The Daily Meme #227 – Wenn der König den letzten Filter entfernt.
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Boneys Logbuch-Eintrag
Position: Industriebezirk von Großprotzenheim, direkt unterhalb des königlichen Entfilterungsbalkons.
Wetter: Dunkel, beißend, leicht apokalyptisch. Sichtweite stark abhängig vom persönlichen Rußpegel.
Lagebericht
Der König hat gehandelt.
Lange genug, so seine Sicht, habe man sich von Filtern, Grenzwerten und anderer lästiger Verwaltungszauberei aufhalten lassen. Nun wurde der letzte verbliebene Einsatz feierlich aus dem Schlot gezogen und der Fortschritt endlich wieder in seine natürlichste Form überführt: schwarz, heiß und asthmatisch.
Unterhalb der königlichen Plattform stampft das große Drachenkraftwerk munter weiter, speit Glut, Rauch und eine Atmosphäre aus, in der selbst hartgesottene Stadtwachen anfangen, in Taschentücher zu husten. Am Himmel wächst bereits die nächste Ausbaustufe dieser Idee heran: ein finsterer Rauchadler, offenbar geboren aus Abgas, Größenwahn und der Überzeugung, dass man Probleme am besten löst, indem man ihre Ursache ehrfürchtig vergrößert.
Die Bevölkerung reagiert verhalten.
Einige laufen.
Andere husten.
Wieder andere beginnen zu ahnen, dass „weniger Bürokratie“ in diesem Fall vor allem bedeutet, künftig weniger Luft zu bekommen.
Der König selbst bleibt wie stetes zufrieden. Schließlich brennt die Anlage prächtig.
Boneys Urteil
Majestätisch inszeniert, gesundheitlich alarmierend problematisch.
9 von 10 Atemzügen enden heute mit leichtem Kohlegeschmack.



