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🪣 The Daily Meme #195: Wappenkunde der Zwischenreiche: Haus Plumpsquell


Boneys Logbuch-Eintrag
Position: Wappenarchiv des Sumpf- und Brunnenadels, Regalreihe IV, Fach „Dynastien mit fragwürdigem Gleichgewichtssinn“.
Wetter: Feucht, würdevoll, leicht modrig. Aus der Tiefe des Hauses hallt es, als sei irgendwo schon wieder ein Ahnenvogel in einen Schacht geraten.
Lagebericht:
Manche Adelshäuser berufen sich auf Löwen, Adler oder Drachen.
Haus Plumpsquell ging einen anderen Weg.
Sein Wappen zeigt einen Pelikan, der mit voller heraldischer Würde rückwärts in einen Brunnen stürzt. Und damit wäre die Familiengeschichte im Grunde bereits sauber zusammengefasst.
Heutiges Wappen:
Haus Plumpsquell
Im Schild sehen wir den großen Stammvogel des Hauses beim traditionellen Abstieg. Flügel hoch, Schnabel offen, Wasser spritzt, Haltung feierlich. So wirkt ein Motiv, das völlig außer Kontrolle geraten ist und trotzdem auf ein uraltes Siegel gehört.
Über dem Ganzen steht der Wahlspruch:
Cadendo ascendimus
Durch Fallen steigen wir auf.
Das ist die Art von Familienmotto, bei der man sofort ahnt, dass in Plumpsquell vermutlich mehrere Generationen dieselbe Treppe falsch eingeschätzt haben.
Heraldische Deutung nach Boney:
Der Pelikan steht für Opfermut, Flugkunst und einen bemerkenswert kreativen Umgang mit Schwerkraft.
Der Brunnen symbolisiert Tiefe, Herkunft und die alte plumpsquellische Überzeugung, dass jedes Problem noch eindrucksvoller wirkt, wenn man kopfüber hineinfliegt.
Die Wasservögel außen wachen darüber, dass das Geschehen amtlich aussieht.
Die Frösche unten sind Zeugen. Wahrscheinlich auch Richter. In manchen Jahren womöglich der eigentliche Hofstaat.
Boneys Urteil
Das Wappen von Haus Plumpsquell ist ein kleines Meisterstück zwischenreichischer Heraldik. Es nimmt einen Augenblick völliger Fehlorientierung und erhebt ihn zur dynastischen Grundidee.
Genau so muss das sein.
Ein altes Adelshaus, ein würdevoller Kupferstich und in der Mitte ein Vogel, der im Begriff ist, seine gesamte Blutlinie zu blamieren.
Mehr Wappenkunde braucht kein Mensch.




