Giftprüfung jetzt mit echten Menschen: The Apothecary Diaries wird 2028 zur großen Prime-Serie
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Maomao wechselt das Versuchslabor
📰 Was ist los?
The Apothecary Diaries bekommt eine Live-Action-Serie für Prime Video. Mana Ashida spielt Maomao, Amazon MGM Studios und Toho produzieren gemeinsam, Regie führt Yuki Saito. Der weltweite Start ist für 2028 geplant.
🐛 Was denken wir?
Das klingt deutlich größer als eine routinemäßige Anime-Realverfilmung. Ein halbes Jahr Dreharbeiten auf einem umfangreichen Palast-Set und eine bereits feststehende internationale Auswertung zeigen, dass Amazon hier offenbar einen echten Prestige-Titel aufbauen will. Jetzt muss nur noch Maomaos wichtigster Spezialeffekt funktionieren: völlige Begeisterung beim Anblick hochgiftiger Substanzen.
Maomao verbringt einen erheblichen Teil ihres Lebens damit, Pulver zu untersuchen, verdächtige Speisen zu probieren und Menschen zu erklären, weshalb ihre glänzende neue Hautcreme sie womöglich umbringen wird. Der nächste Versuch findet nun unter leicht veränderten Laborbedingungen statt: mit echten Kulissen, echten Kostümen und echten Schauspielern.

© 2028 Amazon Content Services LLC or its Affiliates and TOHO CO., LTD.
The Apothecary Diaries bekommt eine Live-Action-Serie. Prime Video hat die neue Adaption heute offiziell angekündigt und gleichzeitig die wichtigste Besetzungsfrage beantwortet: Mana Ashida übernimmt die Rolle der ebenso brillanten wie beneidenswert schwer zu beeindruckenden Apothekerin Maomao. Die Serie wird von Amazon MGM Studios und Toho gemeinsam produziert und soll 2028 weltweit exklusiv bei Prime Video starten.
Dabei handelt es sich offenbar nicht um ein Projekt, das gerade erst auf einer Produzentenkonferenz aus einem Umschlag gefallen ist. Die Dreharbeiten liefen bereits über sechs Monate auf einem groß angelegten Set, das den kaiserlichen Innenpalast vollständig nachbilden soll. Wenn Prime also schon zwei Jahre vor dem Start ankündigt, wie viel Holz, Stoff und VFX in die Sache geflossen sind, darf man zumindest davon ausgehen, dass der Palast nicht aus drei Stellwänden und einem besonders motivierten Pfau besteht.
🧪 Maomao bekommt ein echtes Gesicht
Mana Ashida gehört in Japan längst zu den bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Generation und kennt große Produktionen bereits seit jungen Jahren. International dürften manche sie noch als junge Mako Mori aus Pacific Rim kennen. Für The Apothecary Diaries übernimmt sie nun eine Figur, die vermutlich schwieriger zu treffen ist als viele klassische Fantasyheldinnen.
Maomao funktioniert schließlich gerade deshalb so gut, weil sie sich für vieles überhaupt nicht interessiert, was in anderen Serien zuverlässig zu pathetischer Musik führt. Hofrang? Eher lästig. Romantische Avancen? Verdächtig. Ein möglicherweise tödliches Gift? Endlich wird der Nachmittag interessant.
Ashida selbst bezeichnet sich als langjährige Leserin der Originalromane. Laut ihrer Stellungnahme war die Rolle deshalb mit einer gewissen Nervosität verbunden, gleichzeitig habe die Produktion großen Wert auf Details und Respekt vor der Vorlage gelegt. Autorin Natsu Hyuuga reagierte auf die Besetzung erfreulich trocken: Als sie Ashida getroffen habe, sei ihr Gedanke sinngemäß gewesen – ja, das ist Maomao.
Das ist zumindest eine angenehm konkretere Empfehlung als das übliche Produzentenlob darüber, dass jemand „die Essenz der Figur verkörpert“.
