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🏛️ The Daily Meme #096 – Alben, die Fantasy-Geschichte machten – Bat Out of Hellshed


Boneys Logbuch-Eintrag
Position: Nekropolenhang 9, am Rand der Schwefelweide, dort, wo selbst Grabsteine aussehen, als hätten sie gleich einen Gitarrensolo-Termin.
Wetter: Rot, heiß, unangemessen dramatisch. Die Luft schmeckt nach Asche, Auspuff und einer Wurst, die zu nah an ein glimmendes Ritual geraten ist.
Lagebericht:
Es gibt Cover, die wollen Eindruck machen.
Und es gibt Bat Out of Hellshed. Das will dir mit Anlauf ins Gesicht springen und dabei noch den Friedhof umpflügen.
Schon das Bild benimmt sich nicht wie ein Album, sondern wie ein Unfall mit Bühnenbudget: Ein untoter Irrer auf einem Knochen-Motorrad, aus dem Grab geschossen wie eine schlechte Entscheidung mit Vollgas, dazu ein fliegendes Schweinevieh auf dem Turm, das aussieht, als hätte es Satan persönlich als Hausschlachter angestellt.
Meat Load waren nie eine Band für halbe Portionen. Das war Höllenrock für Leute, denen Pathos zu klein und Vernunft zu langsam war. Ihre Lieder klangen, als hätte jemand Oper, Leder, Graberde und neun Fässer Größenwahn in einen Kessel geworfen und dann beschlossen, das Ganze noch lauter zu machen.
Das Geniale an diesem Cover ist der kleine, völlig falsche Zusatz, der es erst vollkommen richtig macht: die Wurstkette.
Plötzlich ist aus bloßer Hölle auch noch Fleischhölle geworden. Und hinten das Flederschwein erledigt den Rest. Mehr thematische Disziplin hat der Rock selten gesehen.
Studio-Trivia
Aufgenommen wurde die Platte in den berüchtigten Hellshed Studios, einer umgebauten Totenhalle mit hervorragender Akustik und zweifelhaftem Geruch. Der Nachhall war so lang, dass ein hoher Ton morgens eingesungen und abends immer noch beleidigt in der Ecke gefunden werden konnte.
Produziert wurde das Ganze von Grim Swinehammer, einem Mann, der jede Aufnahme mit denselben Worten beendete:
„Noch einmal. Größer. Und mit mehr Verderben im Refrain.“
Die berühmte Wurstkette entstand angeblich durch Zufall. Ein Requisiteur hatte eigentlich nur Proviant für die Nachtschicht mitgebracht. Meat Load sahen das Fleisch, nickten andächtig und erklärten es spontan zur Ikone.
Trackliste
Bat Out of Hellshed
You Took the Brat Right Out of My Mouth (Hot Ember Night)
Heaven Can Queue
All Revved Up with No Grave to Go
Two Out of Three Is Still Meat
Paradise by the Slaughterhouse Light
For Frying Out Loud
Boneys Urteil
Bat Out of Hellshed ist das Album für alle, denen gewöhnlicher Rock zu nüchtern und gewöhnliche Hölle zu still ist. Hier wird nicht musiziert. Hier wird kalt aus dem Jenseits gestartet.
Wer das hört, versteht drei Dinge:
Motorräder gehören auf Grabhügel.
Flederschweine sind eine unterrepräsentierte Kunstform.
Wurst kann ein Symbol sein.
Abschließende Notiz an euch vegane Discohoppler
Wenn dir jemand erklärt, ein Cover müsse subtil sein, zeig auf dieses Ding und schüttle langsam den Kopf.
Manchmal braucht Kunst keinen feinen Wink.
Manchmal braucht sie nur einen untoten Fahrer, einen Friedhof, ein Flederschwein und genug Wurst, um die Nacht zu spalten.
Morgen wiederkommen.
Dann würdigen wir vielleicht „Bark Sabbath – Paranoia“ – jenes Werk, bei dem selbst Schatten so aussehen, als hätten sie schlechte Absichten, schwere Stiefel und seit Wochen nichts Freundliches mehr gedacht.



