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🏛️ The Daily Meme #070: Legenden des Fantasysports – 1985: Der Elf von Wimbelwald


Position: Zentrum des Rasens von Wimbelwald, dort, wo Eitelkeit, Eleganz und vollständige Selbstverklärung einander feierlich umarmen.
Wetter: Mildes Sonnenlicht, ehrfürchtige Luft, dazu jener feine Hauch von Elfenparfüm, der nach Sieg, Arroganz und teurem Blattgold riecht.
Lagebericht: Es gibt Siege.
Und es gibt elfische Siege.
Letztere erkennt man daran, dass der Pokal nicht einfach hochgehalten wird,
sondern aussieht, als sei er soeben in eine standesgemäße Adelsromanze geraten.
Der Elf von Wimbelwald gewann damals nicht bloß ein Turnier.
Er gewann einen Rasen, ein Publikum und vermutlich für mehrere Minuten auch die vollständige Loyalität dieses goldenen Prunkgefäßes.
Andere Sportler küssen nach dem Sieg einen Pokal.
Hier sieht es eher so aus, als hätte ein junger Waldadeliger seine uralte, juwelenbesetzte Seelenvase wiedergefunden.
Heutiger Fund:
Ein Spitzenohr in höfischer Turniermontur,
ein Pokal von der Größe eines mittleren Königreichs
und ein Moment, der gleichermaßen nach Tennisgeschichte, Thronfolge und leicht unangenehmer Selbstverliebtheit aussieht.
Man ahnt sofort:
Dieser Mann hat an diesem Tag nicht einfach Aufschlag gespielt.
Er hat den Ball mit solcher Würde zurückgeprügelt,
dass selbst die Linienrichter innerlich in die Knie gegangen sein dürften.
Boneys Urteil:
Legenden des Fantasysports erkennt man daran,
dass der eigentliche Wettbewerb im Nachhinein fast unwichtig wirkt.
Niemand fragt mehr nach Spielstand, Satzverlauf oder Fehlerquote,
wenn das Siegerfoto aussieht wie die Vermählung eines Elfenprinzen mit dem Staatsvermögen.
Der Elf von Wimbelwald ist deshalb keine Sportikone.
Er ist ein aristokratischer Ausnahmezustand in Turnschuhen.
Ein Rückhandschlag mit Stammbaum.
Ein Pokalkuss von solcher Inbrunst,
dass selbst der Becher kurz überlegen musste, ob er künftig gesiezt werden möchte.
Abschließende Notiz an euch gepflegte Rasenverwüster:
Wenn euch das nächste Mal jemand erzählt, Tennis sei ein stiller, nüchterner Sport für korrekte Menschen in vernünftiger Kleidung,
zeigt ihm dieses Bild.
Und wenn er danach immer noch von „bodenständiger Sporttradition“ spricht,
hat er offensichtlich noch nie gesehen,
wie ein Elf mit adligem Bruststickwerk einen Goldpokal behandelt wie die Liebe seines Lebens.
Morgen wiederkommen.
Dann öffnen wir Sammelkarte No. 3/299:
„1986 – Die Hand des Goblins“
mit offizieller Stellungnahme, warum das natürlich ein vollkommen regelkonformer Ballkontakt war.