🏮 Sechs Monate Palastbau statt Greenscreen-Flur
Mindestens ebenso interessant wie die Besetzung ist der Produktionsaufwand. Für die Serie wurde ein großer Nachbau des Innenpalasts errichtet, auf dem ein halbes Jahr lang gedreht wurde. Ausstattung, Kleidung und VFX sollen laut Produktion besonders aufwendig umgesetzt werden. Toho, das bereits hinter der Anime-Adaption steht, bringt dabei seine Erfahrung mit japanischen Großproduktionen ein, während Amazon MGM Studios die internationale Auswertung übernimmt.
Das könnte für The Apothecary Diaries entscheidend sein. Die Geschichte lebt nicht nur von Maomaos Ermittlungen, sondern stark vom Kontrast zwischen äußerem Luxus und innerer Gefahr. Hinter prächtigen Gewändern, höfischen Zeremonien und perfekt arrangierten Gärten lauern Machtkämpfe, Vergiftungen, Krankheiten und Menschen, die eine erstaunliche Kreativität darin entwickeln, einander diskret aus dem Weg zu räumen.
Gerade Live Action kann hier hervorragend funktionieren, wenn Stoffe, Räume, Licht und Architektur tatsächlich Gewicht besitzen. Wenn dagegen alles aussieht wie eine frisch eröffnete Themenpark-Kulisse, hilft auch die beste Giftdosis nichts mehr.
📜 Regie, Drehbuch und ein bislang versteckter Jinshi
Regie führt Yuki Saito, die Drehbücher stammen von Erika Yoshida. Damit steht das kreative Grundgerüst bereits fest. Noch zurückhaltend ist die Produktion dagegen bei der restlichen Besetzung.
Besonders amüsant ist ein Detail aus den heutigen Aussagen der Originalautorin: Jinshi ist offenbar bereits besetzt. Hyuuga erzählte, sie habe den Darsteller während eines Setbesuchs gesehen und daraufhin ihrer Nichte lieber die Augen zugehalten, damit deren Ansprüche nicht dauerhaft ruiniert würden. Wer den „echten Jinshi“ spielt, verrät Prime Video allerdings noch nicht. Das dürfte der Produktion noch einige sehr angenehm planbare Social-Media-Tage bescheren.
Inhaltlich bleibt die Ausgangslage vertraut. Maomao wächst im Vergnügungsviertel auf und arbeitet als Apothekerin, bevor sie in den kaiserlichen Innenpalast gerät. Dort versucht sie zunächst möglichst unauffällig zu bleiben, löst mit medizinischem Wissen und genauer Beobachtung aber schon bald Fälle, an denen andere lieber gar nicht erst herumrühren würden. Unauffällig bleiben ist eben schwierig, wenn man als einzige Person im Raum weiß, warum das Baby gerade krank wird.
🌍 Aus 57 Millionen Büchern wird ein weltweites Prime-Projekt
Die Dimension des Projekts überrascht angesichts der Vorlage kaum. The Apothecary Diaries hat inzwischen weltweit mehr als 57 Millionen Exemplare erreicht, wobei die offizielle Angabe auch Übersetzungen in 16 Sprachen einschließt. Seit 2023 hat die Anime-Serie die Reichweite noch einmal massiv vergrößert.
Prime Video plant den Start deshalb nicht als regionales Experiment. Die Serie soll 2028 gleichzeitig in mehr als 240 Ländern und Regionen verfügbar sein. Ein genaues Datum, eine Episodenzahl und weitere Darsteller fehlen noch.
Interessant wird vor allem, welche Fassung des Stoffes die Live-Action-Serie inhaltlich anpeilt. Die Geschichte besitzt genug Material für viele Staffeln, gleichzeitig lebt sie von kleinen Fällen, medizinischen Details und langsamer Figurenentwicklung. Wer daraus nur eine schnell durchlaufende Palastverschwörung macht, würde ausgerechnet das entfernen, was Maomao so besonders macht.
Bis 2028 bleibt also noch reichlich Zeit für weitere Bekanntmachungen.
Und vermutlich für Jinshi.
Prime weiß offenbar bereits, wer er ist. Maomao wäre das wahrscheinlich ziemlich egal.




