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Zwischen Wenden und Weltrettung
📰 Was ist los?
Thalior – Die Prophezeiung hat den Sprung aus der Planungsphase in die reale Produktion geschafft. Dumke Pictures führt den ersten Teil inzwischen bereits als Postproduktion; über das zweiteilige Projekt hinweg sollen knapp 2.000 Menschen beteiligt sein.
🐛 Was denken wir?
Deutsche Independent-Fantasy in dieser Größenordnung sieht man nicht jeden Tag. Besonders interessant ist der praktische Ansatz mit echten Landschaften und dass Teil zwei schon gecastet wird, bevor Teil eins überhaupt erschienen ist.
🏔️ Das Siegerland wird zum Fantasyreich: Thalior nimmt mit knapp 2.000 Mitwirkenden Gestalt an
Für eine Reise in eine fremde Fantasywelt braucht man offenbar weder Neuseeland noch einen Studiokomplex in London. Manchmal reicht erst einmal ein Schulhof in Wenden.
Das deutsche Independent-Projekt Thalior – Die Prophezeiung hat den Schritt von der jahrelangen Planung zur tatsächlichen Produktion geschafft. Aktuelle Aufnahmen entstanden unter anderem im Wendener Land, wo Dumke Pictures Schulhöfe, Wälder und einen Steinbruch in Schauplätze einer mittelalterlich wirkenden Fantasywelt verwandelt. Die regionale Produktion ist dabei alles andere als klein gedacht: Über mehrere Jahre sollen knapp 2.000 Menschen vor und hinter der Kamera an dem zweiteiligen Projekt beteiligt sein.

© Dumke Pictures
Und offenbar ist der erste Film inzwischen schon weiter als gedacht. Auf der offiziellen Projektübersicht führt Dumke Pictures Thalior – Die Prophezeiung aktuell bereits unter Post Production. Aus dem großen Plan ist damit tatsächlich ein Film geworden.
🚌 Eine Klassenfahrt nimmt eine ziemlich falsche Abzweigung
Die Grundidee für Thalior entstand laut Elias Dumke schon 2017 während eines eigenen Schüleraustauschs. Jahre später nahm der Filmemacher den alten Stoff wieder auf und entwickelte daraus eine Fantasygeschichte, die bewusst mit einer sehr gewöhnlichen Ausgangslage beginnt.
Eine Gruppe Schüler ist mit einem Bus auf dem Weg zu einem Austausch, als ein Unglück passiert. Danach erwachen die Schüler in Thalior, einer fremden, mittelalterlich geprägten Welt mit Magie und mythologischen Wesen. Die Gruppe wurde getrennt, niemand weiß zunächst, was mit den anderen geschehen ist, und eine Prophezeiung könnte mit ihrer Ankunft zusammenhängen.
Der Schultrip bekommt damit relativ früh Probleme, die in keinem Elternbrief vorgesehen waren. Statt verlorenem Gepäck geht es plötzlich um das Schicksal einer ganzen Welt.
🎥 Möglichst wenig Fantasy aus der grünen Wand
Interessant ist vor allem, wie Dumke Pictures diese Welt umsetzen will. Schon während der Vorbereitungen erklärte Elias Dumke, möglichst wenig auf Greenscreen und vergleichbare Hilfsmittel setzen zu wollen. Reale Landschaften und praktische Drehorte sollten deshalb einen großen Teil der Welt tragen. Als Schauplätze waren neben Siegen und Umgebung auch eine vorbereitete Location bei Kassel, die bayerischen Alpen und Norditalien vorgesehen.
Die aktuellen Dreharbeiten im Siegerland zeigen, dass dieser Ansatz tatsächlich verfolgt wurde. Die Siegener Zeitung berichtet von Nebelszenen im Wald, dramatischen Aufnahmen im Steinbruch und Drehs auf einem Schulgelände.
Das ist für ein unabhängiges Fantasyprojekt ein sympathischer Weg. Eine glaubwürdige Welt entsteht schließlich nicht zwangsläufig dadurch, dass hinter jedem Schauspieler zwölf Quadratmeter giftgrüne Wand stehen. Und das schöne Siegerland bietet feinste Felsen ohnehin schon ab Werk.
👥 Knapp 2.000 Mitwirkende – aber bitte ohne erfundene Massenarmee
Die Zahl, die bei Thalior zwangsläufig hängen bleibt, lautet 2.000. Dabei lohnt sich Genauigkeit. Dumke Pictures beschreibt das Gesamtprojekt offiziell als Arbeit von knapp 2.000 Mitwirkenden über mehrere Jahre – Schauspieler, Komparsen und Crew zusammengerechnet. Bereits im September 2025 berichtete LokalPlus von mehr als 2.200 eingegangenen Bewerbungen für das Casting.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Elias Dumke irgendwann 2.000 Statisten gleichzeitig über einen Siegerländer Hügel geschickt hat. Groß ist das Vorhaben trotzdem.
Hinter Dumke Pictures stehen Elias Dumke und seine Brüder Joshua, Fabian und Christopher. Für Thalior wurde das Netzwerk um weitere Darsteller, Komparsen, ein Kamerateam aus Stuttgart und Komponisten aus Österreich erweitert. Für eine Produktion, deren ursprüngliche Idee einmal in einem Schüleraustausch begann, ist das eine bemerkenswerte Entwicklung.
⚔️ Der zweite Film wartet bereits hinter der ersten Prophezeiung
Die Prophezeiung ist von Anfang an nur als erster Teil geplant. Dumke Pictures bezeichnet Thalior offiziell als zweiteiligen Fantasy-Spielfilm. Auf der aktuellen Castingseite steht der zweite Teil bereits ganz oben: Thalior – Der letzte Krieg sucht weitere Mitwirkende.
Auch das zeigt, wie weit die Planung reicht. Schon das frühe offizielle Artwork führte Die Prophezeiung für 2027 und Der letzte Krieg für 2028. Ein Interview mit Radio Siegen nannte für den ersten Film zuletzt März 2027 als voraussichtlichen Veröffentlichungstermin.
Geplant war außerdem eine Auswertung in ausgewählten deutschen Kinos sowie anschließend über Prime Video und die eigene Projektseite. Diese Angaben stammen allerdings aus der früheren Planungsphase; eine aktuelle detaillierte Veröffentlichungsbestätigung steht noch aus.
🌲 Deutsche Fantasy darf ruhig einmal hinter der eigenen Haustür anfangen
Natürlich muss sich Thalior erst noch auf der Leinwand beweisen. Knapp 2.000 Mitwirkende, echte Berge und ein ambitionierter Drehplan garantieren noch keinen guten Fantasyfilm. Interessant ist das Projekt gerade deshalb, weil hier versucht wird, eine eigene deutsche Fantasywelt außerhalb der üblichen großen Studioapparate aufzubauen.
Und dafür werden keine Berliner Studiostraßen als ferne Königreiche ausgegeben. Das Siegerland darf selbst Teil der Welt werden. Das hat Charme – besonders in einem Genre, das bei Landschaften reflexartig gern nach Island, Neuseeland oder möglichst weit weg schaut.
Thalior – Die Prophezeiung begann als Idee eines Schülers auf Austauschfahrt. Inzwischen steht der erste Teil bei Dumke Pictures bereits unter Postproduktion und für den zweiten werden Darsteller gesucht.
Das Siegerland hat also offenbar eine Fantasywelt bekommen. Jetzt muss nur noch jemand die Busverbindungen dorthin aktualisieren.







