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Die Galaxis klingt wieder verdächtig vertraut
📰 Was ist los?
Tenchi Galaxy hat zahlreiche japanische Sprecher aus früheren Tenchi Muyo!-Produktionen bestätigt. Ai Orikasa kehrt als Ryoko zurück, Masami Kikuchi spricht erneut Tenchi; außerdem stößt Terumi Nishii als Animation Director zum Pilotfilm.
🐛 Was denken wir?
Bei einem spirituellen Nachfolger von Tenchi Universe ist die Rückkehr der Stimmen fast wichtiger als das nächste Charakterposter. Zusammen mit Hiroshi Negishi und dem inzwischen enorm erfolgreichen Kickstarter wirkt das Projekt zunehmend wie ein ernsthafter Comeback-Versuch und nicht mehr bloß wie eine hübsche Idee für Nostalgiker.
🌌 Ryoko, Tenchi und Co. klingen wieder vertraut: Tenchi Galaxy holt die alten Stimmen zurück
Bei einem Comeback nach drei Jahrzehnten gibt es eine ziemlich einfache Methode, um Fans innerhalb weniger Sekunden wieder ins Jahr 1995 zu befördern: Man lässt die Figuren sprechen.
Tenchi Galaxy macht genau das. Der geplante spirituelle Nachfolger von Tenchi Universe hat einen großen Teil seiner japanischen Besetzung bestätigt und bringt zahlreiche Stimmen zurück, die das Franchise über Jahrzehnte geprägt haben. Gleichzeitig wächst das Produktionsteam mit Terumi Nishii, die als Animation Director an Bord kommt.

© 2026 Masaki Kajishima / AIC / Armiger Entertainment
Damit bekommt ein Projekt immer deutlichere Konturen, das vor wenigen Wochen noch vor allem aus einem gewagten Kickstarter-Versprechen bestand. Aus den ursprünglich verlangten 400.000 Dollar sind inzwischen weit mehr als 700.000 geworden. Die japanische Sprachfassung war ursprünglich selbst nur ein Stretch Goal – mittlerweile steht ein beträchtlicher Teil der dazugehörigen Besetzung fest.
🎙️ Ryoko und Tenchi bekommen ihre Stimmen zurück
Besonders stark dürfte für langjährige Zuschauer die Rückkehr von Ai Orikasa als Ryoko und Masami Kikuchi als Tenchi wirken. Beide gehören zu jenen Stimmen, die unmittelbar mit den klassischen Produktionen des Franchise verbunden sind.
Hinzu kommen Chisa Yokoyama als Sasami, Yuri Amano als Kiyone, Yuko Kobayashi als Washu, Etsuko Kozakura als Ryo-Ohki und Mizue Otsuka als Nagi. Haruhi Nanao spricht erneut Ayeka, während Michie Tomizawa als Mihoshi zurückkehrt. Die neue Figur Risa wird von Saori Hayami übernommen.
🚀 Tenchi und Ryoko nehmen wieder Kurs auf die Galaxis
Der offizielle Kickstarter-Trailer zu Tenchi Galaxy stellt den geplanten Pilotfilm, die Rückkehr klassischer Figuren und das neue Weltraumabenteuer rund um Mikuni und seine Piraten vor.
Ganz so einfach wie „das komplette Originalensemble ist wieder da“ ist die Geschichte also nicht. Einige Rollen mussten im Laufe der langen Franchise-Geschichte neu besetzt werden. Gerade deshalb wirkt die jetzige Zusammenstellung aber weniger wie ein oberflächlicher Nostalgietrick und mehr wie der Versuch, möglichst viel personelle Kontinuität aus verschiedenen Phasen von Tenchi Muyo! zusammenzuführen.
Auch für die englische Fassung war bereits früh ein ungewöhnlich großer Teil des klassischen Ensembles bestätigt worden. Das ganze Projekt baut damit sichtbar auf einem Gedanken auf: Wenn schon zurück zu dieser speziellen Version von Tenchi, dann möglichst mit den Menschen, die ihr früher ihre Persönlichkeit gegeben haben.
✏️ Terumi Nishii übernimmt die Animation Direction
Die zweite wichtige Neuigkeit sitzt hinter der Kamera. Terumi Nishii stößt als Animation Director zum Pilotfilm. Nishii bringt umfangreiche Erfahrung als Animatorin und Character Designer mit und arbeitete unter anderem an JoJo’s Bizarre Adventure: Diamond Is Unbreakable und Mecha-Ude. Das Character Design für den Pilot stammt von Phil Dragash, während Hiroshi Negishi weiterhin Regie führt und Toru Miura als Executive Producer beteiligt ist.
Gerade Negishis Name ist für die Ausrichtung entscheidend. Er inszenierte bereits Tenchi Universe und entwickelte Jahre später einen Entwurf für eine mögliche Fortführung dieser Variante des Franchise. Tenchi Galaxy greift diese Idee nun wieder auf, allerdings ausdrücklich als spirituellen Nachfolger und eigenständiges neues Projekt.
