Wenn ein Kinderporträt zum Dämonentor wird: The Crying Boy bekommt einen Film
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Ein vermeintlich harmloses Porträt mit bösem Inhalt
📰 Was ist los?
Die Keenspot-Horrorserie The Crying Boy wird verfilmt. Carter Swan produziert, Rona Mark schreibt das Drehbuch und im Mittelpunkt steht eine Familie, deren altes Kinderporträt als Gefäß für einen jahrtausendealten Dämon dient.
🐛 Was denken wir?
Die Idee ist angenehm klar und besitzt sofort Atmosphäre. Besonders stark könnte die Verbindung aus familiärer Trauer und übernatürlicher Bedrohung werden, wenn der Film den Dämon tatsächlich als Teil dieser emotionalen Geschichte behandelt.
Manche Bilder sollte man vielleicht doch einfach im Keller stehen lassen. Die Horror-Comicserie The Crying Boy von Niall O’Rourke und Rob Moran bekommt eine Filmadaption. Hinter dem Projekt steht Produzent Carter Swan, der zuletzt an der neuen Resident Evil-Verfilmung beteiligt war; das Drehbuch schreibt Rona Mark.

Die Vorlage erschien 2024 bei Keenspot und beginnt zunächst mit einer ziemlich menschlichen Geschichte. Eine verwitwete Mutter zieht mit ihrem Sohn nach Queens, um nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes neu anzufangen. In der neuen Wohnung entdecken beide jedoch ein altes Gemälde eines traurig blickenden Jungen.
👦 Samir findet einen ziemlich ungünstigen neuen Freund
Die Mutter Nadia möchte das düstere Bild zunächst loswerden. Ihr Sohn Samir entwickelt allerdings schnell eine merkwürdige Verbindung zu dem Porträt, und deshalb darf es bleiben.
Das erweist sich erwartungsgemäß als ausgesprochen schlechte Entscheidung. Im Gemälde verbirgt sich ein Dämon aus der Hölle, der seit Jahrtausenden existiert und sich von den Seelen von Kindern ernährt.
😈 Der Dämon braucht keine Spukvilla
Gerade diese Begrenzung auf ein einzelnes Alltagsobjekt macht die Idee interessant. Das Böse braucht hier kein verfluchtes Schloss, keinen Friedhof und keine aufgegebene Irrenanstalt. Es hängt einfach an der Wand.
Dadurch bekommt The Crying Boy etwas sehr Unmittelbares. Ein Porträt ist zunächst harmlos, dauerhaft sichtbar und Teil des eigenen Zuhauses. Wenn ausgerechnet dieses vertraute Objekt zur Verbindung mit einem uralten Dämon wird, lässt sich daraus ziemlich effektiver psychologischer Horror bauen.
🕯️ Trauer öffnet die Tür zum Übernatürlichen
Die Geschichte setzt zudem nicht nur auf den Dämon als äußere Bedrohung. Nadia und Samir haben den Tod des Familienvaters noch nicht verarbeitet, und ihre Trauer gehört ausdrücklich zum Fundament der Handlung.
Für Nadia bedeutet der übernatürliche Horror deshalb zugleich, dass sie aus ihrer Depression und Passivität herausfinden muss, um ihren Sohn zu retten. Der dämonische Angriff trifft eine Familie also genau in dem Moment, in dem sie ohnehin schon emotional zerbrochen ist.
Das gibt dem Stoff mehr Gewicht als einem gewöhnlichen „verfluchtes Objekt tötet Menschen“-Film.
📚 Vom Keenspot-Comic auf die Leinwand
Die Comicserie stammt von Niall O’Rourke, während Rob Moran für die Zeichnungen verantwortlich ist. Keenspot bezeichnet The Crying Boy als einen der am besten aufgenommenen jüngeren Titel des Verlags.
Für die Verfilmung arbeitet O’Rourke nun mit Carter Swan zusammen. Ein Regisseur, eine Besetzung und ein Produktionsbeginn wurden bislang allerdings noch nicht bekanntgegeben. Das Projekt befindet sich also klar in einer frühen Entwicklungsphase.
🎥 Carter Swan bleibt beim Horror
Swan kommt für den Stoff mit einiger Genreerfahrung. Neben seiner Arbeit an der aktuellen Resident Evil-Produktion war er bereits an mehreren großen Film- und Serienprojekten aus dem Umfeld von Sony und PlayStation beteiligt.
Bei The Crying Boy dürfte entscheidend werden, ob die Verfilmung die intime Familiengeschichte bewahrt. Ein dämonisches Kinderporträt funktioniert am stärksten, wenn die Bedrohung nah und persönlich bleibt und nicht irgendwann nur noch alle zehn Minuten schwarze Rauchwolken durch die Wohnung fliegen.
🌑 Ein Bild, das man besser nie aufgehängt hätte
Als Horroridee besitzt The Crying Boy jedenfalls einen sofort verständlichen Kern. Eine Mutter und ihr Sohn versuchen, nach einem Trauma wieder ein normales Leben aufzubauen – und holen sich ausgerechnet mit einem alten Gemälde etwas ins Haus, das seit Jahrtausenden Kinder jagt.
Viel mehr braucht ein guter übernatürlicher Horrorstoff zunächst gar nicht. Manchmal reicht die Zeichnung eines traurigen Kindes an der Wand vollkommen aus, um die Wohnung erheblich finsterer zu machen.





