The Daily Meme #143 – Wappenkunde der Zwischenreiche: Haus Mampfingen

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🏛️ The Daily Meme #143 – Wappenkunde der Zwischenreiche: Haus Mampfingen

Antik wirkendes Wappen im Kupferstichstil auf vergilbtem Pergament: Das Wappen von Haus Mampfingen zeigt eine gekrönte Gans mit Reichsapfel, einen Goblinritter auf einer Riesenschnecke und einen Engel im Kampf gegen eine wütende Rübe. Oben steht im Banner das Pseudolatein-Motto „Per Mamphum ad Gloriam“.
Boney Jones an seinem Schreibtisch. Hier schreibt er sein Meme Logbuch.

Boneys Logbuch-Eintrag

Position: Archivkammer Siebenunddreißig, Abteilung „Adelshäuser, die niemand eingeladen hat, aber alle überlebt haben“.

Wetter: Staubig, würdevoll, leicht modrig. Die Luft schmeckt nach Pergament, Eichenlaub und falsch verstandener Familiengeschichte.


Lagebericht

Es gibt Wappen, die Macht zeigen.

Es gibt Wappen, die Herkunft bezeugen.

Und dann gibt es das Wappen von Haus Mampfingen.

Ein heraldisches Kunstwerk, bei dem man nicht sicher ist, ob hier ein uraltes Adelsgeschlecht seine Seele in Tinte gegossen hat oder ob ein überforderter Hofzeichner nach dem dritten Becher Kräuterwein beschlossen hat, die Geschichte einfach gewinnen zu lassen.

Oben thront der Leitspruch:

Per Mamphum ad Gloriam

Frei übersetzt: Durch Mampf zum Ruhm.

Man muss dieser Familie lassen: Sie versteckt ihre Prioritäten nicht hinter Nebel, Tugend oder patriotischem Geschwurbel. Andere Häuser schwören auf Ehre, Blut und Krone. Haus Mampfingen sagt: Erst essen, dann herrschen.

Parodie auf eine Fantasy-Parfumwerbung: Ein selbstzufriedener goblinartiger Mann in Lederjacke und offenem weißen Hemd sitzt an einer steinernen Küste, während im Hintergrund ein Drache einen Hafen angreift. Rechts steht eine dunkle Parfumflasche mit dem Namen „WRATH“, davor der Slogan „Live Bold. Reek of Destiny.“ vor einer sonnigen Küstenlandschaft mit Meer, Bergen und Rauch.

Heutiges Wappen

Haus Mampfingen

Schon die Gesamtkomposition wirkt, als hätte ein Reichsherold sämtliche Warnzeichen ignoriert und trotzdem weitergestochen. Krone, Schild, Eichenlaub, Rundrahmen, Banner – alles ist da. Die Form behauptet staatsmännische Größe.

Der Inhalt hingegen fährt barfuß durch die Gemüseabteilung der Geschichte.

Links oben steht die gekrönte Gans. Nicht irgendeine Gans. Eine Gans mit Mantel, Reichsapfel und diesem Blick, den sonst nur Monarchen besitzen, die noch nie selbst eine Tür geöffnet haben. Sie schaut nicht. Sie regiert. Und sie tut es mit einer Gelassenheit, die jeden Zweifel sofort in den Burggraben schnattert.

Rechts oben reitet ein Goblinritter auf einer Riesenschnecke. Lanze hoch, Schild voran, Tempo vermutlich unterhalb jeder militärischen Mindestanforderung. Dennoch ist die Szene von großer Würde. Man spürt: Dieser Goblin hat nie gefragt, ob eine Schnecke ein geeignetes Streitross ist. Er hat es einfach beschlossen. Genau so entstehen Traditionen.

Unten schließlich kommt die große theologische Szene des Hauses: Ein Engel sticht auf eine zornige Rübe ein. Nicht auf einen Drachen. Nicht auf einen Dämon. Nicht auf den personifizierten Weltuntergang. Eine Rübe. Eine sehr beleidigte, offenbar staatsgefährdende Rübe.

Und plötzlich versteht man, warum Haus Mampfingen nie ganz aus den Chroniken verschwunden ist. Diese Leute hatten Feinde. Nur eben andere als alle anderen.

Die Gans steht für Herrschaft durch Geräusch.

Der Goblin auf Schnecke steht für Fortschritt, der sehr lange braucht, dabei aber erstaunlich überzeugt schaut.

Die Rübe steht für alles, was aus dem Boden kommt und sofort Ansprüche stellt.

Der Engel steht für die alte mampfingische Überzeugung, dass göttliche Ordnung dort beginnt, wo Gemüse aufhört, Widerworte zu geben.

Das Eichenlaub außen herum ist klassische Symbolik für Standhaftigkeit, Tradition und jene Sorte dekorativer Ernsthaftigkeit, mit der man auch den größten Blödsinn in ein Archiv tragen kann.

Boneys Urteil

Das Wappen von Haus Mampfingen ist ein Meisterstück zwischenreichischer Heraldik.

Nicht, weil es logisch wäre.
Nicht, weil es schön im höfischen Sinn wäre.
Sondern weil es mit absoluter Überzeugung behauptet, eine gekrönte Gans, ein Schneckenritter und eine geprügelte Rübe seien die drei Säulen einer Dynastie.

Das ist keine Bildsprache mehr.
Das ist Familienpolitik mit Federn, Schleimspur und Wurzelwerk.

Und ganz ehrlich: Genau so muss ein Wappen aus den Zwischenreichen aussehen.

Nicht brav.
Nicht edel.
Sondern so, als hätte sich ein Adelshaus vorgenommen, in jedem Jahrhundert mindestens einmal die Nachwelt zu verwirren.

Abschließende Notiz an euch pergamentwedelnde Wappenbestauner:

Solltet ihr jemals ein altes Familiensiegel finden, auf dem eine Gans mit Krone steht, ein Goblin auf einer Schnecke reitet und ein Engel eine Rübe bekämpft, dann lacht nicht zu laut.

Solche Häuser haben Geduld.

Schnecken auch.

Und Rüben vergessen nie.

Morgen wiederkommen.
Dann blättern wir vielleicht weiter in der Wappenkunde der Zwischenreiche und prüfen, warum Haus Schnatterbruch drei Karpfen, einen brennenden Hut und einen sehr enttäuschten Dachs im Schild führt.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.
Mystisches Banner mit Elyra, der Sternengöttin: Ihr leuchtendes Gesicht vor einem funkelnden Sternenhimmel, goldener Schriftzug ‚Dein Blick in die Zukunft?‘ und ein glänzender goldener Button ‚Direkt zum Sternenorakel‘.

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