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🐸 The Daily Meme #181: Flora und Fauna der Zwischenreiche: Der Brunnenschieler


Boneys Logbuch-Eintrag
Position: Alter Hofbrunnen zwischen Moderwinkel, Efeugasse und einem Haus, dessen Bewohner Wasser inzwischen lieber kaufen.
Wetter: Kühl, feucht, schielend. Bestes Brunnenklima.
Lagebericht
Willkommen zurück zu „Flora und Fauna der Zwischenreiche“, jener Bildungsreihe, die erklärt, warum man niemals grundlos in dunkle Löcher schauen sollte.
Unser heutiges Exemplar heißt Brunnenschieler.
Die Gelehrten nennen ihn Puteogobius maloculus.
Das bedeutet frei übersetzt:
„bösäugiger Brunnenkobold mit nassen Klauen.“
Der Brunnenschieler lebt in alten Brunnen, Zisternen und Regentonnen, deren Besitzer das Wort „Wartung“ seit Jahren nur noch vom Hörensagen kennen.
Er sitzt knapp unterhalb der Wasseroberfläche und wartet auf leichtsinnige In-den-Brunnen-Glotzende.
Und tatsächlich: Sobald sich jemand über den Rand beugt, taucht er auf, legt seine langen Finger auf den Stein und schielt das Opfer aus mehreren Richtungen gleichzeitig an. Warum er das tut, weiß niemand. Wahrscheinlich mag er den Moment, in dem Neugier in schiere Panik umkippt oder er hält das für unglaublich hypnotisch.
Boneys Urteil
Der Brunnenschieler ist kein Wassergeist.
Kein Hüter verborgener Quellen.
Und ganz sicher kein Grund, sich noch einmal prüfend weiter vorzubeugen.
Er ist schlicht:
ein nasser Blickkontakt mit Zähnen.
Allerdings mit sehr, sehr scharfen Zähnen und einem schier unendlichen Appetit. Macht euch das klar, wenn ihr bei der Flucht etwas hinter euch her platschen hört.