Damit bewegt sich die Serie in einem Franchise, dessen verschiedene Zeitlinien inzwischen fast selbst ein Studium erfordern. Wer nur wissen möchte, ob dies einfach die nächste Folge der Tenchi Muyo! Ryo-Ohki-OVA ist, bekommt immerhin eine angenehm kurze Antwort: nein.
🚀 Tenchi muss diesmal auf einen Piratenplaneten
Die Geschichte führt Tenchi und seine chaotische Begleitung zum Planeten Mikuni, einem Zentrum der Weltraumpiraten. Ausgangspunkt ist ein aus Jurai gestohlenes Artefakt, das zurückgeholt werden soll.
Dafür müssen die Figuren an der Piratenkönigin Niimi vorbei. Gleichzeitig scheint die Geschichte stärker in Ryokos Vergangenheit einzutauchen und eine bislang unbekannte Verbindung zwischen ihr und Niimi aufzubauen. Auch Nagis tatsächliche Loyalität soll eine Rolle spielen.
Frühere Projektbeschreibungen gehen sogar noch weiter: Die Gruppe wird in ein intergalaktisches Turnier hineingezogen und damit unfreiwillig zum Unterhaltungsprogramm einer ziemlich großen Zuschauermenge.
Das klingt sehr nach der Mischung, die Tenchi Universe einst auszeichnete. Weltraumabenteuer, Science-Fiction, romantisches Chaos und Comedy laufen nebeneinander her, bis irgendwann niemand mehr genau weiß, weshalb eigentlich gerade ein galaktischer Zwischenfall entstanden ist. Bei Tenchi war das allerdings meistens der Normalzustand.
💰 Aus 400.000 Dollar werden mehr als 760.000
Der bemerkenswerteste Teil des Projekts bleibt sein Finanzierungserfolg. Armiger Entertainment startete den Kickstarter im Juli mit einem Ziel von 400.000 Dollar, um einen ungefähr 30-minütigen Pilotfilm zu produzieren.
Dieses Ziel fiel bereits nach zwei Tagen. Kurz darauf wurden weitere Marken erreicht: Bei 450.000 Dollar kam die japanische Sprachfassung hinzu, bei 475.000 Dollar eine 4K-Version und bei 500.000 Dollar eine Making-of-Dokumentation.
Bis zum 28. August war die Kampagne auf 768.324 Dollar angewachsen. Bei 700.000 Dollar wurde bereits ein weiteres Stretch Goal freigeschaltet: Nerissa Ravencroft, die im Pilot Risa spricht, steuert einen eigens produzierten Ending-Song bei.
Das nächste Ziel liegt bei 800.000 Dollar. Wird auch diese Marke erreicht, soll Regisseur Hiroshi Negishi gemeinsam mit weiteren Beteiligten einen Audiokommentar zum Pilot aufnehmen.
Aus der Frage, ob genügend Fans überhaupt noch Interesse an dieser speziellen Tenchi-Welt besitzen, ist damit längst eine andere geworden: Wie weit kann dieses Projekt noch wachsen?
📼 Ein Comeback, das seine eigene Vergangenheit sehr gut kennt
Das ganze Vorhaben lebt bewusst von seiner Geschichte. Armiger verkauft neben digitalen und physischen Fassungen des Piloten auch Retroprodukte und hat sogar eine VHS-Ausgabe vorgesehen. Detective Kiyone soll erstmals seit 1999 wieder animiert auftreten, Nagi und Ken-Ohki sogar erstmals seit 1995.
Das könnte leicht in reiner Nostalgieverwaltung enden. Bisher wirkt Tenchi Galaxy allerdings eher wie ein Projekt, das seine Vergangenheit als Ausgangspunkt benutzt, statt lediglich alte Bilder noch einmal abzuspielen.
Dafür spricht auch die Beteiligung früherer Kreativer. Masaki Kajishima hat dem Projekt seinen Segen gegeben, Toru Miura ist beteiligt und Negishi kehrt zu jener Variante der Geschichte zurück, die er selbst entscheidend mitgeprägt hat.
Der Pilot soll letztlich beweisen, ob daraus eine komplette neue Serie entstehen kann. In früheren Planungen wurde dafür bereits 2028 als mögliche Perspektive genannt. Noch ist das allerdings Zukunftsmusik und kein bestätigter Serienstart.
Fest steht nur: Die Kickstarter-Kampagne hat längst bewiesen, dass irgendwo da draußen noch ziemlich viele Menschen darauf gewartet haben, Tenchi, Ryoko und Ryo-Ohki wiederzusehen.
Und sobald Ryoko wieder mit Ai Orikasas Stimme loslegt, dürften einige davon feststellen, dass dreißig Jahre erstaunlich schnell verschwinden können.





