich nicht gehen wollen.






