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Die Katze ist nicht mehr allein für die Klicks zuständig
📰 Was ist los?
The Devils 2 heißt offiziell The Heretics und erscheint am 4. Mai 2027 in Großbritannien sowie am 11. Mai 2027 in den USA. Joe Abercrombie verlegt Band 2 nach Zeitz in Sachsen, wo Mother Beckert, Hugo von Klotz und eine neue Lage aus Hexerei, Intrigen und religiöser Hysterie aufeinanderprallen. Eine offizielle Leseprobe ist bereits da.
🐛 Was denken wir?
Das ist ein richtig gutes Update. Die sprechende Katze war ein hübscher Haken, aber Zeitz, Witchcraft und ein karrierehungriger Hugo von Klotz sind die deutlich stärkere eigentliche Nachricht. Wenn Abercrombie den deutschen Schauplatz so bissig ausspielt, wie es die ersten Hinweise versprechen, könnte The Heretics sogar mehr eigenes Profil entwickeln als viele bloße Mittelbände großer Fantasyreihen.
📚 The Devils 2 heißt The Heretics: Joe Abercrombie schickt seine Monster zur Hexenjagd nach Deutschland
Die gute Nachricht zuerst: Die sprechende Katze ist offenbar noch im Spiel. Die bessere Nachricht lautet allerdings, dass Joe Abercrombies zweiter Devils-Roman inzwischen weit mehr zu bieten hat als einen herrlich absurden Nebensatz. The Devils 2 trägt nun offiziell den Titel The Heretics, hat feste Veröffentlichungstermine, eine Leseprobe und vor allem einen Schauplatz, der die Sache sofort noch reizvoller macht: Zeitz in Sachsen.

© Fantasykosmos / KI-generiert / manuell nachgearbeitet
Damit ist aus einem frühen „Band 2 kommt irgendwann und wird seltsam“ inzwischen ein ziemlich konkretes Fantasyprojekt geworden. Abercrombie kehrt für die Fortsetzung zu seiner Mischung aus Monstertruppe, kirchlicher Macht, schwarzem Humor und dreckiger Politik zurück, verlegt das Ganze diesmal aber deutlich tiefer in einen deutsch geprägten Raum aus Hexenfurcht, Intrigen und provinzieller Gier.
🏰 Zeitz wird zur Bühne für Hexenjagd und Machtfantasien
Die offizielle Inhaltsbeschreibung führt in das historische Zeitz, wo eine neue Krise auf die Chapel of the Holy Expediency wartet. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht bloß das nächste Ungeheuer, sondern ein Gemisch aus alter Witchcraft, religiöser Hysterie und politischem Opportunismus. Genau das klingt nach dem perfekten Abercrombie-Material: Menschen, die vorgeben, das Böse zu bekämpfen, während sie mit großer Begeisterung lediglich ihre eigenen Interessen verfolgen.
Besonders schön ist dabei die Figur Hugo von Klotz. Der Mann steht in der örtlichen Erbfolge auf einem ziemlich schlechten Platz, nämlich weit genug hinten, um keinen Anspruch zu haben, aber nah genug dran, um sehr aufmerksam auf mögliche Abkürzungen zu schauen. In einem Umfeld, in dem plötzlich von Hexerei, Häresie und Gefahr für Leib und Seele die Rede ist, könnte ein ehrgeiziger, skrupelloser Lokaladeliger sehr schnell auf dumme Gedanken kommen. Und Joe Abercrombie wäre nicht Joe Abercrombie, wenn er aus genau dieser Sorte Mann nicht funkelnd schäbige Literatur gewinnen würde.
⛪ Mother Beckert kehrt zurück – und die Monster wohl ebenfalls
Neben Hugo spielt Mother Beckert erneut eine zentrale Rolle. Die in Ungnade gefallene Inquisitorin gehört weiterhin zu jenem Teil der Kirche, der Probleme gern mit Personen löst, die anderswo eher als Ausgeburten der Hölle oder mindestens als erhebliche Personalrisiken durchgehen würden. Die Chapel of the Holy Expediency ist also wieder zur Stelle, wenn auch die offiziellen Texte andeuten, dass sich die Zusammensetzung der Truppe verändert.
