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🏛️ The Daily Meme #135 – Sehenswürdigkeiten aus den Zwischenreichen: Grüße aus Londoom


Boneys Kino-Logbuch-Eintrag
Position: Mitten in Londoom, dort, wo der Regen quer fällt, die Pflastersteine glänzen und selbst die Uhrzeit klingt, als hätte sie schlechte Absichten.
Wetter: Nass, neblig, grantig. Die Art von Wetter, bei der selbst ein Regenschirm aussieht, als trüge er einen Fluch.
Lagebericht
Ihr kennt doch Städte, die zum Bummeln einladen.
Und dann gibt es da noch Londoom.
Hier ragt der Big Bäng von Londoom in den Himmel wie ein architektonischer Drohbrief mit Zifferblatt. Alles an diesem Ding wirkt so, als hätte man Big Ben genommen, ihm zu wenig Licht, zu viel Gotik und eine leichte Vorliebe für Unheil verpasst. Der eigentliche Glanz dieses Motivs liegt aber unten auf dem Pflaster.
Zwei vollkommen begeisterte Goblin-Touristen haben offenbar beschlossen, dass man an einer fremden Sehenswürdigkeit nicht einfach nur ehrfürchtig vorbeigeht. Man packt den Uhrzeiger an, zerrt beherzt daran herum und tut für das Erinnerungsfoto so, als hätte man den gesamten Zeitbetrieb dieser Stadt persönlich übernommen.
Daneben kauert ihr reptilienhafter Reisegefährte in Hemdchen und Urlaubslaune, als sei das alles völlig normal. Auf der rechten Seite kommentiert ein bärtiger Zwerg-Reiseleiter die Lage mit jener Mischung aus Routine und stillem Entsetzen, die man vermutlich entwickelt, wenn man diesen Ausflug nicht zum ersten Mal begleitet.
Heutige Sehenswürdigkeit
Der Big Bäng von Londoom ist kein Ort für unbeschwerte Romantik. Er ist ein nasses, rußiges Monument für alles, was an Städtereisen in den Zwischenreichen gleichzeitig großartig und bedenklich ist: Regen, Gemäuer, Touristenkitsch und das dumpfe Gefühl, dass die Uhr da oben vielleicht nicht bloß die Stunde schlägt.
Dazu kommt diese herrliche Postkarten-Optik:
grelle Grußformel
finstere Kulisse
schwerer Himmel
und eine Sehenswürdigkeit, die aussieht, als würde sie bei Mitternacht gelegentlich jemanden verurteilen.
Boneys Urteil
Grüße aus Londoom funktioniert auf Anhieb.
Das Motiv verbindet den albernen Charme einer klassischen Urlaubspostkarte mit genau der richtigen Portion Zwischenreichs-Düsternis. Der Uhrturm ist sofort erkennbar, die Goblins benehmen sich wie komplette Pauschalreisende im Ausnahmezustand, und der große Schriftzug macht aus dem ganzen Elend ein herrlich falsches Souvenir.
Vor allem aber lebt das Bild von seinem Kontrast:
oben Postkartenfreude
unten nasser Untergang
und dazwischen zwei Gestalten, die mit vollem Ernst am Uhrzeiger reißen, als sei das eine ganz übliche Touristenaktivität
Genau so muss eine Sehenswürdigkeit aus den Zwischenreichen aussehen.
Abschließende Notiz an euch reiselustige Wagemutige:
Falls euch jemals jemand eine Wochenendreise nach Londoom anbietet, fragt nicht nach dem Hotel.
Fragt, wie weit es vom Uhrturm entfernt liegt und ob die Reiseversicherung versehentlich Zeitmanipulationen abdeckt.
Morgen wiederkommen.
Dann besuchen wir vielleicht schon die nächste Attraktion, bei der man besser erst lacht und danach den Rückweg sucht.