Genannt werden bereits eine unersättliche Werwölfin (kennen wir), ein depressiver Nekromant (klar, kennen wir auch) und ein Bettler mit Visionen. Das ist als Mannschaftsaufstellung schon ziemlich stark und bestätigt zugleich, dass Abercrombie seine Monstertruppe nicht bloß noch einmal mit denselben Funktionen losschickt. Band 2 scheint vielmehr mit neuen Reibungen, neuen Dynamiken und einem etwas anderen Gruppenchaos zu arbeiten. Das ist klug, weil die Reihe dadurch nicht in der sicheren Wiederholung des ersten Konzepts hängen bleibt.
🧙 Alte Magie statt bloßer Fortsetzungsroutine
Gerade der neue Schauplatz ist für uns der eigentliche große Gewinn dieses Updates. The Heretics wirkt nicht wie ein hastig angekündigter Nachschlag, sondern wie eine echte Erweiterung des Settings. Das historische Zeitz, die deutsche Kleinstaatenstimmung, die kirchliche Aufladung und das Thema Hexerei im Herzen Europas geben dem Roman sofort ein eigenes Gesicht.
Hinzu kommt, dass bereits eine offizielle Leseprobe erschienen ist. Sie zeigt früh, wie Abercrombie Zeitz anlegt: nicht als hübsche historische Kulisse, sondern als Ort, in dem Tradition, Aberglaube, Familienpolitik und Gewalt sehr eng beieinanderliegen. Das passt hervorragend zu seinem Talent, Machtstrukturen gleichzeitig ernst zu nehmen und mit präziser Bosheit zu sezieren.
🐈 Ja, die Katze ist immer noch ein Argument
Und dann ist da natürlich noch die Katze. Unser ursprünglicher Artikel zog auch deshalb so viele Klicks, weil allein die Aussicht auf eine sprechende Katze im zweiten Devils-Band eine wunderbar irrwitzige Vorstellung war. Das war damals eher eine hübsche Idee, heute ist es eher die zusätzliche Kirsche auf einem deutlich reichhaltigeren Kuchen. Die offiziellen Inhaltsangaben machen aus der Katze derzeit noch kein zentrales Verkaufsargument, Abercrombies frühere Aussage dazu steht aber weiterhin im Raum.
Das heißt im Klartext: Der Running Gag darf bleiben. Nur muss er nun nicht mehr den gesamten Artikel alleine tragen.
📖 Der Roman ist weit fortgeschritten – und Band 3 lebt auch schon
Erfreulich ist außerdem der Produktionsstand. Abercrombie hat zuletzt mitgeteilt, dass The Heretics redaktionell schon sehr weit ist und sich Ende Juni bereits im Copy Edit befand. Das ist ein ganz anderer Stand als in der Frühphase, aus der unser alter Beitrag stammte. Noch interessanter: Band 3 ist nicht bloß ein fernes Versprechen, sondern bereits in Planung, und Abercrombie hatte nach eigener Aussage sogar schon die ersten rund tausend Wörter geschrieben.
Damit wird immer klarer, dass The Devils keine lose Nebenidee bleibt, sondern als größere Reihe ernsthaft aufgebaut wird. Für Leser ist das eine ziemlich angenehme Nachricht. Es ist einfach schöner, in eine neue Abercrombie-Welt einzusteigen, wenn schon absehbar ist, dass sie nicht nach einem Band im Nebel verschwindet.
Unterm Strich ist aus der alten Kuriosität also eine sehr handfeste Vorschau auf einen der spannendsten Fantasy-Romane des kommenden Jahres geworden. The Devils 2 hat jetzt einen Namen, ein Datum, einen Schauplatz und ein viel stärkeres Profil. Die sprechende Katze hat ihre Pflicht getan. Jetzt darf der Rest des Buches zeigen, wie viel Dreck, Hexenwahn und herrlich verdorbene Menschen Abercrombie diesmal nach Zeitz schickt.
📖 Leseprobe nicht vergessen
Eine offizielle Leseprobe zu The Heretics ist bereits veröffentlicht worden. Das Kapitel „Traditions and Routines“ führt direkt nach Zeitz und stellt Hugo von Klotz sowie das neue Umfeld des Romans vor. Für den Update-Artikel ist das wertvoll, weil damit klar wird, dass der deutsche Schauplatz nicht bloß auf dem Klappentext klebt, sondern tatsächlich erzählerisch im Zentrum steht.






